Vier Anzeichen, dass Du NIE finanziell unabhängig wirst

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In diesem Blogpost gehen wir auf vier Anzeichen ein, die darauf hindeuten, dass Du finanziell nie unabhängig werden wirst. Es sei denn, Du änderst Dein Verhalten.

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

„Was, wenn die Wirtschaft zusammenbricht?“

Leute kommen oft auf uns zu und fragen nach Empfehlungen für eine sichere Geldanlage. Denn das Investieren in Aktien, z.B. über globale ETFs, ist ihnen viel zu risikoreich.

Banken und Versicherungen bieten auch gerne „sichere“ Anlagen an: Da werden gewisse Rentenhöhen oder Zinsen garantiert. Und klar, warum sollte ich ein Risiko eingehen, wenn ich das scheinbar nicht muss.

Das Problem ist nur: Wir wollen ja auch, dass sich unser Geld vermehrt. Wenn wir nun aber versuchen, gar kein Risiko einzugehen, können wir auch keine großen Renditen erwarten. Denn leider gibt es keine Rendite ohne Risiko.

Der Schlüssel liegt also nicht darin, Risiken per se zu vermeiden, sondern erstmal gute von schlechten Risiken zu unterscheiden:

Bei schlechten Risiken ist es so, dass es total unklar ist, wie das Ganze ausgehen wird. So wie im Kasino. Die sollten wir natürlich vermeiden, weil sie ziemlich sinnlos sind, denn es gibt zwar keine Rendite ohne Risiko, aber es gibt Risiko ohne Rendite 🙂

Im Fachjargon sagt man dazu auch, dass wir keine systematische Belohnung erwarten können. Darum nennen sich schlechte Risiken auch unsystematische Risiken. Das sind zum Beispiel Wetten auf die Entwicklung einzelner Aktien bzw. Branchen, Regionen, Immobilien, Kryptowährungen und so weiter.

Bei guten Risiken hingegen ist systematisch eine Kompensation zu erwarten. Und genau das erleben wir, wenn wir in ganz breit gestreute ETFs anlegen: Wir tragen zwar ein Risiko, dass sich hier in erster Linie in Kursschwankungen ausdrückt.

Aber es ist sinnvoll, das zu tun, weil wissenschaftlich gesehen systematisch davon ausgegangen werden kann, dass wir langfristig eine ordentliche Rendite als Belohnung erhalten werden.

Wenn wir eben breit streuen und nicht auf einzelne Werte setzen. Das ist der entscheidende Punkt.

Mit “sicheren” Anlagen hingegen, die kaum im Wert schwanken, bekommen wir maximal einen Inflationsausgleich. Wenn überhaupt. Daraus ergibt sich wiederum, dass wir ein ganz anderes Risiko eingehen, wenn wir eigentlich Risiken vermeiden wollen: Nämlich niemals finanziell unabhängig zu werden.

Die Problematik sehen wir auch immer wieder bei unseren Zuschauern und Lesern. Dann wird zum Beispiel ewig darüber gegrübelt, ob jetzt in den nächsten Jahren die komplette Weltwirtschaft für immer zusammenbricht, was natürlich ein ziemliches Problem wäre. Denn damit ETFs auf Dauer funktionieren, muss es natürlich weiterhin eine Wertschöpfung geben.

Die Konsequenz ist dann, dass manche Leute nie mit ihrer Geldanlage starten, weil sie sich nie sicher genug fühlen. Demzufolge werden sie aber definitiv nicht genug Geld im Alter haben! Die Angst vor dem theoretischen Risiko des “Weltuntergangs” führt quasi zu einem realen!

Auf diese Art bleibt finanzielle Unabhängigkeit unerreichbar, klar.

Echte Sicherheit kommt nicht von dem Versuch, alle möglichen Risiken zu eliminieren oder sich gegen jegliches erdenkliche Worst-Case-Szenario abzusichern, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit auch noch super gering ist. Wie zum Beispiel der dauerhafte Zusammenbruch der Weltwirtschaft.

Haben wir einmal Risiken richtig eingeordnet und unsere existenzgefährdenden Risiken bestmöglich abgesichert, sollten wir unbedingt gute Risiken eingehen. Dann können wir auch gute Renditen erwarten.

Wenn wir das einmal richtig verstanden haben, blockiert uns unser übermäßiges Sicherheitsdenken auch nicht mehr auf unserem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.

„Normalerweise zahlt der Arbeitgeber meine Fortbildungen.“

Das ist eine Aussage, die uns per E-Mail erreicht hat, wo sich jemand für unseren Geldanlage-Kurs „How To Make Altersvorsorge Suck Less“ interessiert hat.

Die Person wollte nicht selbst für ihre Weiterbildung bezahlen. Sie war der festen Überzeugung, dass ihre Firma dafür aufkommen sollte.

