Du planst (irgendwann), ein Eigenheim zu kaufen? Das sind die Dinge, die Dir keiner erzählt:

GELD · FREIHEIT · GLÜCK... und warum alles genau anders ist als alle glauben.
Klicke hier für weitere Blogartikel.

Nach wie vor stehen die meisten Leute einfach auf Eigenheime. Andere Menschen nicht so – sie wollen flexibel sein und gerne durch die Welt jückeln. Vielleicht auch mal länger hier oder dort verweilen. Unabhängig vom persönlichen Lifestyle und Geschmack gibt es viele Punkte, die man mit Blick auf den Hauskauf super gut abwägen muss – auch, falls Du für immer und ewig an einem Ort bleiben möchtest.

Wir wollen das Thema Immobilienkauf mal genau unter die Lupe nehmen – mit dem Fokus auf der Frage: Ist ein eigenes Häuschen oder eine eigene Wohnung eine gute Geldanlage?

Unsere heilige Kuh – Das Eigenheim

Wir beide erinnern uns noch gut an die viele Werbung, die wir als Kinder schon gesehen haben: Immobilien soll man kaufen, da hat man was Eigenes. Das ist sicher, ein tolles Investment und einfach eine gute Sache. Insbesondere Bausparkassen und Banken rühren seit jeher die Werbetrommel für das eigene Häuschen.

Für Familien ist das oft ein klarer Fall – ist der Nachwuchs da, muss ein Eigenheim her! Die Kinder sollen doch im Garten spielen können und die Nachbarn nicht stören, wenn sie durch die Gegend trampeln. Dass man ein Haus auch mieten kann, wird dabei selten in Erwägung gezogen. Warum eigentlich?

Zunächst verdienen viele Leute sehr viel Geld damit, dass sich Karsten und Melanie ein Haus kaufen wollen. Von der Finanzierung über die Einrichtung und Instandhaltung – da fließt die Kohle! Und das haben natürlich alle Branchenvertreter erkannt und machen entsprechendes Marketing.

Teilweise geht das Ganze soweit, dass sich Leute ohne Eigenheim minderwertig fühlen. Nur mit eigenem Häuschen gehört man dazu. Manche von Euch mögen darüber schmunzeln, aber auch in weniger traditionellen Teilen der Gesellschaft gelten Immobilien immer noch als DAS Statussymbol.

Hinzu kommt das Gefühl von Sicherheit, das einem so ein Häuschen geben kann. Im Alter hat man dann auch die letzte Rate für seine Finanzierung abbezahlt und braucht keine Miete mehr zu blechen. Da kann einem quasi nichts mehr passieren – so ein Haus kann einem ja niemand wegnehmen. Und sollte es doch mal klamm werden, kann man das Haus ja wenigstens gewinnbringend verkaufen. Geht diese Rechnung wirklich auf?

”Ich zahl’ doch lieber monatlich meinen Kredit ab, als das ganze Geld meinem Vermieter in den Rachen zu werfen”

Die Annahme vieler Leute, ein Hauskauf sei immer eine gute Idee, ist nicht zu guter Letzt auf die von Gerd Kommer so treffend bezeichnete “traditionelle Desinformation” durch Kapitalgeber und Baugewerbeindustrie zurückzuführen. Eine vernünftige Vergleichsrechnung bei der Bank zu bekommen, ob ich lieber kaufen oder mieten soll, ist natürlich eine Illusion.

So müssen wir wie immer selbst ran.

Um einen sauberen Vergleich anstellen zu können, muss man erst einmal die vollständigen Kosten für einen Hauskauf betrachten und die laufenden Kosten hinzuaddieren. Da kommt was zusammen:

    • Kaufpreis
    • Weichkosten (rd. 12,5% inkl. Makler, Grunderwerbssteuer, Notar)
    • Instandhaltungskosten (rd. 1,5% p.a.)
    • Finanzierungskosten

Beim Mieter steht zunächst nur die Kaltmiete auf der Ausgabenseite (in beiden Fällen sehen wir mal der Einfachheit halber von Nebenkosten ab), aber natürlich steht auch kein mietfreies Wohnen in Aussicht.

