ETF einfach erklärt: Was sind ETFs?

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etf einfach erklärt

Vielleicht geht es Dir so, dass Du immer wieder von diesen ETF hörst, aber gar nicht so genau weißt, was das eigentlich ist. Und die meisten Erklärungen, die man so findet, sind furchtbar kompliziert.

Immer wird irgendwas vorausgesetzt: Mal muss man schon bestimmte Begrifflichkeiten kennen, mal über Funktionsweisen Bescheid wissen.

Doch niemand da draußen fängt wirklich bei Null an, wenn es ums Thema ETFs geht.

Das wollen wir jetzt ändern und so über das Thema ETF, Geldanlage und Investmentfonds sprechen, dass es wirklich jeder versteht und jeder Anleger werden kann – ganz ohne Vorwissen.

Heute geht es also ganz um das Thema “ETF einfach erklärt”.

Wenn du diesen Beitrag gelesen hast, weißt Du nicht nur, was ETFs sind, sondern auch, was genau sich hinter Begriffen wie Aktie, Index und Kurs versteckt.

Also, los geht’s mit den ETFs!

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

Was sind ETFs?

ETF steht für “Exchange-Traded Fund”.

Nehmen wir das Wort mal auseinander:

“Exchange-Traded“ bedeutet übersetzt “an der Börse gehandelt”. Das ist alles. Einen ETF kann man also an der Börse kaufen und verkaufen.

Was bedeutet Fund? Das kannst du dir wahrscheinlich schon denken: Fonds

Was ist ein (Investment-) Fonds?

Fonds kannst Du Dir wie große Töpfe vorstellen, in die ganz viele Aktien reingeworfen werden.

Moooment, an der Stelle machen wir direkt einen kurzen Exkurs.

Was waren Aktien gleich nochmal?

Aktien sind echte Anteile an Unternehmen.

Um einen solchen Anteil zu bekommen, gibst Du dem Unternehmen Geld und erhältst im Gegenzug eine Aktie.

Dabei spricht man auch von einem Sachwert, denn Dir gehört dann ganz real ein kleines Stück von dem Laden.

Aktien einfach erklärt

Übrigens: Das Geld, das Du dem Unternehmen für die Aktie gegeben hast, nennt sich Eigenkapital.

Das geht nämlich sozusagen ins Eigentum des Unternehmens über – ganz im Gegensatz zum Fremdkapital: Wenn Du jemandem Geld leihst, dann gehört demjenigen nicht wirklich die Kohle, sondern er muss sie Dir zurückzahlen.

Für ihn ist das Geld also fremd, nicht eigen.

Doch nun zurück zu Fonds. Fonds werden auf unterschiedlichste Weisen gebildet.

Bei ETFs handelt es sich um Indexfonds.

Was ist ein Indexfonds?

Einfach erklärt: Auch Indexfonds sind große Töpfe mit Aktien drin. Spannend ist hierbei, wie die Aktien für Indexfonds ausgewählt werden.

Im Topf landen bei Indexfonds die Unternehmen, die Bestandteil eines… genau… Index sind.

Was sind (Aktien-)Indizes?

So ein Index bildet einen Markt ab. Du hast bestimmt schon mal vom DAX, dem Deutschen Aktienindex, gehört.

Der DAX beinhaltet die 40 größten Unternehmen Deutschlands.

Wenn man nun einen Indexfonds auf den DAX anschaut, dann beinhaltet dieser Aktien von diesen 40 Unternehmen. Das ist auch schon alles.

Aktienindizes gibt es wie Sand am Meer: Es gibt globale Indizes, aber auch Länder-Indizes (wie eben den DAX). Es gibt Indizes auf Branchen, auf Sektoren, auf Strategien… You name it!

Schauen wir mal auf ein anderes Index-Beispiel, nämlich den MSCI ACWI, den All Country World Index. Das ist ein globaler Aktienindex und somit im weiteren Sinne ein Abbild der gesamten Weltwirtschaft:

Also, was eine Region ist, dürfte klar sein. In diesem Fall schauen wir auf die Region der ganzen Welt. Auf diese gibt es einen Index, der die größten Unternehmen der Welt beinhaltet, den eben erwähnten MSCI ACWI.

Und auf diesen Index wiederum gibt es Aktienfonds in Form von ETFs zu kaufen: Der ETF-Anbieter wirft für Dich die ganzen Aktien aus dem Index in einen großen Topf.

Zusammensetzung von ETFs

Den kleinen Bruder vom MSCI ACWI kennst Du bestimmt: Das ist der MSCI World. Dieser beinhaltet nicht die ganze Welt, sondern „nur“ die Industrieländer.

Wie funktioniert ein Index?

So ein Index ist eine recht dynamische Sache.

Zurück zum kleinen DAX: Zur Zeit wird der DAX vom Unternehmen Linde angeführt. Das Schlusslicht bildet Daimler Truck.

