Warum ein DAX-ETF nicht sinnvoll ist!

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Warum solltest Du niemals in den DAX investieren? Immerhin ist der DAX der deutsche Leitindex. Siemens, VW, Adidas – das sind alles bekannte Namen.

Und trotzdem ist ein DAX-ETF für die allermeisten von uns eine ziemlich schlechte Idee. Gerade weil wir in Deutschland leben. Wir schauen uns jetzt mal an, warum das so ist.

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Home Bias

Dass wir gerne in das investieren, was wir kennen, ist übrigens total menschlich. Das Phänomen hat sogar einen Namen: Home Bias.

Mit Home, also Zuhause, ist in diesem Fall nicht nur Deine Wohnung gemeint, sondern Dein Heimatland oder der Markt, den Du am besten kennst, z. B. eben Deutschland.

Und Bias bedeutet Voreingenommenheit bzw. Verzerrung: Ein „Bias“ ist eine Art systematischer Fehler in unserem Denken. Wir nehmen die Welt nicht ganz objektiv wahr, sondern wir sind durch unsere Erfahrungen oder Gefühle „voreingenommen“.

Und dadurch ergibt sich die Tendenz, überproportional viel in den heimischen Markt zu investieren – einfach, weil er sich vertrauter anfühlt.

Das betrifft natürlich nicht nur Deutsche, ganz im Gegenteil: Amerikaner investieren am liebsten in US-Aktien, also zum Beispiel in den S&P 500, Japaner in japanische Aktien, Briten in britische.

Während irgendwelche australischen Bergbaukonzerne oder taiwanesische Halbleiterfirmen… keine Ahnung, was die machen. Das ist erstmal abstrakt und fremd.

Aber als Deutscher hast Du ein besonderes Problem, wenn Du in den DAX investierst. Eins, das die meisten komplett übersehen.

Warum das für Deutsche besonders gefährlich ist

Überleg mal kurz:

Du arbeitest wahrscheinlich in Deutschland. Dein Einkommen hängt also davon ab, wie es der deutschen Wirtschaft geht. Vielleicht hast Du eine Immobilie in Deutschland. Deren Wert hängt im weiteren Sinne auch davon ab, wie es der deutschen Wirtschaft geht. Deine gesetzliche Rente? Hängt vom deutschen Rentensystem ab und das wiederum… genau, hängt auch davon ab, wie es der deutschen Wirtschaft geht.

Und jetzt willst Du auch noch mit Deiner Geldanlage auf Deutschland setzen? Dann legst Du alle Eier in einen Korb.

Wenn es Deutschland mal richtig schlecht geht – und das kann passieren – dann verlierst Du nicht nur Deinen Job oder Dein Gehalt wird gekürzt. Dann rauscht auch noch Dein Depot in den Keller!

Das ist ein klassisches Klumpenrisiko: Alles hängt von einer Volkswirtschaft ab. Und dass so eine Länderwette richtig schiefgehen kann, zeigt das Beispiel Japan.

Beispiel Japan

In den 80er Jahren war Japan das Wirtschaftswunder. Der Nikkei-Index stieg und stieg. Alle wollten japanische Aktien. Die Wirtschaft boomte, die Technologie war führend, alle Experten waren sich einig: Japan ist die Zukunft!

Dann kam Ende 1989 der Crash. Und der Nikkei hat erst 2024 – also 35 Jahre später – wieder sein altes Allzeithoch erreicht. 35 Jahre! Wer 1989 auf Japan gesetzt hat, musste über drei Jahrzehnte warten, um wieder auf dem alten Stand von damals zu sein. Und zwar ohne Berücksichtigung der Inflation!

Aber die Sache ist: Niemand hätte in den 80ern vorhergesagt, dass Japan in eine Krise rutschen und so lange für die Erholung brauchen würde. Genauso wie niemand heute sagen kann, welche Region die nächsten 30 Jahre dominieren wird. Vielleicht die USA, vielleicht China, vielleicht Europa – oder vielleicht eine Region, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Wir Menschen sind einfach nicht in der Lage zur Vorausschau über Jahrzehnte, und das wird auch noch immer schwieriger, denn die Entwicklung und der technologische Fortschritt schreiten immer schneller voran. Wer hätte denn zum Beispiel vor 20 Jahren vorausgesagt, was gerade für Trends laufen? Vor 20 Jahren gab es noch nicht mal das iPhone!