Aber wozu führt solch eine Denkweise? „Eigentlich hätte das jemand anderes machen sollen, also kümmert sich halt keiner um meine finanzielle Unabhängigkeit.“

Das Gute ist aber: Wir haben die Wahl. Wir können uns die ganze Zeit ausgiebig darüber aufregen, dass sich die Chefin um bestimmte Sachen nicht „kümmert“ und dass der Staat die Rente nicht im Griff hat… oder wir können die Sache in die eigene Hand nehmen und für uns das Beste aus der aktuellen Situation machen.

Das absolute Fundament, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, bildet die Eigenverantwortung.

Nur, wenn wir selbst das Ruder in die Hand nehmen und es nicht äußeren Faktoren überlassen, wie unser Leben verläuft, werden wir uns mit unseren Finanzen wohlfühlen und sicher den Ruhestand anpeilen können.

Warten wir darauf, dass sich andere um uns kümmern, sind wir verloren.

Denn niemand anderes als wir selbst, bestimmt über unsere finanzielle Situation. Nicht unsere Familie, Freunde, der Staat oder sonst wer; auch nicht der Auftraggeber, der einfach nicht einsieht, dass unsere Leistung mehr wert ist, als er zahlen will. Oder unser Chef, der uns immer mehr Arbeit auf den Tisch legt, als wir bewältigen können, aber zu keiner Gehaltserhöhung bereit ist.

Wir entscheiden uns dafür, die Überstunden zu machen, um unserem Chef zu gefallen oder eine Dienstleistung anzubieten, die nicht genug gefragt ist, um hohe Preise aufzurufen. Wir entscheiden uns, eine Beziehung mit Person x zu führen und in der Stadt y zu leben.

Wir leben heutzutage in einem solchen Luxus, dass wir konstant unsere Lebensentscheidungen neu treffen können und unbedingt müssen. Denn entscheiden wir nicht aktiv, kommen wir aus dem Agieren ins Reagieren und geben das Ruder für unser Leben aus der Hand.

Wenn wir finanzielle Unabhängigkeit erreichen wollen, müssen wir auch alles dafür tun, was in unserer Macht steht, um das zu schaffen. Falls beispielsweise unsere gesetzliche Rente nicht so hoch ausfällt wie gewünscht, müssen wir selbst privat vorsorgen. Wenn wir zu schlecht bezahlt werden, sollten wir uns in Gehaltsverhandlungen fortbilden oder einen anderen Job suchen.

Das ist alles sicherlich nicht immer einfach, aber die einzige Möglichkeit, sicher finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

„Bei mir geht das nicht!“

In unseren Beiträgen erzählen wir gerne mal, dass wir kein Auto haben, weil wir es persönlich überflüssig finden und kein Geld darin versenken wollen. Und dass es aus unserer Sicht eine gute Idee ist, sich ganz genau zu überlegen, ob man sich eins anschaffen will oder ob es nicht gute Alternativen gibt.

Einige Leute schreiben uns dann, dass sie ihr Auto bräuchten: „Ich kann das in meiner Situation nicht einfach abschaffen.” Oder sie ziehen in eine große Wohnung, weil sie sagen, dass sie einfach mehr Platz brauchen.

Um das mal vorwegzunehmen: Es ist natürlich total ok, ein Auto zu haben oder in eine größere Wohnung zu ziehen! Natürlich!

Aber wir kennen kinderreiche Leute, die ohne Auto wunderbar zurechtkommen. Und wir kennen Menschen, die in einer 40qm-Wohnung sehr glücklich sind.

Erfolgreiche Unternehmer-Freunde von uns wohnen sogar mit zwei kleinen Kindern in einem 16qm-Zimmer in einer WG. Und ja, sie haben auch noch eine kleine Holzhütte im Wald, um am Wochenende mal rauszukommen.

Das sind nur Beispiele und es geht hier auch gar nicht darum, dass so ein Leben für jeden erstrebenswert sein sollte.

Aber was ich damit sagen will: “Bei mir geht das nicht” bedeutet, dass ich keinen Einfluss habe und in einer passiven Rolle bin, was meine Lebensumstände betrifft. 

Im Grunde geht fast alles, wenn wir ein Ziel verfolgen. Was wir aber oft nicht wollen, ist, den Preis dafür zu zahlen. Und das ist ehrlicherweise oft das, was Leute eigentlich meinen, wenn sie sagen “Bei mir geht das nicht”.

Um aus der Nummer rauszukommen, sollten wir uns aktiv für die eine oder die andere Seite entscheiden:

“Ich mache das so, weil ich das möchte und mir xyz wichtig ist” oder “Ich bin nicht bereit, die Konsequenzen zu tragen, die durch solch eine Veränderung entstehen würden” ist beides total ok.

Genau so auch: “Ich weiß nicht, wie ich das in meiner Situation hinbekommen soll”. 

Wenn wir zugeben, dass wir gerade nicht wissen, wie wir etwas hinkriegen sollen, können wir viel leichter eine Lösung finden, als wenn wir die ganze Zeit im Rechtfertigungs-Modus sind.