Nehmen wir nun die Ertragsseite hinzu. Das geht beim Mieter erstmal leichter: Während ein Käufer Teile seines Einkommens in die Tilgung und die Zinszahlungen des Kredits stecken muss, kann ein Mieter diesen Teil anlegen und somit langfristig Vermögen aufbauen. Da sind – mit Blick auf historische Daten – locker rd. 4% nach Steuern und Inflation drin.

Dann wollen wir mal. Im folgenden Beispiel vergleichen wir den Kauf und die Miete von zwei Wohnungen in Hamburg (wer sich in Hamburg in zentraler Lage ein ganzes Haus anstelle einer Wohnung kaufen möchte, wird diesen Blog vermutlich nie lesen). Im angeblich aufstrebenden Stadtteil Hamburg Billstedt kostet der Quadratmeter für eine 80-120 qm große Wohnung aktuell (März 2017) 3.510,64 Euro.

Die Miete für eine vergleichbare Wohnung beträgt pro Quadratmeter 10,72 Euro. Des Weiteren sehen wir zur Vereinfachung von etwaigen Kostensteigerungen im Zeitverlauf ab, da davon auszugehen ist, dass die Gehälter unserer Beispiel-Personen ebenfalls steigen werden und dies kompensieren können.

Der Kaufpreis für eine 100 qm große Wohnung läge gemäß der oben genannten Annahmen bei 351.064 Euro. Für den Kauf kommen Kosten für den Makler, den Notar und die Grunderwerbsteuer hinzu. Dann sind wir bei 394.947 Euro (+12,5% v. Kaufpreis).

Nehmen wir an, unsere Beispiel-Käuferin Katharina hat richtig viel Eigenkapital auf der Seite – nämlich 30%. Diese Annahme treffen wir stark zugunsten des Kaufszenarios, denn in Niedrigzinszeiten ist das eigentlich ziemlicher Humbug. Da wird auch gerne mal vollfinanziert (also ein Kredit für 100% des Preises aufgenommen).

Wie auch immer, Katharina hätte 118.484 Euro Eigenkapital, 276.463 Euro müssten finanziert werden. Weiterhin nehmen wir einen bombastisch niedrigen Zins von 1,83% effektiv mit 20-jähriger Bindung an, da Katharina verbeamtete Sekundarstufe II-Lehrerin ist.

Soll nun der Kredit in den 20 Jahren abbezahlt sein, liegt die monatliche Rückzahlungsrate bei 1.374 Euro. Hinzu kommen Rücklagen für die Instandhaltung der Immobilie, die wir mit 1,5% p.a. ansetzen. Das ergibt monatlich 439 Euro; insgesamt liegen wir also bei einer monatlichen Gesamtbelastung von 1.813 Euro.

Unser Beispiel-Mieter Max zahlt 1.072 Euro pro Monat für seine vergleichbare 100-qm-Wohnung. Somit hat er im Vergleich zu Katharina im Monat 741 Euro mehr zur Verfügung, die er nicht für Wohnkosten ausgeben muss.

Legt er das übrige Geld nun monatlich nebst dem Anfangsvermögen von 118.484 Euro an (Max hat natürlich zuvor genau so viel gespart wie Katharina), so hat er nach Steuern und Inflation ein Vermögen von 530.137 Euro am Ende der 20 Jahre.

Die Immobilie hingegen hat einen Wert von 351.064 Euro, denn nach Inflation gab es bislang keine reale Wertsteigerung bei Immobilien seit den 1970ern (mehr dazu weiter unten). Wenn Du das anders siehst: Um den gleichen Vermögenswert wie Max zu haben, hätte die Immobilie von Katharina eine Wertsteigerung von 51% hingelegt haben müssen. Das ist viel mehr als Null.

