ETF-Sparplan vs. Investmentfonds bei der Bank – Was ist besser?

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Was ist der Unterschied zwischen Investmentfonds und ETFs?

Der Begriff „Investmentfonds“ umfasst sowohl ETFs als auch aktive Fonds. Im Alltag sind damit jedoch meist aktive Fonds gemeint. Bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanager, welche Aktien gekauft und verkauft werden. Das Ziel ist dabei, besser abzuschneiden als der Markt.

Ein ETF hingegen ist ein passiver Fonds, der einfach das nachbildet, was ein Markt vorgibt. Dazu nutzt er einen Index wie beispielsweise den MSCI World. Der ETF wählt nicht selbst aus, sondern bildet vereinfacht ausgedrückt die Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Es gibt keine Meinung, keine Vorhersagen und kein ständiges Hin und Her – der ETF bildet einfach stumpf den Markt nach.

Der aktive Fonds gibt sich zwar „mehr Mühe“, aber das nützt wenig: Die meisten aktiven Fonds schlagen den Markt nicht. Nach zehn Jahren schneiden 80 bis 98 Prozent schlechter ab als der Vergleichsindex. Bei einem Vergleich globaler aktiver Fonds mit dem MSCI World zeigt sich dieses Bild sehr deutlich. Seit Jahren bestätigen verschiedene Studien diese Erkenntnis, beispielsweise die regelmäßigen SPIVA-Berichte, die zeigen, dass aktive Fonds den Markt langfristig kaum schlagen.

Je länger der Betrachtungszeitraum, desto schlechter schneiden aktive Fonds ab. Nach 20 Jahren schafft es praktisch kein aktiver Fonds mehr, besser zu sein als ein vergleichbarer ETF. Die Underperformance nimmt also mit der Zeit zu.

Ein wesentlicher Grund dafür sind die hohen Kosten. Aktive Fonds sind 20- bis 25-mal so teuer wie ETFs und belasten das Investment mit 1,5 bis 2,0 Prozent pro Jahr. Dazu kommt oft ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent. Empfehlenswerte ETFs kosten dagegen nur rund 0,1 Prozent pro Jahr. Diese Gebühren schmälern die Rendite erheblich.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht, wie stark Kosten das Vermögen auffressen: Wer 50.000 Euro investiert und bei einer Rendite von 8 Prozent 30 Jahre lang anlegt, erreicht ohne Kosten knapp 500.000 Euro Endvermögen. Mit 2 Prozent jährlichen Kosten bleiben davon nur noch 277.000 Euro übrig. Selbst bei 1 Prozent Kosten sind es nur 373.000 Euro, was einem Verlust von 130.000 Euro entspricht. Fast die Hälfte des Vermögens kann durch Kosten verschwinden. Kosten sind der Renditekiller schlechthin, und je länger die Anlagedauer, desto größer ist ihr Einfluss.

Doch das ist noch lange nicht alles. Ein weiterer Grund für die Underperformance aktiver Fonds liegt darin, dass Prognosen langfristig nicht funktionieren. Aktive Fonds versuchen, besser zu sein als der Markt, indem sie bestimmte Aktien auswählen oder versuchen, rechtzeitig ein- und auszusteigen. Dahinter steckt immer eine Prognose: Welche Aktie wird gut laufen? Wann geht es an der Börse rauf oder runter? Welche Branche wird wie performen? Studien zeigen jedoch: Solche Vorhersagen funktionieren langfristig nicht. Wer auf Prognosen setzt, macht im Schnitt weniger Gewinn als jemand, der einfach breit gestreut investiert bleibt. Auch das wurde in diversen Studien belegt.

Hinzu kommt, dass die wenigen Gewinner ständig wechseln. Wer heute vorne liegt, ist morgen hinten. Kein Fonds schafft es, über längere Zeiträume konstant besser zu sein.

Auch die Werbung ist oft geschönt. Verkäufer zeigen nur gute Zeiträume, vergleichen mit falschen Benchmarks oder rechnen schön. Schlechte Jahre und eingestellte Fonds werden verschwiegen – es gibt einen regelrechten Friedhof an aufgelösten Fonds.

Die Einzigen, die sicher profitieren, sind die Anbieter. Banken und Berater verdienen 5- bis 10-mal mehr an aktiven Fonds, da sie Provisionen aus den laufenden Kosten und dem Ausgabeaufschlag erhalten. ETFs werden hingegen ohne Vermittlungsprovisionen verkauft. Deshalb werden sie nicht aktiv beworben – obwohl sie die bessere Wahl sind.

Das Fazit lautet daher: Finger weg von aktiven Fonds! Sie sind teuer und bieten eine schlechte Rendite. Besser ist es, selbst in ETFs zu investieren. Wer wissen möchte, wie man ganz einfach in ETFs investiert, findet weitere Informationen im Webinar.

