ETFs gelten als die beste Form der Geldanlage für normale Menschen wie Dich und mich. Das ist heutzutage kein wirkliches Geheimnis mehr, zumindest wenn man seriöse Quellen wie die Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest und Co. befragt.
Wir sind auch absolut pro ETFs. Aber nichts ist eben nur gut oder nur schlecht. Schauen wir mal, wann selbst wir empfehlen, besser die Finger von ETFs zu lassen.
„In Euren Videos sagt Ihr oft, dass breitgestreute Welt-ETFs für die ‚allermeisten‘ die beste Geldanlage für die Altersvorsorge sind. Für wen sind sie es denn nicht? Liebe Grüße Navin“
Gute Frage, dazu haben wir mal drei Punkte rausgearbeitet, wann das keinen Sinn macht:
1. Zu kurzer Anlagehorizont: Wann ETFs nicht geeignet sind
Mit ETFs kannst Du langfristig sehr sicher Gewinne machen, sie sind aber keine schnellen Reichtumsquellen (gibt es eh nicht in seriös). Kurse schwanken, und temporäre Einbrüche können auftreten, wie zum Beispiel während der Finanzkrise, Corona oder Trump. Jedoch ist der entscheidende Punkt die Haltedauer.
Wir wollen ja nicht nur ein Jahr die ETFs halten, sondern für die Altersvorsorge. Es gab nur wenige Jahre mit Verlusten nach 10 Jahren, keine nach 15 Jahren.
Die Anlagedauer sollte daher idealerweise mindestens 10-15 Jahre betragen. Entwarnung für diejenigen, die schon älter sind: In der Rente wird oft nur ein Teil des Vermögens auf einmal benötigt, wenn man sich zum Beispiel Stück für Stück etwas auszahlt, daher sollten nur die ersten Einzahlungen so lange zurückliegen.
Aber es empfiehlt sich trotzdem, risikoarme Anlagen beizumischen. Wenn Du keine 10-15 Jahre mehr hast und noch nicht mit ETFs losgelegt hast, schau Dir mal das Video Wie geht ETF-Geldanlage mit 50+? an.
2. Kein Notgroschen: Warum Du zuerst sparen solltest
ETFs sind langfristig sinnvoll, wie wir gerade gelernt haben, aber nicht dafür geeignet, wenn plötzlich Geld benötigt wird, was wir auch gerade gelernt haben.
Denn bei einem Verkauf nach kurzer Anlagedauer kann das Portfolio auch schön im Minus sein, und dann machen wir Verluste. Darum ist ein Notgroschen für zum Beispiel Autoreparaturen, Wasserrohrbrüche, Scheidungen oder unerwarteten Verlust des Einkommens wichtig. Der Notgroschen sollte getrennt vom Girokonto auf einem Tagesgeldkonto liegen, um unabsichtliches Ausgeben zu vermeiden.
Die Höhe des Notgroschens sollte 3 bis 10 Netto-Monatsgehälter betragen, je nach persönlicher Situation. Schau Dir unseren Artikel an, um mehr über die Höhe des Notgroschens zu erfahren.
Parallel zum Aufbau des Notgroschens in ETFs zu investieren, ist möglich, wenn wenig Risiko und Verpflichtungen bestehen. Andernfalls sollte zuerst der Notgroschen vollständig aufgebaut werden. Wohlfühlen ist entscheidend; es ist wichtig, eine Strategie zu wählen, die zu den eigenen Bedürfnissen und Emotionen passt.
3. Fehlendes Finanzwissen: Warum Bildung vor ETF-Kauf wichtig ist
Es ist essentiell zu verstehen, wie ETFs grob funktionieren und worauf es zu achten gilt. Noch wichtiger ist es, Krisen und Kursbewegungen richtig einschätzen zu können. Fehlendes Wissen kann zu Anfängerfehlern und ordentlichen Verlusten führen.
Das könnte zum Beispiel sein, dass Du ständig Deine ETFs wechseln willst, weil es einen neuen, „besseren“ gibt. Oder Du hast kein Vertrauen in Deine Strategie und investierst deshalb keine ausreichend hohen Summen. Vielleicht überlegst Du, wieder alles auf Eis zu legen und zu hinterfragen, weil Dein Depot in den ersten Monaten oder Jahren im Minus ist.
Vielleicht tätigst Du sogar Panikverkäufe, weil Du das Konzept nicht richtig verstanden hast und bei dem ersten ordentlichen Kursrutsch denkst, dass alles den Bach runtergeht. Genau das haben wir beim letzten Trump-Chaos beobachtet, wo uns Leute schrieben, die einfach so vor ein paar Monaten mal ETFs gekauft haben und berichteten, dass sie jetzt lieber noch alles verkaufen, bevor es noch weiter runtergeht. Was so schade ist, denn nach ein paar Wochen hatte sich der Aktienmarkt schon wieder erholt, die Leute haben aber ihre Verluste gemacht und somit einen riesigen Rücksetzer. Klar: Da hat Wissen gefehlt.
Oder Du fängst an, auf einzelne Branchen zu setzen, weil Du bei den neuesten Trends dabei sein willst. Auch ein beliebter Fehler, der meist zu weniger und nicht mehr Geld führt. Wichtig ist, die Basics der Geldanlage und ETFs einigermaßen zu beherrschen, bevor investiert wird. Sonst gibt es keine Chance, sich wirklich sicher zu fühlen und nachts gut schlafen zu können. Außerdem muss man ja auch irgendwie einschätzen, wie viel man wirklich investieren muss, sonst gibt es keinen Frieden, ob es reichen wird.
Aber gleichzeitig: Keine Sorge, dass das „ETF-Lernen“ ein Studium ist. Wenn Du im Schnitt pro Woche eine Stunde abzwacken kannst, kannst Du easy peasy in Deinem Alltag alles aufsetzen und bist in grob sechs Wochen fertig, so unser Erfahrungswert nach 10 Jahren LazyInvestors.
Wenn Du nun endlich mit dem Investieren in ETFs durchstarten und konkret wissen willst, wie Du Schritt für Schritt vorgehst, dann komm in unser kostenloses Webinar.
Dieser Artikel basiert auf einer Folge unseres Podcasts. Da wir den gesprochenen Inhalt für Dich verschriftlicht haben, kann es an manchen Stellen etwas umgangssprachlicher zugehen als in einem klassischen Blogartikel.
