Der wohl vollständigste ETF-Sparplan-Rechner: Wie viel Geld brauchst Du für Deine finanzielle Sicherheit?

Letztes Update: 11. Dezember 2025

✓ Vollständige Lebensplanung: Anspar- und Entnahmephase in einem Modell – mit Kapitalverzehr oder ewiger Rente.

✓ Reale Zahlen statt Fantasiewerte: Alle Kosten, deutsche Fondsbesteuerung (Abgeltungsteuer, Vorabpauschale) und Inflation eingerechnet – Ergebnisse in heutiger Kaufkraft. Du siehst sofort, was Du Dir später wirklich leisten kannst.

✓ Risikomanagement: Optionale Anleihen-Beimischung in der Entnahmephase für mehr Sicherheit während turbulenter Börsenzeiten.

✓ Volle Transparenz: Detaillierte Jahresübersicht statt einem einzigen Endwert – mit allen Einzahlungen, Steuern und Entnahmen. Du erkennst genau, wie sich Dein Vermögen entwickelt – Jahr für Jahr nachvollziehbar.

✓ Ehrliche Einordnung: Wir erklären die Grenzen des Rechners und Marktrisiken. Du weißt, was der Rechner zeigen kann – und was nicht.

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ETF-Workshop: Das musst Du wissen, bevor Du in ETFs investierst

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Invest * Zeit = Dein Weg in die finanzielle Selbstbestimmtheit!

Finanzielle Freiheit ist ein Trendwort, das seit einiger Zeit in aller Munde ist. Während es zwar falsche Hoffnungen wecken kann (dazu später mehr), finden wir es trotzdem gut.

Denn dahinter steckt, dass Menschen nach mehr Unabhängigkeit streben und auch die Verantwortung übernehmen wollen, den eigenen Lebensunterhalt für später abzusichern.

Klar, einerseits wird die staatliche Rente nicht reichen – und das ist auch der Hauptgrund, warum immer mehr Menschen mit dem Vermögensaufbau mit ETFs loslegen. 

Andererseits geht bei vielen auch der Wunsch dahin, mehr Zeit für die wirklich bedeutenden Dinge im Leben zu haben und weniger in einem möglicherweise nicht erfüllenden Job zu verbringen.

Doch wann ist eigentlich dieser Zeitpunkt X erreicht, an dem Du nicht mehr Einkünfte durch Deine Arbeitsleistung zu erwirtschaften brauchst und wie viel musst Du investieren, um dahin zu kommen? 

Mit unserem ETF-Sparplan-Rechner kannst Du ganz einfach selbst ermitteln, wie viel Geld Du jetzt in einen Sparplan beiseite legen musst, um Deinen Lebensunterhalt ab 40 Jahren oder 70 oder irgendwas dazwischen – ganz nach Anlegertyp und Sparziel – entspannt aus Deinem Vermögen bestreiten zu können.

Wie viel musst Du investieren? So ermittelst Du Deine optimale monatliche Sparrate

Zunächst solltest Du einmal grob abschätzen, wie viel Geld Du zum großen Zeitpunkt X an regelmäßigem Einkommen wirklich brauchen wirst.

Je früher Du aufhörst, am normalen Erwerbsleben teilzunehmen, desto negativer wirkt sich das natürlich auf Deine gesetzlichen Rentenansprüche aus und Du wirst privat mehr dazugeben müssen, klar.

Kalkuliere vor allem nicht zu knapp. Schließlich möchtest Du später nicht entscheiden müssen, ob Du Dir die lang ersehnte Reise oder die besseren Medikamente leisten kannst. Schauen wir also mal, wie Du Dich der notwendigen Rentenhöhe nähern kannst.

Wie viel Geld brauchst Du realistisch im Alter?

Grundsätzlich ist es enorm hilfreich, sich einmal genau zu überlegen, was auf der einen Seite Dein Ego gerne hätte und was Du auf der anderen Seite wirklich brauchst, um ein glückliches Leben zu führen. Daran bemisst sich der Betrag, auf den Du mit Deinem ETF-Sparplan “hinsparst”.

