Schon mal einen Fehler gemacht? Du Schlingel!

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Kannst Du Dich noch erinnern, wie Du damals Englisch in der Schule gelernt hast (oder eine andere Sprache)?

Das wird in ungefähr so ausgesehen haben: Deine Lehrerin stand vor der Klasse und hat Euch insbesondere im Frontalunterricht versucht, Grammatik und Vokabeln reinzuhämmern.

Beides hast Du Dir dann – wenn Du fleißig warst – zu Hause nochmal reingezogen und Dich bemüht, auswendig zu lernen.

Das war verhältnismäßig anstrengend und mühsam.

Weiterhin wurde uns in der Schulzeit jeder noch so kleine Fehler angekreidet. Wenn Deine Grammatik nicht perfekt war, hast Du es definitiv zu hören bekommen und Dich wahrscheinlich ordentlich geschämt.

Wir wurden quasi darauf trainiert und dazu angehalten, keine Fehler zu machen. Da könnte man meinen, dass das doch ganz sinnvoll ist oder? Damit man etwas möglichst „richtig“, möglichst perfekt lernt?

Nein, ist es nicht!

Denn auf diese Weise wurde unsere Angst vor Fehlern auch immer größer. Viele haben in der Schule gelernt und dann unterbewusst in ihrem Mindset verankert, dass sie neue Dinge schnellstmöglich lernen können müssen – ohne Fehler zu machen.

Das ist leider maximal unrealistisch und kann nur zu Frustration und einem schlechten Selbstbild führen.

Gerade Leute, die nicht das Glück hatten, mit einem guten Sprachgefühl gesegnet zu sein, wurden dadurch massiv in die Ecke getrieben und waren meist komplett blockiert. Das ist nicht nur ärgerlich und gemein, sondern auch zutiefst bescheuert:

Hast Du schon mal etwas Neues gelernt ohne Fehler zu machen? Also wir nicht.

Der berühmte Spruch: “Aus Fehlern lernt man” ist einfach total wahr und sollte bei jedem in der Wohnung und am Arbeitsplatz kleben.

Und diese Fehler sollten zelebriert werden, anstelle sich dafür selbst zu rügen oder gerügt zu werden. Sonst geht einem die Motivation schnell flöten.

Hast Du Dir mal angeschaut wie ein Kind laufen lernt?

Der erste Versuch geht schief und das Kind fällt hin. Zack, erster Fehler!

Und was macht das Kind? Es fängt an zu lachen und versucht sofort aufs Neue, auf die Beine zu kommen.

Oder hast Du schon mal ein Kind gesehen, das nach dem ersten Laufversuch die Flinte ins Korn wirft und es nie wieder probiert, weil es glaubt, nicht in der Lage zum Laufen zu sein? Kein Talent zu haben?

Nein, das Kind feiert sogar seine Fehler (oder besser: seine Erfahrungen) total ab und die Eltern auch! Jedem Versuch wird mit Begeisterung begegnet.

Stell Dir mal vor, wenn es auf’s Laufenlernen Noten geben würde. Die halbe Bevölkerung würde weiterhin auf dem Boden rumkriechen 😀

Wir wissen nicht so genau, wann dieses ursprünglich perfekte Mindset von Kind und Eltern ins Wanken gerät, aber spätestens in der Schule ist es dann soweit.

Die meisten von uns hatten ca. 9 Jahre lang Englisch-Unterricht. Eine ganz schön lange Zeit.

Wie gut sprichst Du heute Englisch? Wenn Du 9 Jahre lang eine Sprache gelernt hast müsstest Du sie ja eigentlich perfekt und ohne Scheu sprechen können oder?

Leider ist das bei den meisten alles andere als der Fall. Diejenigen, die wirklich gut Englisch sprechen, haben es in der Praxis gelernt. Und im Highschool-Jahr in den USA oder im Auslandssemester in London werden sie am Anfang vermutlich sehr viele Fehler gemacht haben.

Fehler gehören einfach dazu, wenn man etwas lernen will. Sie sind der Beweis dafür, dass man etwas versucht. Dass man mutig ist und wachsen möchte.

Um etwas Lockerheit reinzubringen, hilft es erst einmal massiv, von Erfahrungen und nicht von Fehlern zu sprechen. Bedenke dies am besten auch, wenn Du mit anderen Menschen sprichst.

Wir hätten uns damals darüber gefreut 😉

Klar ist: Du wirst nie aus einer Schockstarre oder Blockade kommen, wenn Du nicht bereit bist, Fehler zu machen – das gilt auch für die Geldanlage oder das Sparen.

So, das war jetzt schon einiges an Holz.

Eigentlich wollten wir heute darüber berichten, wie wir innerhalb von drei Tagen Spanisch gelernt haben, aber irgendwie haben wir uns in Rage geschrieben 😀

Das hier war aber die wichtigste Grundlage dafür. In unserer nächsten Flash-Mail verraten wir dann, wie das mit dem Highspeed-Sprachenlernen geht.

BTW: Falls Du Lehrer bist und Dich angegriffen fühlst – es geht hier natürlich nicht gegen Dich, sondern gegen das System 😉

Verfasst von Dr. Anna Terschüren & Martin Eckardt
Veröffentlichung: 24. September, 2021
LETZTE AKTUALISIERUNG: 24. März, 2022
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