Außerdem hat Katharina ihrer Bank 53.409 Euro geschenkt. Während die Immobilie im Wert stagniert, bekommt Max weiterhin 4% p.a. reale Rendite auf sein Vermögen. Davon kann er auf immer und ewig seine Miete bezahlen. Mehr als das – er kann sich z.B. 40 Jahre lang 2.185 Euro auszahlen. Somit könnte Max nach seinen Mietkosten monatlich 1.113 Euro on top raushauen.

Lege immer die Differenz zwischen altem und neuem Gehalt zurück. Das geht ganz ohne Verzicht, denn - mal ehrlich - Du kamst bisher auch ohne die Gehaltserhöhung gut zurecht

Noch Fragen?

All diese Aspekte (und vielleicht noch mehr, die wir gar nicht parat haben), sollten zunächst in eine Vergleichsrechnung einfließen, um zwischen mieten und kaufen abwägen zu können. Falls Du auch mal was ausrechnen willst: Alle Rechner, die Du hierfür brauchst, findest Du auf der absolut großartigen Website zinsen-berechnen.de.

”Mit einem Eigenheim bin ich sicher aufgestellt und das Haus von Freunden hatte auch schon eine ordentliche Wertsteigerung”

Vielleicht denkst Du Dir: Jetzt kommen die beiden hier wieder mit dubiosen Kapitalanlagen an, aber so ein Häuschen ist doch viel sicherer!

Das ist unseres Erachtens leider nicht wirklich der Fall. Viele Risiken werden beim Hauskauf einfach unter den Teppich gekehrt.

Zunächst sitzt man mit so einer Immobilie auf einem ganz schönen Klumpenrisiko. Denn während man zum Beispiel mit einem breiten, weltweit gestreuten Wertpapier-Portfolio super diversifiziert ist, hat man mit einem Haus… ein Haus. Und der Wert des Hauses hängt von vielen Faktoren ab, die oft nicht im eigenen Einflussbereich liegen.

Generell gehen viele von starken Wertsteigerungen bei Immobilien aus. Klar – jeder Makler wird Dir erzählen, warum genau seine Immobilie in den nächsten Jahren rasant an Wert zulegen wird. Statistisch gesehen gibt es solche grandiosen Steigerungen aber gar nicht! Ganz im Gegenteil: Seit 1970 liegen die Wertsteigerungen im jeweiligen Länderdurchschnitt inflationsbereinigt bei 0%. Wir wiederholen: 0%.

Gib Dein Geld nur für Dinge aus, die Dich wirklich nachhaltig glücklich machen

Auch wenn Du immer wieder hörst, dass die Immobilien von Tante Jaqueline oder Cousin Michael ordentlich an Wert gewonnen haben – vergiss nicht: Auf jedes Häuschen, das mittlerweile mehr wert ist, kommt eins, das weniger wert ist. Simple Statistik bei einer Steigerung von 0% im Schnitt. Und die, deren Immobilien an Wert verloren haben, reden da auch meist nicht so lautstark drüber.

Trotz der bislang ausbleibenden Wertsteigerung schwanken Immobilien übrigens zwischenzeitlich stark im Wert. Darüber wird aber nicht den ganzen Tag in den Medien berichtet und so wirken die Schwankungen von Aktien und anderen Wertpapieren viel wilder. Doch auch im Immobilienmarkt geht es mal kräftig im zweistelligen Prozentbereich rauf und runter.

Wirklich interessant ist jedoch: Langfristig gesehen sind die Wertsteigerungen eindeutig auf Seiten des Aktienmarktes. So gab es bislang keine Phase in der Geschichte des globalen Aktienindex MSCI World, in der nach 15 Jahren keine positive Rendite vorlag.

Der Gedanke liegt nahe, dass die ausbleibenden Wertsteigerungen nur für wirtschaftlich unattraktivere Regionen gelten sollen. Man mag denken: “Ja ja, so ist das vielleicht in Mecklenburg-Vorpommern, aber doch nicht in Hamburg!”. Einen realen, signifikanten Wertanstieg sieht man grundsätzlich aber eher in up-and-coming Regionen, wie zuletzt Berlin, nicht jedoch in den bereits beliebten Wohnlagen.

