In der Ansparphase investierst Du monatlich einen festen Betrag in einen thesaurierenden Aktien-ETF. Thesaurierend bedeutet: Die Erträge werden automatisch wieder angelegt. So profitiert ihr vom Zinseszinseffekt.
Deine Einzahlungen erfolgen zu Beginn jedes Monats (vorschüssig). Das ist der Standard bei den meisten Sparplänen und bringt einen kleinen Vorteil, weil Dein Geld sofort arbeitet. Die meisten Sparpläne buchen zu Monatsbeginn ab, Dein Geld arbeitet also den ganzen Monat. Das bringt über die Jahre einen messbaren Vorteil gegenüber Zahlungen am Monatsende.
Die Rendite legst Du selbst fest. Als Beispiel nutzen wir 8% pro Jahr – das entspricht der historischen Durchschnittsrendite globaler Aktien über die letzten Jahrzehnte.
Wichtig: Wir rechnen mit konstanten Durchschnittsrenditen. In der Realität schwanken Aktienkurse stark – mal steigen sie, mal fallen sie. Für eine langfristige Planung über 20-30 Jahre ist die Durchschnittsrendite ein guter Anhaltspunkt, um zu sehen, was mit einer disziplinierten Geldanlage möglich ist.
Natürlich gibt es auch komplexere Methoden wie die Normalverteilung oder Monte-Carlo-Simulationen, aber auch sie können keine Sicherheit bieten. Ihre Aussagekraft ist ebenfalls begrenzt, denn solche Analysen stützen sich auch auf vergangene Daten und können daher nur Entwicklungen in die Zukunft fortschreiben, aber genau so wenig Garantien liefern.
Bedenke also, dass die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Durchschnittswerten abweichen werden. Historische Werte sind immer nur ein Anhaltspunkt und keine Garantie. Wir empfehlen daher, verschiedene Szenarien zu rechnen - auch mal mit niedrigeren Renditen - damit Du ein Gefühl für einen realistischen "Korridor" bekommst.
Wir rechnen weiterhin mit täglicher Verzinsung (365 Tage). Das ist genauer und entspricht besser der Realität an der Börse, wo Kurse täglich schwanken.
Die Kosten (TER) ziehen wir von der Rendite ab. Wir empfehlen als Beispiel 0,1% – das ist typisch für günstige, breit gestreute ETFs auf weltweite Aktienindizes. Die TER wird monatlich abgezogen (1/12 pro Monat).
Zusätzlich solltest Du bedenken, dass ETFs intern noch Steuerbeträge auf Dividenden zahlen müssen (z. B. ausländische Quellensteuern). Diese siehst Du nicht in der TER, sie wirken aber wie zusätzliche Produktkosten, weil sie die Rendite reduzieren, bevor irgendetwas bei uns Anlegern ankommt.
Für globale Aktien-ETFs ist dieser interne Steuerabzug gut erforscht:
• Weltweit liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bei etwa 2 %.
• Davon behalten viele Staaten rund 15 % Quellensteuer ein.
• Effektiv verliert ein ETF dadurch etwa 0,25–0,35 % Rendite pro Jahr.
Damit Deine Rechnung realistisch bleibt, empfehlen wir deshalb, in diesem Feld etwa 0,3 % zusätzlich einzuplanen. Dieser Wert ist ein guter Durchschnitt für ein weltweites Aktienportfolio.
Während der Ansparphase rechnen wir nominal; die Inflation fließt nicht in die Berechnungen ein. Am Ende zeigen wir aber zusätzlich, was Dein angespartes Kapital in heutiger Kaufkraft wert ist. Wir empfehlen als Beispiel 2%; das ist die langfristige Zielinflation der Europäischen Zentralbank.
Steuern während der Ansparphase
Hier berücksichtigen wir die sogenannte Vorabpauschale. Das ist eine jährliche pauschale Besteuerung auf Buchgewinne. Die gute Nachricht: Aktien-ETFs haben eine 30% Teilfreistellung – nur 70% der Erträge müssen versteuert werden.
Die Vorabpauschale wird anhand des sogenannten „Basiszinses“ berechnet, der jährlich vom Bundesfinanzministerium veröffentlicht wird. In unserem Rechner verwenden wir pauschal 2,0 %, da er zeitlos und langfristig funktionieren soll. Der Basiszins schwankt je nach Zinsumfeld von Jahr zu Jahr teils stark. Mit einer geglätteten Annahme vermeiden wir, dass einzelne Jahre (z. B. gerade sehr hohe oder sehr niedrige Basiszinsen) die Ergebnisse unnötig verzerren.
Besteuert werden die Erträge mit 25% Abgeltungssteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag. Kinder zahlen keine Kirchensteuer, deshalb berücksichtigen wir sie hier nicht.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr wird automatisch genutzt. Falls Dein Kind keine eigenen Einkünfte hat und eine NV-Bescheinigung (oder später eine Steuererklärung) genutzt wird, können noch deutlich höhere Steuerfreibeträge gelten! Wenn diese Option aktiviert wird, rechnen wir mit einer vollständigen Steuerfreistellung bis zu diesem höheren Betrag.