Nach aktuellem Stand der Dinge bleiben Dir 40 Prozent vom letzten Nettolohn als staatliche Rente. Das ist nicht üppig. Und diesen Betrag erhältst Du auch nur in voller Höhe, wenn Du mit 67 in Rente gehst. Andernfalls ist eine ganze Ecke weniger zu erwarten.

Wenn wir davon ausgehen, dass Deine derzeitigen privaten Altersvorsorge-Sparraten für die Rente wegfallen, weil Du von denen ja leben möchtest, bleiben noch Fix-, Lebenshaltungs- und Komfortkosten übrig, aus denen Du Deinen Investitionsbedarf für den ETF-Sparplan ermitteln kannst.

Rechne auch hier lieber großzügig und getreu dem Motto „lieber haben, was man nicht braucht, als brauchen, was man nicht hat“

Kostenüberblick: Das gibt der Durchschnittsdeutsche pro Monat aus

Der tatsächliche Betrag ist sehr individuell und hängt von Deinen persönlichen Lebensumständen ab. Aber wir müssen uns ja irgendwie annähern.

Wir nehmen daher mal die Daten des statistischen Bundesamtes zu Hilfe. Der Durchschnittsdeutsche im Singlehaushalt hat 2022 1.833 Euro pro Monat ausgegeben:

Ausgaben pro Monat, 1-Personen-Haushalt
POSTEN
BEISPIELE
KOSTEN
Wohnen, Energie, Wohnungsinstandhaltung
Miete, Strom, Heizung, Wasser, Instandhaltung Eigenheim
752 €
Lebensmittel, Getränke, Tabakwaren
Essen, Trinken, Tabak
245 €
Verkehr
Auto, ÖPNV, Fahrrad, Wartung, Tanken
203 €
Freizeit, Sport und Kultur
Kino, Konzerte, Hobbys, Sport, Kultur
148 €
Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen
Restaurant, Café, Imbiss, Hotel
99 €
Information und Kommunikation
Handy, Internet, Post, Geräte
87 €
Innenausstattung & Haushaltsgeräte/-gegenstände
Möbel, Haushaltsgeräte, Haushaltswaren
82 €
Gesundheit
Medikamente, Arztkosten, Reha, Vorsorge
77 €
Andere Waren und Dienstleistungen
Drogerie, Körperpflege, Dienstleistungen, Haushaltsbedarf
68 €
Bekleidung und Schuhe
Kleidung, Schuhe
60 €
Bildungsdienstleistungen
Weiterbildung, Kurse, Gebühren
7 €
Versicherungs- und Finanzdienstleistungen
Kontogebühren, Versicherungen (ohne Krankenversicherung)
5 €

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis): Private Konsumausgaben nach Haushaltstyp (1-Person-Haushalt), Laufende Wirtschaftsrechnungen (LWR), Datenjahr 2022, Abruf am 08.12.2025

Also aus unserer Sicht kann man an den Posten Bekleidung und Transport noch ganz schön schrauben: Brauchst Du wirklich ein Auto? Kannst Du Dein Ego etwas zähmen und weniger Klamotten kaufen (die Du sonst ehrlicherweise gekauft hättest, damit andere Dich toll finden)?

Und auch, wenn Du später nicht den billigsten Zahnersatz nimmst und noch die ein oder andere Reise planst, dürftest Du nicht mehr so viel Geld wie derzeit als Berufstätige brauchen.

Aber wir rechnen vorsichtig:

Gehen wir beispielsweise davon aus, dass Du Deine Kosten zwar nicht groß reduzieren kannst, jedoch 40 Prozent aus der gesetzlichen Rente bekommst, brauchst Du künftig 1.000 Euro pro Monat bzw. 12.000 Euro pro Jahr an zusätzlichen Einnahmen (1.695 Euro * 0,6 = 1.017 Euro) .

Klar, dies ist nur ein simples Beispiel, denn wie schon erwähnt hängt dieser Wert insbesondere vom persönlichen Lebensstandard, Deiner Wohnsituation (Single- vs. Mehr-Personen-Haushalt), dem aktuellen Einkommen und natürlich dem Renteneintrittsalter ab.