Wenn jetzt Daimler Truck an Gewicht verliert, weil – vereinfacht gesagt – der Kurs abschmiert, rückt ein anderes Unternehmen an Platz 40 und Daimler Truck fliegt aus dem DAX.

Ein Index ist wie die Bundesliga

Es läuft in einem Index also genauso wie beim Fußball. Wer sich am Ende der Saison nicht mehr in den oberen 18 Plätzen halten kann, muss die Biege machen und der beste ehemalige Zweitligist rückt nach.

Somit ist sicher: In der ersten Liga sind die objektiv erfolgreichsten Vereine.

Während die Reihenfolge in der Bundesliga anhand der Tore bestimmt wird, ist das im Index die sogenannte Marktkapitalisierung.

Das bedeutet: Die Anzahl der (sich im Umlauf befindenden) Aktien wird multipliziert mit dem jeweiligen Kurs. Im Ergebnis bedeutet das einfach formuliert: Ganz oben ist das Unternehmen, das von allen Leuten an der Börse als am wertvollsten erachtet wird.

Warum sollte man als Anleger auf einen Index setzen?

Wenn man als Anleger auf einen Index setzt, muss man nicht selbst überlegen, welche Unternehmen gut oder schlecht sind, sondern kann blind darauf vertrauen, dass man beim Index immer die “Best Of” im Korb hat.

Nicht nur für Anfänger ist daher eine Anlage in breit aufgestellte ETFs ideal, sondern für alle, die vernünftig und renditestark Vermögen aufbauen wollen – ohne schlechte Risiken einzugehen.

Einzelne Schicksale und Insolvenzen sind beim Index nicht problematisch: Das entsprechende Unternehmen wird einfach ausgetauscht.

Aber: Solche Austauschbewegungen und viele andere Faktoren führen zu Veränderungen der Kurse von ETFs.

Wie Du nun weißt, besteht ein ETF aus vielen Aktien. Sein Kurs ist demnach ein Abbild der vielen einzelnen Aktien-Kurse. Die nächste Frage drängt sich geradezu auf…

Wie kommen Aktienkurse zustande?

Wie immer auf dem Markt: Durch die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage.

Angenommen, Du bist auf dem Marktplatz und möchtest Äpfel kaufen. Dabei weißt Du grob, wie viel Geld Du für wie viele Äpfel ausgeben würdest.

Der Preis, den Du bereit bist zu zahlen, ist Deine Zahlungsbereitschaft.

Der Apfelverkäufer hingegen hat eine Vorstellung davon, wie viel Geld er für das Obst bekommen möchte.

So entsteht der Marktpreis

Jetzt ist es wie immer so: Du möchtest möglichst wenig ausgeben, während der Verkäufer möglichst viel verdienen will.

Wenn Ihr beide Euch aufeinander zubewegt, trefft Ihr Euch irgendwann bei einem Preis, den Du zahlen würdest und den der Anbieter akzeptieren wird. An Eurem Treffpunkt entsteht der sogenannte Marktpreis.

Wie entstehen Preise?

Das gilt grundsätzlich für alle Produkte auf einem freien Markt und somit auch für die Börse, die ja ebenfalls nur ein Marktplatz ist.

Dort werden den ganzen Tag lang Angebot und Nachfrage für Aktien zusammengeführt. Der Preis, der dabei entsteht, nennt sich Kurs.

Einfach erklärt – Exchange-Traded Fund kurz zusammengefasst

Ein ETF ist ein großer Topf voll mit z.B. Aktien. Das können Tausende sein.

Welche Aktien im Topf landen, wird vom zugrundeliegenden Index bestimmt.

Dieser wiederum zeigt schlicht und ergreifend, welche Unternehmen in einer Kategorie (z.B. ganze Welt: MSCI ACWI oder Deutschland: DAX) als am wertvollsten gelten.

ETFs kann man nicht auf dem Wochenmarkt, sondern an der Börse kaufen. Somit sind sie börsengehandelte Indexfonds.

Und der Preis (also Kurs) des ETFs entsteht wie andere Preise auf dem Markt auch: durch die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage.

Was sollte man über ETFs noch wissen?

Was ein ETF ist, weißt du nun und kannst so schon ganz gut bei Deinen Kollegen in der Mittagspause angeben.

Doch es gibt noch eine ganze Menge weiterer Infos über Exchange-Traded Funds: die wichtigsten Risiken von ETFs, ihren Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds, die bisherige und zu erwartende Wertentwicklung und natürlich cleveres Investieren in ETFs.

All das haben wir für Dich einfach verständlich in unserem kostenlosen Webinar bzw. in unserem Altersvorsorge-Fahrplan aufbereitet. Viel Spaß damit auf Deiner weiteren Wissensreise!

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 17. Juni, 2021
LETZTE AKTUALISIERUNG: 02. Mai, 2022
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