Welche ist die nächste aufsteigende Region und wie lange geht das so? Keine Ahnung. Und ganz ehrlich: Willst Du dann dahin ziehen, nur weil Du auf eine Wertsteigerung spekulierst? Suchst Du Dir Deinen Wohnort nicht nach anderen Kriterien aus?

Ok, also während wir bei Häusern nicht auf eine Wertsteigerung spekulieren sollten, müssen wir am Ende der Kreditlaufzeit wenigstens keine Kaltmiete mehr zahlen. Doch sollte man bedenken: Wenn wir es nicht schaffen, den Kredit zu tilgen und vorzeitig verkaufen müssen, wird es finster. Warum? Deswegen:

Eigenkapitalrisiko

Ein doofes Wort – wir zerpflücken das mal. Angenommen, Du kaufst Dir ein Haus. Nun musst Du es jedoch verkaufen, bevor der Kredit abbezahlt ist, weil Du Dich von Deinem Mann getrennt hast und Du Dir das Häuschen alleine nicht leisten kannst. Das Haus hat 400.000 Euro gekostet. Du hattest ordentlich was auf die Seite gelegt und 120.000 Euro Eigenkapital investiert. Den Rest hast Du Dir bei der Bank geliehen.

Nun hat sich der Wert Deines Eigenheims jedoch nicht so gut entwickelt, sondern ist um 10% im Wert gefallen. Der 10%ige Wertverlust führt jedoch zu einem Eigenkapital-Verlust von 33% ! Warum ist das so?

Den gesamten Wertverlust (40.000 Euro) musst Du von Deinem Eigenkapital abziehen, denn das Haus gehört Dir ja noch nicht. Dann haste noch 80.000 Euro. Vorher hattest Du 120.000 Euro. Den Kredit musst Du natürlich trotzdem bedienen bzw. an den neuen Käufer weitergeben. Und Dein Eigenkapital kriegst Du nur zu ⅔ wieder.

Neben solch einem moderaten Beispiel gibt es genügend Fälle, wo ein vorzeitiger Verkauf zum totalen Bankrott führt, weil der Verkaufspreis nicht die Restschuld deckt, ganz abgesehen vom verlorenen Eigenkapital.

Gib Dein Geld nur für Dinge aus, die Dich wirklich nachhaltig glücklich machen

GELD · FREIHEIT · GLÜCK... und warum alles genau anders ist als alle glauben.
Klicke hier für weitere Blogartikel.

”Die Zinsen sind gerade super niedrig – wir müssen jetzt kaufen”

Das Thema Eigenkapitalrisiko ist gerade übrigens top aktuell: Die Zinsen sind ja immer noch im Keller. Die Immobilienpreise sind allerdings schön hoch. Nun nehmen Menschen große Mengen an Fremdkapital auf (denn die Zinsen sind ja so niedrig, juchu!) und überschulden sich.

Viele Immobilien in guten Lagen sind aufgrund der aktuellen Preise stark überbewertet, wie z.B. in München. Wenn dann ein kleiner Rutsch nach unten kommt, was die Wertigkeit betrifft, kann man durch den oben beschriebenen Kredithebel-Effekt ziemlich schnell sein Eigenkapital reduzieren – eben bis hin zum völligen Verlust.

Genau dieses Szenario kennen wir doch irgendwo her… Hm… Was war da nochmal? Ach ja, diese Immobilien-Krise in den USA, so um 2008/2009 rum. Du weißt schon. Also, bei der nächsten Finanzkrise dürfen die überschuldeten Häuslebauer sich dann mal mit an die Nase fassen, die dachten, dass sie völlig unbeteiligt wären, weil sie nicht böse Aktien kaufen.

Wie auch immer – ein Satz hat auf jeden Fall Gültigkeit: Je höher der Fremdkapital-Anteil, desto niedriger ist Deine zu erwartende Rendite und desto höher ist das Risiko, auf dem Du sitzt. Je höher hingegen Dein Eigenkapital ist, desto eher kann sich ein Kauf lohnen, weil Du weniger Miete zahlen musst. Miete? Ja! Kapitalmiete! An Deine Bank.