Ewige Rente vs. begrenzte Rente

Für die Berechnung Deines “Rentenbedarfs” gibt es zwei Möglichkeiten: Die Zahlung einer

  • ewigen Rente, ohne dass Dein Vermögen jemals aufgebraucht wird oder einer
  • begrenzten Rente bis zu einem bestimmten Alter, an dem das Geld weg sein darf.
Ewige Rente

Bei der ewigen Rente kannst Du – wie der Name schon sagt – auf ewig einen bestimmten Betrag regelmäßig entnehmen. Da Du hier nur maximal die eingefahrene Rendite (also den “Überschuss”) entnimmst, bleibt der Grundbetrag, den Du angespart hast, bestehen. Oder er kann sogar noch wachsen!

Um grob abzuschätzen, wie groß Dein Endkapital für eine ewige Rentenzahlung sein muss, kannst Du einfach Deinen jährlichen Bedarf mit 25 multiplizieren. Dieser Betrag sollte in einem globalen ETF stecken, damit das Ganze funktioniert (mehr dazu gleich).

Beispiel 1 (mit den Annahmen von oben): 

Regelmäßiger Bedarf: 1.000 Euro pro Monat bzw. 12.000 Euro pro Jahr

Notwendige Investition: 12.000 Euro * 25 = 300.000 Euro

→ Um unbegrenzt 1.000 Euro pro Monat entnehmen zu können, musst Du 300.000 Euro am Kapitalmarkt anlegt haben. 

Beispiel 2:

Regelmäßiger Bedarf: 3.000 Euro pro Monat bzw. 36.000 Euro pro Jahr

Notwendige Investition: 36.000 Euro * 25 = 900.000 Euro

→ Um unbegrenzt 3.000 Euro pro Monat entnehmen zu können, musst Du 900.000 Euro am Kapitalmarkt anlegt haben.

Rendite, Rendite, Rendite – Diese Faktoren beeinflussen Deinen Ertrag

Auf dem Börsenparkett werden inzwischen zig verschiedene ETFs gehandelt. Als Laie kann man da schnell den Überblick verlieren. Wir empfehlen grundsätzlich globale ETFs für die Altersvorsorge zu wählen, denn:

  • Du streust Dein Risiko: Indem Du in globale ETFs investierst, legst Du Dein Geld in die z.B. fast 9.000 wertvollsten Unternehmen der Welt an.
    Dank der bunten Mischung aus ganz vielen Ländern und Branchen nimmst Du am weltweiten Wirtschaftswachstum teil und vermeidest Klumpenrisiken.
  • Renditen sind gut schätzbar: Nischen-ETFs versprechen vielleicht überdurchschnittliche Rendite-Chancen, aber das Pendel kann auch schnell in die andere Richtung ausschlagen.
    Zu schmal zu investieren gleicht eher einem Glücksspiel. Bei einem globalen ETF hingegen kannst Du auf jahrzehntelange Datenreihen schauen und eine Rendite von 7 bis 8 Prozent bzw. 5 bis 6 Prozent nach Inflation erwarten.
    Das ist doch schonmal deutlich mehr als Dein Tagesgeldkonto hergibt.

Diese Faktoren beeinflussen Deine Rendite außerdem:

  • Steuern: Solltest Du Deinen persönlichen Freibetrag von 1.000 Euro an Gewinnen überschreiten, fallen Steuern an. 
  • Inflation: Waren und Dienstleistungen werden kontinuierlich teurer oder anders formuliert: Dein Geld verliert an Kaufkraft. Wer sich das praktisch mal anschauen möchte, googelt am besten mal nach dem Big Mac Index 😉 Hier wird deutlich, wie sehr sich Preise im Zeitverlauf ändern.
  • Kosten: ETFs sind im Vergleich zu aktiven Investmentfonds super günstig, aber nicht kostenlos. Diese Gebühren solltest Du daher kennen und bei der Auswahl im Hinterkopf behalten:

    • TER: Hinter der Abkürzung verbirgt sich der kryptische Name Total Expense Ratio. Gemeint sind hier die jährlichen Kosten, die bei einem ETF anfallen. Dazu zählen beispielsweise Verwaltungs- und Marketingausgaben, aber auch Vertriebskosten. Als Orientierung kannst Du Dir merken, dass Dein ETF eine TER von unter 0,2 Prozent haben sollte. 
    • Transaktionskosten: Die Transaktionskosten sind nicht in der TER enthalten und kommen seitens Deines Brokers noch on top. Inzwischen gibt es aber zahlreiche Broker, bei denen Du Deine Sparpläne kostenlos oder extrem günstig besparen kannst. Welche das sind, findest Du in unserem  Broker-Vergleich.

