ETF-Wechsel-Rechner

Letztes Update: 17. März 2026

Dieser Rechner vergleicht zwei Szenarien und zeigt Dir, welche Strategie langfristig mehr Vermögen bringt:

Szenario 1 – Liegen lassen: Dein alter ETF bleibt im Depot, neue Sparraten gehen in den günstigeren ETF.

Szenario 2 – Verkaufen: Du verkaufst den alten ETF und investierst alles in den günstigeren ETF.

Vollständige Steuerberechnung: Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und 30% Teilfreistellung für Aktien-ETFs werden berücksichtigt.

Vorabpauschale: Die jährliche Steuer auf Buchgewinne wird in beiden Szenarien berücksichtigt.

Sparerpauschbetrag: Du kannst angeben, ob Dein Freibetrag noch verfügbar ist.

Klare Empfehlung: Der Rechner zeigt Dir, welche Option mehr Endvermögen bringt – und warum.

ETF-Workshop: Das musst Du wissen, bevor Du in ETFs investierst

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So funktioniert der ETF-Wechsel-Rechner

Die zwei Szenarien im Vergleich

Szenario 1 – Liegen lassen: Dein bestehender ETF A bleibt unangetastet im Depot und wächst weiter mit seiner Rendite. Deine neuen monatlichen Sparraten fließen in den günstigeren ETF B. Am Ende hast Du zwei ETFs im Depot.

Szenario 2 – Verkaufen: Du verkaufst ETF A komplett. Auf den Gewinn (aktueller Wert minus Kaufwert) zahlst Du Kapitalertragsteuer. Den Nettoerlös investierst Du sofort in ETF B, zusammen mit Deinen künftigen Sparraten. Am Ende hast Du nur noch einen ETF – aber mit niedrigeren laufenden Kosten.

Der Rechner simuliert beide Szenarien über Deine gewählte restliche Spardauer und zeigt Dir, welche Strategie mehr Endvermögen bringt.

Wo findest Du die Eingabewerte?

Die beiden Werte aktueller Wert und Kaufwert findest Du in der Depotübersicht Deines Brokers. Hier eine Beispielansicht von unserem Lieblings-Broker finanzen.net zero*:


Der Kaufwert (auch "Einstandskurs" oder "Anschaffungskosten" genannt) ist die Summe aller Beträge, die Du in diesen ETF eingezahlt hast. Der aktuelle Wert ist das, was Deine Anteile heute wert sind. Die Differenz ist Dein Buchgewinn – und darauf fallen beim Verkauf Steuern an.

Die TER findest Du bei justETF. Gib dafür einfach Name oder ISIN in der Suche ein.

Weitere Eingabefelder erklärt

Künftige monatliche Sparrate: Der Betrag, den Du künftig jeden Monat investieren möchtest. Im Szenario "Liegen lassen" fließt dieser Betrag in den neuen ETF B. Im Szenario "Verkaufen" fließt er ebenfalls in ETF B – zusätzlich zum Erlös aus dem Verkauf von ETF A.

Verbleibende Spardauer: Wie viele Jahre planst Du noch zu investieren? Das ist der wichtigste Hebel: Je länger die Spardauer, desto mehr wirkt sich der TER-Unterschied aus – und desto eher lohnt sich ein Wechsel trotz Verkaufssteuer. Bei kurzer Spardauer (unter 10 Jahre) überwiegt oft die sofortige Steuerbelastung.

Erwartete Rendite: Die durchschnittliche jährliche Rendite, die Du erwartest. Wir empfehlen 8% als Ausgangswert – das entspricht der historischen Durchschnittsrendite globaler Aktien. Der Rechner zieht davon automatisch 0,3% Quellensteuern ab (siehe unten). Die erwartete Rendite gilt für beide ETFs gleichermaßen.

Kirchensteuer: Falls Du Kirchenmitglied bist, zahlst Du zusätzlich Kirchensteuer auf Kapitalerträge: 8% in Bayern und Baden-Württemberg, 9% in allen anderen Bundesländern. Die Kirchensteuer erhöht Deine Gesamtsteuerbelastung beim Verkauf.