Kauf ich jetzt ein Haus oder nicht?

Puh, ganz schön harter Tobak, finden wir. Uns wär das viel zu riskant, ein Haus zu kaufen. Und so eine Investition in ein Eigenheim mag zwar einen Teil Deiner Altersvorsorge darstellen, schneidet aber oftmals im Vergleich zu einer alternativen Form der Kapitalanlage deutlich schlechter ab, wie wir oben in der Beispielrechnung gesehen haben.

Kaufst Du Dir jedoch kein Haus und investierst auch nicht in Deinen Vermögensaufbau, so hast Du leider im Alter ein richtiges Problem:

Wenn Du als Mieter jeden Monat Deine ganzen Einnahmen raushaust, ist das auf Dauer das mit Abstand schlimmste Szenario. Denn Haus-Käufer sind wenigstens gezwungenermaßen zum Sparen verdonnert, da sie ihren Kredit tilgen müssen und sonst die Zwangsversteigerung droht. Und sie wohnen im Alter mietfrei (Allerdings nicht kostenfrei: bitte vergiss die Neben- und Instandhaltungskosten nicht.)

Dir wird es in vielen Fällen finanziell wesentlich besser gehen, wenn Du Dir kein Haus kaufst, sondern investierst, aber dann musst Du das auch tun! Die Rechnung geht nur auf, wenn Du regelmäßig das zur Seite legst, was andere in ihre Kreditzahlungen stecken – sprich Du die gleiche Sparquote aufbringst, ohne durch Deine kreditgebende Bank gezwungen zu werden.

Gib Dein Geld nur für Dinge aus, die Dich wirklich nachhaltig glücklich machen

Zweifelst Du an Deiner Selbstdisziplin? Leg Dir einen Dauerauftrag an und investiere regelmäßig am Kapitalmarkt nach einem simplen Schema. Ein langweiliges, globales Wertpapier-Portfolio ist deutlich risikoärmer und wesentlich pflegeleichter als ein Immobilienkauf.

Immobilie = zementierte Lifestyle-Entscheidung

Um nochmal am Ende die Kurve zu kriegen: Natürlich ist es völlig legitim, sich ein Haus zu kaufen! Wenn das Dein riesiger Wunsch ist und Du genug Eigenkapital hast – go for it! Sei nur darauf gefasst, dass es nicht das beste Investment ist, sondern eben eine Lifestyle-Entscheidung. Und ein paar andere Aspekte solltest Du dringend auch auf dem Schirm haben:

Du möchtest gerne richtig idyllisch wohnen, damit sich Deine Kinder frei bewegen und entfalten können? Unklar ist, ob Deine Kinder ab einem zweistelligen Lebensalter die romantische Idee vom auf dem Land wohnen auch so toll finden wie Du. Anna zum Beispiel ist vier Kilometer vom Dorfkern aufgewachsen und hat nicht so gute Erinnerungen daran, als sie mit 17 Jahren an der Bushaltestelle darauf wartete, dass ihre Mutter sie mit dem Auto abholte.

Unabhängig von dem ganzen Missmut, den Dir Deine Kinder dann entgegenbringen könnten, wirst Du viel Zeit als Taxifahrer verbringen müssen, wenn der Bus nur zweimal am Tag vorbeikommt.

Ok, also es muss ja nicht das freistehende Haus auf dem platten Land sein – eine Doppelhaushälfte im Vorort oder eine Eigentumswohnung in der Stadt wäre doch auch was! Unklar ist aber, ob Deine Nachbarn super nett sein oder möglicherweise richtig nerven werden.

Und ob etwaige Veränderungen in der Infrastruktur um Dein eigenes Plätzchen herum Lärmbelastungen und Co. zur Folge haben können. Das sind alles externe Einflussfaktoren, denen Du dann ausgeliefert bist, während sich Mieter einfach verzwiebeln können.