Also zusammengefasst: Entweder macht es Sinn, nach einer Lösung zu suchen, wenn uns etwas wichtig ist – die Frage sollte dann lauten: “Wie kann das für mich funktionieren?” oder sich (aktuell) dagegen zu entscheiden. Die Aussage wäre dann: “Das ist mir aktuell nicht wichtig” bzw. “Der Preis ist mir zu hoch”.

Darum sollten wir für uns klären, ob finanzielle Unabhängigkeit ein Ziel ist, was wir wirklich erreichen wollen und wofür wir bereit sind, den Preis zu zahlen. Und dann auch entsprechend handeln.

Wenn wir nicht bereit sind, nach Lösungen zu suchen und immer nur schauen, warum das für uns nicht funktioniert, werden wir auch keine finanzielle Unabhängigkeit erreichen können. So viel ist klar.

„Finanzielle Unabhängigkeit ist nichts für Leute wie uns.“

Die bisherigen drei Punkte waren wichtig, aber dieser hier ist der, mit dem die allermeisten Leute Probleme haben. Und gleichzeitig ist er auch der Wichtigste. Denn selbst, wenn Du die ersten drei Herausforderungen bewältigst, aber das hier nicht stimmt, dann wird es sehr unwahrscheinlich, dass Du überhaupt finanziell unabhängig werden kannst.

„Du selbst bist der Durchschnitt aus den fünf Menschen, mit denen Du Dich am meisten umgibst.“ hat der erfolgreiche Unternehmer Jim Rohn einst gesagt. Den Spruch hast Du vielleicht schon mal gehört.

Das heißt im Umkehrschluss, dass wir eine sehr harte Zeit haben werden, unsere finanzielle Situation zu verbessern, wenn unser Umfeld gegen uns arbeitet.

Und damit meine ich gar nicht so extreme Fälle, wo Dich vielleicht Deine “Freunde” auslachen, weil Du finanziell unabhängig werden willst oder sowas. Von solchen Leuten würdest Du Dich vermutlich eh fernhalten.

Es geht schlichtweg darum, was in unserem Umfeld normal ist. Wenn die Menschen, mit denen wir am meisten Zeit verbringen, beispielsweise jeden Monat ihr ganzes Geld ausgeben und nicht an ihre finanzielle Zukunft denken, dann haben wir das Gefühl, dass das der Standard ist. Und davon abzuweichen super komisch wäre.

Wir sind nun einmal so programmiert, dass wir zur Gruppe dazugehören wollten, weil früher sogar unser Überleben davon abhing. Wenn wir etwas ändern wollen, aber alle anderen machen es anders, ist es unfassbar schwer, den Mut aufzubringen, seinen Weg durchzuziehen. Das ist ganz normal.

Wir sind also unbewusst darauf getrimmt, uns an unser soziales Umfeld anzupassen. Aber dieses haben wir uns normalerweise nicht aktiv ausgesucht. Wir lernen Leute in der Schule oder in der Uni und später bei der Arbeit kennen. Und oft teilen wir ja auch Interessen oder Fähigkeiten.

Aber nicht unbedingt unsere Ambitionen, was finanzielle Unabhängigkeit angeht. Und gerade im Erwachsenenalter ist es echt schwierig, gleichgesinnte Leute kennenzulernen. Noch schwieriger wird es, wenn man introvertiert ist oder wenig Zeit hat.

Und so bleiben uns nur zwei Möglichkeiten, wenn wir finanziell unabhängig werden wollen, die Menschen um einen herum aber ganz anders drauf sind:

Entweder müssen wir uns aktiv gegen die Konventionen in unserem Umfeld wehren und gegen den Strom schwimmen. Das ist dann super anstrengend und erfordert extrem viel Biss.

Oder wir suchen uns einen Kreis von Leuten, in dem das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit total normal ist. Dann brauchen wir deutlich weniger Kraft und unsere Erfolgsaussichten steigen enorm.

Die Sache ist ja die: Die meisten Finanzexperten erklären nur, wie man zum Beispiel in ETFs investiert, also das rein technische. Aber wir setzen nicht einfach das um, was uns Experten raten – dann wäre ja alles recht einfach.

Wir machen das, was unser Umfeld macht und für uns unbewusst als normal gilt – das haben wir ja gerade gesehen.

Das Psychologische ist also super wichtig. Und darum haben wir eine Community ins Leben gerufen, wo das Ziel, finanziell unabhängig zu werden, der Normalfall ist. Dort gehen alle in die gleiche Richtung und Du bekommst den sozialen Support, den Du brauchst – neben dem notwendigen Fachwissen natürlich.

Wenn Du nun Lust hast, zusammen mit Gleichgesinnten Dein Ziel zu verfolgen, dann komm doch zuallererst mal in unser kostenloses Webinar. Danach solltest Du Durchblick haben, was es braucht, um finanziell unabhängig zu werden und Du kannst dann entscheiden, ob Du Teil der Community werden willst.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 14. November, 2023
LETZTE AKTUALISIERUNG: 11. Dezember, 2023
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