Geld anlegen in Aktien – Wie riskant ist es wirklich?

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The future will be better than you expect it to be. It always has been. You would not have been here if your present matched your past fears, would you? As we get locked in cycles of distress about the future, we forget that fear itself is proof that we’re okay. Think about it: If you can afford the brain cycles to worry about the future, then by definition, you have nothing to worry about right now.

– Mo Gawdat in Solve for Happy

Wie gefährlich ist die Anlage in Aktien? Die Wirecard-Pleite hat uns doch spätestens gezeigt, dass Aktien super hohe Risiken bergen. Sollte man also lieber die Finger davon lassen?

Risiken von Aktien

Um die Frage beantworten zu können muss man erstmal zwei verschiedene Risiken auseinanderhalten. Denn Gefahr ist ja nicht gleich Gefahr.

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

1. Ausfallrisiko

Wenn man in die Berichterstattung schaut, geht es meistens um das Risiko, dass einzelne Unternehmen pleite gehen und somit zu einem Totalverlust beim Anleger führen. Wirecard, Enron oder Lehman Brothers – diese Pleiten gingen durch die Presse wie nix Gutes, weil hier übrigens auch meist Lug und Betrug im Spiel war und auch der normale Privatanleger richtig viel Asche verloren hat, wenn er in die Firmen investiert hatte.

Das klare Fazit lautet hier: Aktien sind sehr gefährlich! Allerdings kann man diese Gefahr tatsächlich bannen! Wie? Es ist eigentlich total simpel und logisch: Indem man in sehr viele Aktien investiert. Am besten eignen sich Fonds dafür, da diese Tausende von Aktien beinhalten können.

Unter den Fonds wiederum sind die ETFs die Könige, weil sie am breitesten aufgestellt und gleichzeitig am kostengünstigsten sind. Hiermit kann man quasi die ganze Welt abbilden. Aber auch ETFs spekulieren sozusagen auf einen Aspekt: Das es mit der Welt weiter bergauf geht.

Ist das nicht total naiv? Bricht hier nicht alles bald zusammen?

Wir leben in einer Zeit extremer Ungewissheit. Es herrscht Krieg, die Inflation bereitet vielen wirtschaftliche Sorgen und sowieso steht alles auf Rezession. Natürlich fragt man sich da, welche Auswirkungen all dies auf die Weltwirtschaft haben wird.

So kommen wir zum zweiten Risiko, dem

2. Gesamtmarktrisiko

Unterbrechen wir mal ganz kurz die Sorgen und machen eine kleine Reise ins Jahr 1997. Das ist das Jahr, in dem Prinzessin Diana gestorben ist, falls sich wer erinnert.

Also, was ist seitdem passiert? Hier kommen ein paar Lowlights:

  • Die Dotcom-Blase ist geplatzt
  • 9/11 fand statt, gefolgt vom Irakkrieg
  • Die Weltwirtschaftskrise ab 2007, wiederum gefolgt von der Euro-Krise
  • Staatsbankrotte von Russland, Argentinien und Venezuela
  • und eine globale Pandemie namens Corona

Wäre es also 1997 eine gute Idee gewesen, mit diesem Wissen über die Zukunft in den Aktienhandel einzusteigen? Sicherlich hätte es sich nicht so angefühlt.

Nun schauen wir aber mal auf die Fakten: Hättest Du zum 1. Januar 1997 10.000 Euro am globalen Aktienmarkt angelegt, wären daraus Ende 2021 fast 70.000 Euro geworden. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von über 8% und somit übrigens ganz grob den durchschnittlichen nominalen Renditen seit dem Bestehen des Aktienmarktes.

MSCI World 1997-2021
Quelle: backtest.curvo.eu

Aktienmärkte erholen sich immer wieder

Wie kann das sein, obwohl alle Zeichen auf einen Zusammenbruch hindeuteten? Weil die Menschen schlichtweg erfinderisch sind und immer nach Lösungen von Problemen suchen. Individuen und Unternehmen versuchen immer, auf die Widrigkeiten und Hindernisse zu reagieren und Dinge zu verbessern. Und sie sind verdammt anpassungsfähig.

Das kann man zum Beispiel gut beobachten, wenn man sich anschaut, wie sich die Arbeitswelt seit Corona verändert hat.

Es gab schon immer schlimme Ereignisse und es gab gute Ereignisse. Das Ergebnis ist aber in Summe positiv, weil die vielen guten Entwicklungen überwiegen! Die Menschen haben also mit ihren Innovationen immer wieder das Ruder rumgerissen und Gefahren eingedämmt.

Schau Dir hier mal die Entwicklung des weltweiten Wohlstands oder den Rückgang der Armut an, da fällt Dir der Kitt aus der Brille.

Risiko „Verfügbarkeitsverzerrung“ (Availability Bias)

Das Gefühl, das wir haben, ist nur ein anderes, denn Nachrichten berichten von schrecklichen Momentaufnahmen. Langfristige Entwicklungen über Jahrzehnte werden nie erläutert. Zum Beispiel haben die wenigsten damals auch nur ansatzweise erahnt, inwieweit das Internet unser komplettes Leben revolutionieren wird.

Also, kaum wer hätte damals in 1997 vorausgesagt, dass wir so eine hohe Rendite am Aktienmarkt sehen würden. Doch die hätte jeder mitnehmen können, der breit diversifiziert angelegt hätte.

Genau das zeigt sich immer wieder in der jahrzehntelangen Börsengeschichte.

Fazit

Es ist so: Anlagen in Aktien sind per se immer unsicher. Und für das Tragen dieser Unsicherheit bekommt man als Anleger eben eine Belohnung in Form einer Rendite. Allerdings nur, wenn man Krisen aushält und langfristig anlegt. Und natürlich möglichst breit, also das schlechte Risiko von Einzelwerten bzw. zu wenigen Aktien meidet.

Setze darum nie auf einzelne Firmen, sondern nur darauf, dass die Menschen auch weiterhin Probleme lösen werden, sich dabei Dinge einfallen lassen, die wir gerade nicht einmal ansatzweise erahnen können und es somit insgesamt weiter bergauf geht. Wenn Du das beachtest und langfristig anlegst, dann sind Aktien auch nicht wirklich gefährlich, sondern die beste Anlageform, um ein Vermögen aufzubauen.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 21. Juli, 2022
LETZTE AKTUALISIERUNG: 03. August, 2022
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