Unklar ist auch – wenn man der Statistik glaubt – ob Ihr zwei Turteltäubchen Euch nicht doch irgendwann trennt. Und dann habt Ihr neben der Scheidung eine Immobilie an der Backe. Solche Gedanken mögen zunächst unbequem sein und erschrecken, aber ganz ehrlich: Die Chancen stehen gut, dass Du eben nicht ein Leben lang beim gleichen Partner bleibst. Jede dritte Ehe wird geschieden.

Es ist generell sehr schwierig, aus der jetzigen Lebenssituation heraus vorherzusagen, was Dir in weiter Zukunft gefallen und Dich glücklich machen wird. Studien zufolge können wir nicht verlässlich beurteilen, was uns demnächst zufrieden stellt. Unsere Wünsche und Vorlieben ändern sich viel häufiger, als man glauben mag.

Gib Dein Geld nur für Dinge aus, die Dich wirklich nachhaltig glücklich machen

Sollte Dich das alles abschrecken? Nein, bitte nicht! Wie immer gilt es aber, alle Faktoren in Gänze abzuwägen und eine bewusste Kauf- oder Mietentscheidung zu fällen. Nimm das Ruder in die Hand, lass Dir nichts von Immobilienhaien oder Glücksbloggern erzählen und ziehe die vielen Punkte in Betracht. Und dann entscheide selbst, was Du machst.

Zusammengefasst: Was Dir dabei helfen kann, eine Miet- oder Kaufentscheidung zu treffen

    • Rechne mal
      Benutze die tollen Rechner auf zinsen-berechnen.de, um Dir ein Bild davon zu machen, mit welchen finanziellen Vor- oder Nachteilen Du beim Hauskauf rechnen kannst. Lass Dich nicht von der Werbung und der Masse verunsichern. An einem Hauskauf verdienen super viele Leute mit, was dazu führt, dass Immobilien stark positiv vermarktet werden.
    • Teste es
      Du bist Dir unsicher, ob Du für immer da wohnen willst, wo Du gerade planst, ein Haus zu kaufen? Dann miete erst einmal und schau, ob es Dir gefällt! Denk dabei auch an weitere (geplante) Familienmitglieder und lass die Romantik außen vor: Kleine Kinder finden das Landleben am A**** der Heide vielleicht toll, mit dem Eintritt in die Pubertät kann das Ganze jedoch in große Probleme ausarten.
    • Mach Dir nichts vor
      Du hast alles zehnmal durchgerechnet und der Hauskauf lohnt sich nicht? Du willst aufs Land ziehen, obwohl Du Dir vorstellen kannst, dass Deine Kinder das nicht gut finden werden? Du willst das trotzdem immer noch alles? Ok! Aber sei Dir bewusst, dass Du Deine Entscheidung trotz der negativen Punkte triffst und bieg Dir die Fakten nicht zurecht. Nur, weil sich “alle” Häuser kaufen, heißt es nicht, dass Du es auch machen musst oder dass es generell eine gute Entscheidung ist. Überlege Dir also genau, warum Du ein Haus haben möchtest und ob es Dich langfristig glücklich macht oder ob zur Miete wohnen nicht doch in Frage kommt.

Ziehst Du in Erwägung, Dir ein Haus zu kaufen und bist jetzt verunsichert/ wütend/ enttäuscht/ aus Frust betrunken? Oder ist eine Immobilie eh nichts für Dich, weil Du lieber auswandern möchtest? Schreib uns einen Kommentar, damit die Diskussion ins Rollen kommt!

Lust auf eine lebensverändernde Herausforderung? Dann schau Dir unsere kostenlose E-Mail-Challenge an. Achtung: Es kann sein, dass Du danach bestimmte Dinge etwas anders siehst.
Klicke hier für mehr Infos zur Good Life Challenge!

Du willst wissen, wie Du Dein Geld vernünftig und langfristig anlegst und das Ganze selbst in die Hand nimmst, ohne von anderen abhängig zu sein?
Dann klicke hier für mehr Infos zu unserem kostenlosen Webinar!