Typische Stolperfallen beim Investieren in ETFs

Mit einem ETF kannst Du Dein Geld unkompliziert am Kapitalmarkt anlegen und so von der weltweiten Wirtschaftsentwicklung profitieren, das haben wir ja schon erzählt. Klingt super, oder? Es gibt allerdings ein paar Stolpersteine beim Investieren in ETFs, die Du kennen und vermeiden solltest. Hier unsere Top 3: 

  1. Fehlendes Grundwissen
    Bevor Du investierst, setze Dich einmal rudimentär mit dem Thema ETFs und insbesondere Deiner grundsätzlichen Risikotragfähigkeit auseinander. Falls Du Hilfe brauchst oder Fragen hast, melde Dich für unser kostenloses Webinar an. Wichtig ist, dass Du weißt, wie Du in Krisenzeiten die Nerven behältst und die richtigen Investmententscheidungen triffst.
  2. Sich bei den Kosten verzetteln
    Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sind ETFs die Superschnäppchen. Die laufenden Kosten (TER) sind verhältnismäßig gering und unterscheiden sich nur durch Nuancen. Darum brauchst Du Dich hiermit nicht lange zu beschäftigen. Auch die Transaktionskosten sind mittlerweile uninteressant, wenn Du zu einem jüngeren Broker gehst: Es gibt Depots mit kostenlosen ETF-Sparplänen. Welche das sind und welche wir Dir empfehlen, erfährst Du hier
  3. Auf überdurchschnittliche Gewinne spekulieren
    Du wirst nie systematisch den perfekten Ein- oder Ausstieg am Kapitalmarkt treffen können. Setze also am besten auf Beständigkeit (bzw. Buy and Hold, wie der Experte sagen würde) und nimm einfach die Marktrendite mit. Vermeide außerdem Branchen- oder Länderwetten. Langfristig zahlt sich das deutlich mehr aus.

Wie funktioniert der ETF-Sparplan-Rechner im Detail?

Ansparphase: Dein Vermögensaufbau

In der Ansparphase investierst Du monatlich einen festen Betrag in einen thesaurierenden Aktien-ETF. Thesaurierend bedeutet: Die Erträge werden automatisch wieder angelegt. So profitierst Du vom Zinseszinseffekt.

Deine Einzahlungen erfolgen per Sparplan zu Beginn jedes Monats (vorschüssig). Das ist der Standard bei den meisten Sparplänen und bringt Dir einen kleinen Vorteil, weil Dein Geld sofort arbeitet. Die meisten Sparpläne buchen zu Monatsbeginn ab, Dein Geld arbeitet also den ganzen Monat für Dich. Das bringt über 30 Jahre einen messbaren Vorteil gegenüber Zahlungen am Monatsende.

Die Rendite legst Du selbst fest. Als Beispiel nutzen wir 8% pro Jahr – das entspricht der historischen Durchschnittsrendite globaler Aktien über die letzten Jahrzehnte.

Wichtig: Wir rechnen mit konstanten Durchschnittsrenditen. In der Realität schwanken Aktienkurse stark – mal steigen sie, mal fallen sie. Für eine langfristige Planung über 20-30 Jahre ist die Durchschnittsrendite ein guter Anhaltspunkt, um zu sehen, was mit einer disziplinierten Geldanlage möglich ist.

Natürlich gibt es auch komplexere Methoden wie die Normalverteilung oder Monte-Carlo-Simulationen, aber auch sie können keine Sicherheit bieten. Ihre Aussagekraft ist ebenfalls begrenzt, denn solche Analysen stützen sich auch auf vergangene Daten und können daher nur Entwicklungen in die Zukunft fortschreiben, aber genau so wenig Garantien liefern.

Bedenke also, dass die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Durchschnittswerten abweichen werden. Historische Werte sind immer nur ein Anhaltspunkt und keine Garantie. Wir empfehlen daher, verschiedene Szenarien zu rechnen - auch mal mit niedrigeren Renditen - damit Du ein Gefühl für einen realistischen "Korridor" bekommst.