Aktive Fonds verkaufen oder behalten? So entscheidest Du richtig

„Hallo ihr zwei, ich habe bereits relativ viel Geld angelegt, leider alles in aktiv gemanagte Fonds. Ich bin nicht sicher, ob ich jetzt alles verkaufen sollte und ca. 200.000 Euro Gewinn realisiere und darauf ca. 52.000 Euro Steuern bezahlen soll, um mir MSCI World-ETFs zu kaufen? Oder ob ich einen Teil behalte, um Steuern zu sparen. Und innerhalb von drei bis fünf Jahren alles nach und nach aufzulösen. In der Hoffnung, dass die aktiv gemanagten Fonds gut laufen… Ich bin mit dieser Frage völlig überfordert. Könnt ihr helfen?“ – Momo

Zunächst noch einmal grundsätzlich: Aktive Fonds sind langfristig statistisch unterlegen. Die meisten schlagen ihre Vergleichsindizes nicht, und eine gute vergangene Performance bedeutet nicht, dass es so weitergeht. Globale ETFs, zum Beispiel auf den MSCI World, sind günstiger, breiter gestreut und robuster. Wichtig ist dabei jedoch, die Schwellenländer nicht zu vergessen.

Zur Steuerfrage ist anzumerken, dass die ursprüngliche Berechnung nicht korrekt war. Bei 200.000 Euro Gewinn sieht die korrekte Rechnung folgendermaßen aus: Steuerpflichtig sind nur 70 Prozent des Gewinns, also 140.000 Euro. Darauf fallen Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, gegebenenfalls kommt noch Kirchensteuer hinzu. Ohne Kirchensteuer ergibt sich folgende Rechnung: 140.000 Euro multipliziert mit 26,375 Prozent ergibt etwa 36.925 Euro Steuern.

Theoretisch ist eine Steuerersparnis durch einen gestückelten Verkauf möglich, da der jährliche Freibetrag genutzt werden kann. Dieser liegt bei etwa 1.000 Euro pro Person und bei Ehepaaren gegebenenfalls beim Doppelten. Allerdings wird auch die Vorabpauschale fällig, wenn Fonds Gewinne machen. Der Freibetrag dürfte daher bereits dafür aufgebraucht sein, insbesondere bei einem hohen Vermögen.

Ein gestückelter Verkauf hat außerdem große Nachteile: Der Aufwand ist höher, und das Geld verbleibt länger im alten, vermutlich schlechteren Produkt. Die laufenden Mehrkosten der aktiven Fonds summieren sich jedes Jahr weiter auf und wirken auf das gesamte investierte Vermögen, nicht nur auf den Gewinn. Das ist langfristig oft teurer als die einmalige Steuer.

Es gibt mehrere mögliche Wege. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Das ist natürlich keine Anlageberatung, sondern nur eine Einschätzung auf Basis allgemeiner Daten, die zur Inspiration dienen soll.

Die erste Option ist ein sofortiger Komplettverkauf. Das ist eine klare Lösung, und das Depot ist danach „aufgeräumt“. Die Steuer fällt zwar sofort an, aber dafür besteht keine Hoffnung mehr auf eine spätere Outperformance. Danach lässt sich langfristig investieren, und man hat Ruhe.

Die zweite Option ist ein schrittweiser Umstieg über drei bis fünf Jahre. Die Steuerlast wird eventuell verteilt, und Freibeträge lassen sich nutzen, falls vorhanden. Allerdings besteht das Risiko, dass die aktiven Fonds in dieser Zeit schlechter laufen, wofür die Chancen bekanntlich gut stehen. Diese Option erfordert Disziplin und einen klaren Verkaufsplan, zum Beispiel 20 Prozent pro Jahr.

Die dritte Option wäre, die Fonds einfach zu halten und auf eine gute Entwicklung zu hoffen. Das ist jedoch nicht empfehlenswert, da es keine echte Strategie ist, sondern nur ein Aufschieben der Entscheidung.

Die Empfehlung lautet: Wenn die Steuerbelastung emotional verkraftbar ist, dann sollte ein Komplettverkauf erfolgen, gefolgt vom Umstieg auf eine ETF-Lösung und langfristigem Halten. Wenn die Steuer zu hoch erscheint, sollte der Verkauf auf mehrere Jahre geplant werden – aber mit einem festen Plan.

Dabei ist es sinnvoll, klug aufzuteilen. Fonds mit wenig Gewinn oder besonders schlechten Perspektiven und Risiken, etwa Nischenfonds, sollten direkt verkauft werden. Fonds mit sehr hohem Gewinn können über drei bis fünf Jahre gestaffelt verkauft werden, um die Steuerlast zu verteilen. Das ist allerdings eher fürs Gefühl als faktisch sinnvoll. In jedem Fall gilt: Nicht abwarten, ohne eine Entscheidung zu treffen. Wohlfühlen ist wichtig!

Vielleicht denkst Du jetzt: „Aktive Fonds sind also nichts, aber was ist denn mit den ganzen Steuervorteilen bei Versicherungen? Denn mit einigen Versicherungen kann ich doch auch in ETFs investieren!“ Ob das wirklich der Fall ist und wann sich Steuervorteile lohnen können, erfährst Du im Video Steuervorteile bei der Geldanlage – DAS hätten wir gerne früher gewusst.


Dieser Artikel basiert auf einer Folge unseres Podcasts. Da wir den gesprochenen Inhalt für Dich verschriftlicht haben, kann es an manchen Stellen etwas umgangssprachlicher zugehen als in einem klassischen Blogartikel.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 26. Mai 2025
LETZTE AKTUALISIERUNG: 19. Februar 2026
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