Sparerpauschbetrag: Jeder hat einen jährlichen Freibetrag von 1.000 € (2.000 € bei Ehepaaren) für Kapitalerträge. Beim Verkauf Deines ETFs wird der Gewinn zunächst mit dem Freibetrag verrechnet – falls er in diesem Jahr noch nicht durch andere Erträge aufgebraucht ist. Wähle "Freibetrag ist aufgebraucht", wenn Du bereits andere Kapitalerträge im laufenden Jahr hattest. Wähle "Freibetrag steht zur Verfügung" und gib den verbleibenden Betrag ein, falls Du den Freibetrag noch (teilweise) nutzen kannst.

Was der Rechner im Hintergrund berücksichtigt

Quellensteuern im ETF (0,3%): ETFs zahlen intern Steuern auf Dividenden, die sie von den enthaltenen Unternehmen erhalten. Bei einem weltweit gestreuten Aktien-ETF sind das typischerweise etwa 0,3% pro Jahr. Diese Kosten siehst Du nicht in der TER, aber sie reduzieren Deine Rendite. Der Rechner zieht diese 0,3% automatisch von der erwarteten Rendite ab – für beide ETFs gleichermaßen.

Vorabpauschale: Seit 2018 werden thesaurierende ETFs jährlich auf Buchgewinne besteuert. Die Vorabpauschale basiert auf dem "Basiszins" des Bundesfinanzministeriums. Wir rechnen mit einem pauschalen Basiszins von 2,0%, weil der Rechner langfristig funktionieren soll und der Basiszins von Jahr zu Jahr schwankt.

Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30% der Erträge steuerfrei. Das gilt sowohl für die Vorabpauschale als auch für den Verkaufsgewinn. Der Rechner berücksichtigt das automatisch.

Tägliches Compounding: Die Rendite wird täglich berechnet (365 Tage pro Jahr). Das ist genauer als jährliche Berechnung und entspricht der Realität an der Börse.

Annahmen der Berechnung

  • Beide ETFs erzielen die gleiche Bruttorendite (vor Kosten)
  • Teilfreistellung: 30% für Aktien-ETFs
  • Basiszins für Vorabpauschale: 2,0% (langfristiger Durchschnitt)
  • Interne Quellensteuer: 0,3% pro Jahr (wird von der Rendite abgezogen)
  • Vorschüssige Sparraten (zu Monatsbeginn)
  • Die TER wird monatlich abgezogen (1/12 pro Monat)
  • Steuersatz: 25% Abgeltungssteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer

Wann lohnt sich der Wechsel typischerweise?

Wechsel lohnt sich eher, wenn:

  • Der TER-Unterschied groß ist (z.B. 0,5% vs. 0,1%)
  • Die verbleibende Spardauer lang ist (20+ Jahre)
  • Der bisherige Gewinn gering ist (wenig Steuern beim Verkauf)
  • Der Sparerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist

Liegen lassen ist besser, wenn:

  • Der TER-Unterschied gering ist (z.B. 0,3% vs. 0,2%)
  • Du bereits hohe Buchgewinne hast (viel Steuern beim Verkauf)
  • Die verbleibende Spardauer kurz ist (unter 10 Jahre)

Disclaimer

Dieser Rechner dient ausschließlich zu Informations- und Planungszwecken. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Die Berechnungen basieren auf der aktuellen Rechtslage (Stand 2026) – Steuergesetze können sich ändern. Wir rechnen mit konstanten Durchschnittsrenditen. In der Realität schwanken Aktienkurse stark – die tatsächlichen Ergebnisse werden von diesen Durchschnittswerten abweichen.

Wichtig: Der Rechner vereinfacht einige Aspekte. Bei komplexen Situationen (z.B. mehrere Kaufzeitpunkte, Verlustverrechnungstöpfe) können die realen Steuern abweichen. Im Zweifel solltest Du einen Steuerberater konsultieren.

Historische Renditen sind ein Anhaltspunkt, aber keine Garantie für die Zukunft. Wir empfehlen, verschiedene Szenarien durchzurechnen – auch mal mit niedrigeren Renditen – um ein Gefühl für den realistischen Korridor zu bekommen.

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