Wir rechnen weiterhin mit täglicher Verzinsung (365 Tage). Das ist genauer und entspricht besser der Realität an der Börse, wo Kurse täglich schwanken.

Die Kosten (TER) ziehen wir von Deiner Rendite ab. Wir empfehlen als Beispiel 0,1% – das ist typisch für günstige, breit gestreute ETFs auf weltweite Aktienindizes. Die TER wird monatlich abgezogen (1/12 pro Monat).

Zusätzlich solltest Du bedenken, dass ETFs intern noch Steuerbeträge auf Dividenden zahlen müssen (z. B. ausländische Quellensteuern). Diese siehst Du nicht in der TER, sie wirken aber wie zusätzliche Produktkosten, weil sie die Rendite reduzieren, bevor irgendetwas bei Dir als Anleger ankommt.

Für globale Aktien-ETFs ist dieser interne Steuerabzug gut erforscht:
• Weltweit liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bei etwa 2 %.
• Davon behalten viele Staaten rund 15 % Quellensteuer ein.
• Effektiv verliert ein ETF dadurch etwa 0,25–0,35 % Rendite pro Jahr.

Damit Deine Rechnung realistisch bleibt, empfehlen wir deshalb, in diesem Feld etwa 0,3 % zusätzlich einzuplanen. Dieser Wert ist ein guter Durchschnitt für ein weltweites Aktienportfolio.

Während der Ansparphase rechnen wir nominal; die Inflation fließt nicht in die Berechnungen ein. Am Ende zeigen wir Dir aber zusätzlich, was Dein angespartes Kapital in heutiger Kaufkraft wert ist. Wir empfehlen als Beispiel 2%; das ist die langfristige Zielinflation der Europäischen Zentralbank.

Steuern während der Ansparphase

Hier berücksichtigen wir die sogenannte Vorabpauschale. Das ist eine jährliche pauschale Besteuerung auf Buchgewinne. Die gute Nachricht: Aktien-ETFs haben eine 30% Teilfreistellung – nur 70% der Erträge müssen versteuert werden.

Die Vorabpauschale wird auf Basis des "Basiszinses" berechnet, der jährlich vom Bundesfinanzministerium veröffentlicht wird. Für 2025 beträgt er 2,53%. Wir aktualisieren diesen Wert manuell jedes Jahr im Januar.

Dein Steuersatz setzt sich zusammen aus: 25% Abgeltungssteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer (8% in Bayern/Baden-Württemberg oder 9% in anderen Bundesländern). Der jährliche Freibetrag von 1.000€ wird automatisch berücksichtigt.

Entnahmephase: Deine ETF-Rente

Nach der Ansparphase beginnt die Entnahmephase. Du entnimmst jetzt regelmäßig Geld, um Deine Rente zu finanzieren oder aufzustocken. Du hast die Wahl zwischen zwei Strategien:

  • Mit Kapitalverzehr (Standard): Dein Kapital wird über die gewählte Dauer (z.B. 30 Jahre) aufgebraucht. Du entnimmst mehr, als Dein Portfolio an Rendite erwirtschaftet. Am Ende ist nichts mehr übrig, aber Du hattest eine höhere monatliche Rente.
  • Ewige Rente: Dein Kapital bleibt erhalten (in heutiger Kaufkraft). Du entnimmst nur die Erträge nach Kosten, Steuern und Inflation. Die Rente ist niedriger, aber theoretisch unbegrenzt lang. Am Ende hast Du noch Dein gesamtes Kapital und kannst es beispielsweise vererben.

Warum zeigen wir bei "Ewige Rente" 50 Jahre in der Tabelle? Damit Du siehst: Die Entnahmen sind nachhaltig. Natürlich kannst Du länger als 50 Jahre entnehmen – deshalb heißt es "ewig". Wir begrenzen die Anzeige nur aus praktischen Gründen (sonst würde die Tabelle zu lang). Die Mathematik funktioniert aber für unbegrenzte Dauer.