11 Kommentare

  1. Ein super Artikel! Genau die Argumente versuche ich auch immer, den Immobilienkaufinteressenten entgegenzubringen. Eigentlich immer werden einige der von Euch aufgezählten Gegenargumente nicht ins Kalkül miteinbezogen. Sehr gut formuliert und zusammengefasst.

    Antworten
    • Yay, danke, Johannes!

      Antworten
  2. Hallo Ihr Lieben,

    super Timing habt Ihr – ich surfte gerade auf den einschlägigen Immobilienportalen, als Eure Mail mit diesem neuen Blogartikel in meinem Postfach aufschlug 😉 Tatsächlich ist genau das gerade unser Thema: Derzeitiges angemietetes Haus wegen Verkaufs gekündigt, und nun die Frage: Was kommt als nächstes? Miete oder Hauskauf?

    Einige Eurer Punkte waren mir bekannt, gerade in finanzieller Hinsicht kam aber auch viel Erhellendes hinzu. Für einen Laien ist es auch gar nicht so einfach, eine sinnvolle Strategie für die Immobilienfinanzierung zu bekommen – die Bank empfiehlt einem ja gerne niedrige Tilgungsraten, die sich erst einmal prima anhören, aber dazu führen, dass man die ersten Jahre quasi nur Zinsen bezahlt.

    Nichtsdestotrotz können aber auch die „Lifestyle“-Faktoren, die für einen Hauskauf sprechen, sehr viel Gewicht haben.

    Für uns ist bei spielsweise das größte Argument die Unabhängigkeit von einem Vermieter.

    Ja, ich weiß, stattdessen hat man eine Abhängigkeit von der Bank. Aber: Der Bank ist es relativ egal, was man in seinem Haus so macht, so lange man seine Kreditrate brav bezahlt. Der Vermieter rümpft die Nase, wenn ich meine Haustiere mitbringen möchte (für uns als Hundehalter ein super wichtiger Faktor), wenn ich ein Gemüsebeet anlegen oder die Wände lila streichen will. Der Bank ist das piepegal. Insofern mehr Platz für Individualismus und Eigenverantwortung.

    Unsere Idee wäre, ein kleines Haus zu kaufen, das eher unter unseren Verhältnissen ist, und mit möglichst hohem Eigenkapitalbedarf und hoher Tilgungsrate schnell abzubezahlen. Evtl. zusätzlich Teile des Hauses feste oder als Ferienwohnung zu vermieten, um den Kredit schneller abbezahlen zu können. Als finanzielle Investition würden wir das aber weniger sehen, sondern höchstens als kleiner Baustein für unsere Altersvorsorge und eben als Homebase für uns.

    Aber dank des Blogartikels rechnen wir das sicher alles noch viel genauer durch. Und der Tipp mit zinsen-berechnen.de ist super!

    Antworten
    • Hej Julia,

      das freut mich ja sehr, dass Dir der Artikel hilft und zur rechten Zeit kam! Deine Argumente finde ich völlig nachvollziehbar: Wenn „Individualismus“ mit Blick auf das Gestalten des eigenen Wohnraums eine sehr wichtige Rolle spielt, macht es natürlich Sinn, dass Ihr Euch ein Haus kaufen wollt! Und das klingt bei Dir alles doch recht durchdacht 😉 Insofern ganz viel Spaß und viel Erfolg mit Euren Plänen!

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
      • Hallo Julia,

        falls ihr das Haus selber kaufen wolltet und der Vermieter euch nicht gefragt hat, such dir einen guten Anwalt. Du kannst nämlich zigtausend einfordern, weil er dich hätte fragen müssen. Gibts verschiedene Urteile.