Aber wie vermeiden wir jetzt so ein Japan-Szenario für uns, ohne Hellseher zu sein?

Was besser ist

Das ist relativ einfach: Indem wir global investieren, anstelle eine Region rauszupicken. Wenn es um die Geldanlage geht, willst Du mit Deinen ETFs die gesamte Weltwirtschaft abbilden. Denn investierst Du global und branchenweit in Tausende Aktien gleichzeitig, spekulierst Du nicht auf die Entwicklung von einzelnen Ländern oder Bereichen.

Also, ETFs gehen klar als „Testsieger“ für den Vermögensaufbau hervor, wenn wir so anlegen, dass die Risiken super gering und die Renditen ordentlich sind, indem wir richtig breit streuen.

Während beispielsweise ein sehr breiter Weltindex, nämlich der MSCI ACWI IMI, über 8.000 Aktien aus der gesamten Welt beinhaltet, also aus Industrie- UND Schwellenländern, sind im DAX gerade mal 40 deutsche Unternehmen. Und eine krasse Konzentration auf einzelne Firmen: Im DAX haben die größten 10 Positionen ein Gewicht von rund zwei Drittel, im MSCI ACWI IMI weniger als ein Viertel!

In den letzten zehn Jahren lag die durchschnittliche Jahresrendite des größten DAX-ETFs bei 10 Prozent. Der größte MSCI ACWI IMI-ETF kam im gleichen Zeitraum auf 12,5 Prozent.

Das klingt erstmal nach wenig Unterschied, aber wenn Du beispielsweise 10.000 Euro über 30 Jahre liegen lässt, hast Du am Ende bei 12,5 Prozent Rendite fast 170.000 Euro mehr als bei 10 Prozent!

Aber warum hast Du mit einem globalen ETF größere Renditechancen? Weil Du automatisch überall dabei bist, wo Wachstum stattfindet. Ob die nächste große Innovation aus Amerika, Asien oder einer anderen Region kommt – Du profitierst davon. Mit dem DAX bist Du hingegen auf deutsche Unternehmen beschränkt. Und die Gewinner der letzten Jahrzehnte – wie Apple oder Nvidia – kamen eben nicht aus Deutschland.

Aber mindestens genauso wichtig ist: Du erhöhst nicht nur Deine Renditeaussichten, sondern reduzierst auch gleichzeitig die Risiken mit einem globalen Portfolio. Denn das geht mit deutlich geringeren Kursschwankungen einher!

Während der genannte DAX-ETF seit seiner Auflage im schlimmsten Fall 67 Prozent an Wert verloren hat, waren es beim MSCI ACWI IMI-ETF gerade mal 34 Prozent.

Und selbst nach schweren Krisen lag die längste Erholungsphase des globalen Aktienmarkts bei nur rund elf Jahren.

Zusammenfassung

Also, der DAX mag sich zwar vertraut anfühlen, aber für Deinen Vermögensaufbau ist er keine gute Wahl. Mit globalen ETFs hast Du weniger Schwankungen, bedeutet weniger Risiko und mehr Renditechancen. Das ist doch genau das, was wir wollen.

Damit bist Du nicht abhängig davon, ob es Deutschland gerade gut geht. Du profitierst einfach vom langfristigen Wachstum der gesamten Weltwirtschaft.

Und selbst wenn ein Land mal abrutscht, gleichen die anderen Regionen das aus. Denn während Japan 35 Jahre brauchte, um sich zu erholen, liefen die USA, Europa und die Schwellenländer in dieser Zeit weiter nach oben. Der globale Aktienmarkt hat sich in derselben Zeit vervielfacht!

Das ist der entscheidende Unterschied: Bei globalen ETFs werden schwächelnde Regionen automatisch runtergewichtet und starke Regionen raufgewichtet. Du musst gar nichts tun. Die Weltwirtschaft sortiert sich quasi von selbst – wie die Bundesliga.

Wenn Du jetzt wissen willst, wie Du typische Anfängerfehler vermeidest und nicht unnötig Geld verlierst, sondern von Anfang an sauber mit ETFs startest, dann schau Dir hier unser kostenloses Webinar an.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 31. März 2026
LETZTE AKTUALISIERUNG: 09. April 2026
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