Falls Du Dich wunderst, warum das Kapital in der Tabelle steigt: Die Tabellen zeigen beide nominale Werte. Wenn Du also mit einer Inflationsrate rechnest, wächst das Kapital auch in der Entnahmephase nominal, real bleibt es in etwa gleich.

Portfolio-Aufteilung (optional)

Hier kannst Du wählen, ob Du weiterhin zu 100% in Aktien-ETF investiert bleibst, oder ob Du einen Teil in risikoarme Anlagen (Anleihen-ETF) umschichtest. Das ist typisch für die Altersvorsorge: In jungen Jahren risikoreich ansparen, im Alter konservativer werden. Die Aufteilung kannst Du per Slider frei wählen (z.B. 60% Aktien / 40% Anleihen).

Wichtig zur Umschichtung: In der Realität würdest Du etwa 10 Jahre vor Renteneintritt beginnen, Deine neuen Sparraten teilweise in sichere Anlagen zu investieren. So kommst Du ohne große Umschichtung (und ohne zusätzliche Steuern) zum gewünschten Mix. Unser Rechner vereinfacht das: Die Aufteilung passiert "magisch" zu Rentenbeginn. Das macht das Ergebnis leicht optimistischer als die Realität (der Fehler beträgt typischerweise 1-2% vom Endkapital), dafür ist der Rechner viel einfacher zu verstehen und zu bedienen. Die Vereinfachung ist für eine langfristige Orientierung völlig in Ordnung.

Anleihen-ETF als Stellvertreter: Für die risikoarme Komponente rechnen wir mit Anleihen-ETFs. Die Besteuerung unterscheidet sich etwas von Bankguthaben. Wenn Du in der Realität Tagesgeld, Festgeld oder einen Bankguthaben-Anleihen-Mix nutzt, ist unser Rechner trotzdem eine gute Näherung. Die Unterschiede in der Besteuerung sind gering genug, dass unsere Berechnung eine solide Orientierung gibt.

Wir empfehlen als Beispiel 2% Rendite für den risikoarmen Baustein.

Deine Entnahmen gibst Du in "heutiger Kaufkraft" ein. Wenn Du sagst "Ich will 1.500€ im Monat", dann rechnen wir aus, wie viel das in 30 Jahren nominal sein wird (wegen der Inflation). Die Entnahmen steigen dann jedes Jahr um die Inflationsrate, damit deine Kaufkraft konstant bleibt. So kannst Du Dir in 20 Jahren genauso viel leisten wie am Anfang.

Wenn Du ein Portfolio aus Aktien und Anleihen hast, entnehmen wir nicht einfach proportional. Stattdessen passen wir die Entnahmen so an, dass Dein gewünschtes Verhältnis (z.B. 60/40) erhalten bleibt. Wenn die Aktien stark gewachsen sind, entnehmen wir automatisch etwas mehr aus Aktien – so bleibt dein Portfolio ausbalanciert, ohne dass du manuell umschichten musst.

Steuern bei Entnahmen

Steuern bei Entnahmen: Bei jeder Entnahme verkaufst du ETF-Anteile. Das löst Veräußerungssteuer (Abgeltungssteuer) aus. Wir berechnen den Gewinn (Verkaufspreis minus Anschaffungskosten) und versteuern ihn. Auch hier gilt die 30% Teilfreistellung für Aktien-ETF (0% für Anleihen-ETF).

Die bereits gezahlte Vorabpauschale wird angerechnet, damit Du nicht doppelt zahlst. Technisch müsste die Vorabpauschale für jeden einzelnen ETF-Anteil berechnet werden – je nachdem, wann Du ihn gekauft hast. Wir vereinfachen das und rechnen auf Dein Gesamt-Depot. Der Unterschied ist minimal und für eine Planung völlig vernachlässigbar. Der Freibetrag von 1.000€ wird dabei optimal verteilt: Zuerst für Anleihen (weil dort keine Teilfreistellung gilt), dann für Aktien.

Hinweis für bestehendes Depot: Der Rechner geht davon aus, dass Dein Anfangskapital JETZT frisch investiert wird – die Anschaffungskosten entsprechen also dem eingegebenen Betrag. Wenn Du stattdessen Dein bereits vorhandenes Depot eingibst, werden die Steuern in der Entnahmephase unterschätzt, weil Dein echtes Depot bereits Buchgewinne enthält.