        Antworten
  3. Ich glaube, dass der Haus/Wohnungskauf auch von einem Mangel an (eigenen) Alternativen getrieben wird. Es ist halt in aller Munde und man braucht sich (vermeintlich) um nichts kümmern, weil einem der Großteil abgenommen wird. Und natürlich ist die Vorstellung von einem Haus für die meisten wesentlich »romantischer« als schnöde Wertpapieranlagen oÄ.
    Der gesellschaftliche Druck und die eigene »Faulheit« oder auch Angst tun auch ihren Teil dazu. Man fühlt sich wahrscheinlich sicher und aufgehoben, wenn einem alle erzählen, wie toll ein Haus doch ist und wie einfach alles doch funktioniert. Schlechte Dinge erzählen die Menschen gemeinhin nicht, es möchte ja auch niemand eine ehrliche Antwort auf die Frage: »Wie gehts?«

    Für mich stimmt die Rechnung hinten und vorn nicht.

    Antworten
    • Hej Tom,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Es ist wirklich schade, wie viele Leute sich von einem gesellschaftlichen Druck zu etwas verleiten lassen, was sie selbst auf Dauer möglicherweise gar nicht glücklich macht…

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
  4. Den Punkt mit der Ortsbindung finde ich nicht ganz so überzeugend. Solange ich nicht wirklich „am Ar*** der Heide“ etwas kaufe, sondern etwas im Einzugsbereich von Metropolregionen habe ich durchaus die Möglichkeit meine (noch nicht abbezahlte Immobilie) selbst wieder weiterzuvermieten wenn ich den Ort wechseln möchte.

    Als Vermieter habe ich dann natürlich noch mehr Verantwortung an den Hacken, da ich mich u.U. mit den Mietern herumschlagen muss. Dafür kann ich aber einen großen Anteil der Instandhaltungs- und Wartungskosten viel besser steuerlich geltend machen. Im besten Fall zahlt der Mieter meine Immobilie ab.

    Was sagt ihr dazu? 😉

    Antworten
    • Hej Hauke,

      danke Dir für´s Gedanken teilen 🙂 Klar kannst Du Immobilien als Investitionsobjekte nutzen! Wir beziehen uns mit dem Artikel übrigens daher ausschließlich auf das Thema Eigenheim, weil gewerbliche Immobilieninvestments sehr kompliziert sind. Ich finde Du bringst das genau auf den Punkt; natürlich kannst Du Dein Haus vermieten und damit Renditen erwirtschaften. Allerdings hast Du dann eben auch den ganzen Aufwand und musst Dich sehr gut auskennen bzw. auch Wetten abschließen: Wo lohnt es sich dauerhaft, zu investieren und zu vermieten? Habe ich ein gutes Netzwerk (Handwerker, Makler und co.)? Und – am wichtigsten – will ich mir das antun? Möchte ich so viel Zeit in die Verwaltung/Instandhaltung meiner Immobilien investieren?

      Wenn ich mir da die historischen Renditen am Kapitalmarkt anschaue, ist zumindest für mich persönlich (als „faule“ Anlegerin 🙂 die Wahl völlig klar. So eine Hausvermietung/-verwaltung wäre mir viel zu aufwendig und Du weißt auch oft nicht vorher, ob es sich lohnt- insbesondere, wenn Du Deine Arbeitszeit mit einrechnest.

      Also, totale Geschmacksache! Altersvorsorge geht aber auf jeden Fall einfacher 🙂

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
  5. Und wo bekomme ich denn 4% Zinsen? Wir wissen nicht wie sich die Zinslage ändert aber um am Beispiel von Hamburg zu bleiben. Die Stadt muss jedes Jahr mind. 10.000 Wohnungen bauen, damit die Mietpreise nicht weiter steigen. Mindestens!! Derzeit schafft sie aber der Mietpreisanstieg geht weiter.
    Ich sehe derzeit überhaupt keinen Grund, warum die Bevölkerungszunahme in HH plötzlich stagnieren oder gar abnehmen sollte.
    Ganz im Gegenteil. je weiter der technologische Fortschritt geht, desto weiter dünnt sich das Land aus. Die Menschen finden keine Arbeit mehr da draußen. Und wo gehen sie hin? Nach Schwerin, Kiel oder Lübeck? Nee, Hamburg wird ihnen die Jobs bieten.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Unsere neuesten Blogartikel zum Thema Geld, Freiheit und Glück direkt in Deine Inbox

Das will ich wissen