Beispiel: Dein Depot ist heute 100.000€ wert, Du hast aber nur 60.000€ eingezahlt (40.000€ sind Gewinn). Der Rechner nimmt an, Du hättest 100.000€ Anschaffungskosten. Bei einer Entnahme von 10.000€ rechnet er mit 0€ Gewinn (und 0€ Steuern), obwohl real 4.000€ Gewinnanteil enthalten wären.

Wie damit umgehen? Für eine grobe Orientierung kannst Du trotzdem Deinen Depotwert eingeben – die Abweichung ist meist überschaubar.

Kennzahlen einfach erklärt

Effektive Rendite (IRR)

Der Rechner zeigt dir am Ende die "Netto-Realrendite (IRR)" – das ist der Internal Rate of Return (IRR), also die tatsächliche jährliche Rendite nach allen Abzügen:

  • Kosten (TER)
  • Steuern (Vorabpauschale + Veräußerungssteuer)
  • Inflation

Das ist die "echte" Rendite in Kaufkraft – die Kennzahl, die wirklich zählt.

Beispiel: Bei 8% Bruttorendite (vor Kosten), 0,1% TER, 2% Inflation und Steuern bleiben real oft nur 4-5% p.a. übrig. Die IRR zeigt Dir genau, wie viel Dein Geld tatsächlich für Dich gearbeitet hat.

Wie berechnen wir die IRR? Wir schauen uns alle Deine Ein- und Auszahlungen über die gesamte Laufzeit an (inkl. Anfangskapital) und berechnen die interne Verzinsung. Dann ziehen wir die Inflation ab mit der Fisher-Formel: Real IRR = (1 + Nominal IRR) / (1 + Inflation) - 1. Das ist die
mathematisch korrekteste Methode.

Kaufkraft vs. Nominal

  • Nominal bedeutet: Euro-Beträge in der Zukunft, ohne Berücksichtigung der Inflation.
  • Kaufkraft (oder "real") bedeutet: Was kannst Du Dir davon in heutigen Preisen leisten?

Beispiel: 100.000€ in 30 Jahren sind nominal 100.000€. Bei 2% Inflation haben sie aber nur noch die Kaufkraft von ca. 55.000€ heute. Wir zeigen Dir beides – damit Du ein realistisches Bild bekommst.

Wichtig zu wissen

Das können wir für dich tun

✓ Orientierung geben: Der Rechner zeigt Dir, was mit langfristigem, diszipliniertem Sparen möglich ist.
✓ Szenarien vergleichen: Was passiert, wenn ich mehr spare? Länger spare? Mit oder ohne risikoarmen Anlagen?
✓ Realistische Schätzung: Wir berücksichtigen Steuern, Kosten und Inflation – das unterscheidet
uns von vielen vereinfachten Rechnern.
✓ Transparenz: Wir zeigen Dir genau, was wir vereinfachen und warum.

Das können wir NICHT für dich tun

✗ Die Zukunft vorhersagen: Niemand weiß, wie sich Märkte entwickeln werden.
✗ Garantien geben: Historische Renditen sind ein Anhaltspunkt, aber keine Garantie. Plane immer einen ordentlichen Puffer ein.
✗ Individuelle Beratung: Dieser Rechner ersetzt keine persönliche Finanzberatung.
✗ Alle Details abbilden: Für absolute Genauigkeit müsstest Du Deine echten Käufe, Verkäufe und Steuerbescheide nehmen.

Disclaimer

Dieser Rechner dient ausschließlich zu Informations- und Planungszwecken. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren. Die Berechnungen basieren auf der aktuellen Rechtslage (Stand 2025) – Steuergesetze können sich ändern.

Historische Werte sind ein Anhaltspunkt, aber keine Garantie für die Zukunft. Die tatsächlichen Ergebnisse werden von den berechneten Durchschnittswerten abweichen. Lass Dich von diesen Zahlen inspirieren, aber plane immer mit einem Puffer, um flexibel auf unerwartete Ereignisse und Entwicklungen reagieren zu können.

ETF-Workshop: Das musst Du wissen, bevor Du in ETFs investierst

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