Geld anlegen – DAS ist die optimale Reihenfolge

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​​Geld anlegen ist ein Thema, zu dem wir von zehn unterschiedlichen Experten gefühlt zehn unterschiedliche Meinungen hören. Gerade auf YouTube liegt beim Thema Geld anlegen der Fokus auf einzelnen Anlageklassen, die zum Beispiel besonders viel Sicherheit oder Rendite versprechen. Gold vs. Bitcoin, Aktien vs. Immobilien usw.

Dabei ist das eigentlich totaler Quatsch, wenn die Reihenfolge, die wir Dir gleich vorstellen, nicht stimmt. Dann bringt es Dir nämlich rein gar nichts, das “beste” Investment gefunden zu haben. Das kannst Du Dir so vorstellen, wie Dir ein Auto mit den meisten PS rauszusuchen, obwohl Du keinen Führerschein hast. Bringt Dir praktisch nichts.

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

Daher solltest Du wie folgt vorgehen:

1. Notgroschen anlegen

Zunächst solltest Du dafür sorgen, einen Notgroschen auf der Seite zu haben, falls Du unerwartet dringend etwas Geld brauchst. Wenn die Waschmaschine kaputt geht oder Du gar Deinen Job verlierst, solltest Du unbedingt Geld auf der Seite haben, das sofort verfügbar ist.

Wenn Dich das Thema Notgroschen näher interessiert und Du wissen willst, wie hoch er sein sollte, schau Dir mal unseren Blogpost hierzu an.

Für das Bunkern Deines Notgroschens eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Auf das schiebst Du entweder direkt den kompletten Betrag, wenn Du ihn bereits hast, oder per Dauerauftrag jeden Monat so viel es geht von Deinem Gehaltskonto, bis der Notgroschen sozusagen voll ist. Das ist der wichtigste Schritt, bevor es an den Vermögensaufbau geht und dieser Schritt hat absolute Prio!

2. Risikobereitschaft erkennen

Im nächsten Schritt solltest Du Dich mit Deiner Risikotoleranz auseinandersetzen, die entscheidend dafür ist, wie viel Du investieren kannst.

Möchten wir später genug Geld haben, so sind wir quasi gezwungen, auch Risiken einzugehen, denn ohne Risiko gibt es keine Rendite. Aber: Risiko ist nicht gleich Risiko. Wir unterscheiden zwischen guten und schlechten Risiken.

Bei schlechten Risiken ist keine systematische Belohnung zu erwarten. Darum nennen sich schlechte Risiken auch unsystematische Risiken. Das wären Wetten auf die Entwicklung einzelner Aktien bzw. Branchen, Regionen, Immobilien, Kryptowährungen usw. Ein bisschen so wie Lotto spielen. Hier ist also viel Glück im Spiel.

Es macht nicht wirklich Sinn, schlechte Risiken einzugehen, wenn wir sie vermeiden können, ohne an Rendite einzubüßen.

Und da kommen gute Risiken ins Spiel: Bei guten Risiken ist systematisch eine Belohnung zu erwarten. Darunter fällt die Anlage in ganz breit gestreute ETFs.

ETFs, das sind riesige Aktientöpfe, in denen Tausende von Aktien liegen. Damit hast Du die Möglichkeit, die hohe Aktienrendite zu erzielen, vermeidest aber Klumpenrisiken durch die breite Streuung.

Das Risiko dabei ist in erster Linie, die Schwankungen am Kapitalmarkt zu emotional zu ertragen. Denn wissenschaftlich gesehen ist mit Blick auf jahrzehntelange Daten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass wir bei einem langen Anlagehorizont eine ordentliche Rendite als Belohnung erhalten werden.

Dafür müssen wir nur das Auf und Ab an der Börse ertragen und die Füße still halten.

ETFs eignen sich also hervorragend für den Vermögensaufbau, vor allem, wenn Du mit möglichst wenig Risiko möglichst renditestark anlegen willst.

Aber wie können wir nun unsere Risikobereitschaft ermitteln?

Eine junge Person muss sich insbesondere mit zwei Risikopunkten beschäftigen: Wie viel Schwankungen am Kapitalmarkt hält sie aus, ohne kalte Füße zu bekommen? Also was ist die emotionale Risikotoleranz? Und – ganz wichtig, wird aber leider oft vergessen – wie viel Risiko muss sie eingehen, um ihr Ziel auch erreichen zu können?

Für die letzte Frage solltest Du erst einmal herausfinden, wie viel Du später aus Deiner Geldanlage brauchen wirst. Und wie viel Du monatlich renditestark anlegen musst, um ein entsprechendes Vermögen aufbauen zu können.

Schau Dir mal unseren Blogpost zum Thema an. Da bekommst Du ein Gefühl für nötige Sparbeträge bei einer Anlage in globale ETFs.

Geht es hingegen darum, wie gut Du bei Schwankungen schlafen kannst, hilft insbesondere, sich erst einmal mit dem Thema etwas mehr zu befassen und mehr Sicherheit zu bekommen, wenn es darum geht, warum Kurse schwanken und warum uns Krisen gar nichts anhaben können, wenn wir langfristig anlegen.

Auch zu diesem Thema haben wir einen hilfreichen Beitrag. Darin erklären wir, warum Krisen sogar ein Segen für Deine Geldanlage sind, wenn Du noch eine ordentliche Anlagedauer hast.

Also, zusammengefasst sollte ein junger Mensch so viel in ETFs investieren, wie er gut aushalten kann. Das bildet sozusagen die Untergrenze. So kannst Du Dir auch sicher sein, sozusagen alles gegeben zu haben und nur so ist es möglich, dass Du genug im Ruhestand haben wirst.

Eine ältere Person muss sich hingegen insbesondere mit der Frage beschäftigen, wie viel Risiko sie noch eingehen kann, ohne dass sie zu Renteneintritt in die Gefahr läuft, durch schlechte Börsenphasen ihr Vermögen zu schnell aufzubrauchen.

Diese Untergrenze bestimmt, wie viel noch in ETFs gesteckt werden kann und wie viel in schnell verfügbaren, super risikoarmen Anlagen (also Bankguthaben oder Staatsanleihen) liegen muss.

Falls Dich das Thema näher interessiert und Du auf der Suche nach ein paar Faustregeln bist, schau Dir mal unseren Blogpost hierzu an.

3. System bauen

Sobald Dein Notgroschen vorhanden ist und Du weißt, wie viel Du investieren kannst, eröffnest Du ein Depot.

Das brauchst Du unbedingt für Deinen Vermögensaufbau. Und keine Sorge, das war es auch schon an Konten. Also neben Deinem Girokonto brauchst Du ein Tagesgeldkonto und ein Depot und fertig ist die Laube!

Über Dein Depot kannst Du ETFs einkaufen.

Um nun Geld in ETFs zu schieben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber für nahezu jeden ist die sicherste Variante ein Sparplan. In Deinem Depot kannst Du einen Sparplan auf einen ETF einrichten. Ein Sparplan ist quasi auch ein Dauerauftrag, der aber nicht auf ein normales Konto führt, sondern mit dem Du in ETFs investierst.

Dabei ist es ziemlich hilfreich, den Sparplan direkt nach Gehaltseingang ausführen zu lassen. Du bezahlst Dich quasi selbst zuerst, noch bevor Du Dein Geld anderen Leuten für irgendwelche Dinge geben kannst.

Außerdem kannst Du Dir auch ein paar Tricks zunutze machen. Sobald Du eine Gehaltserhöhung bekommst, erhöhst Du Deinen Sparplan um den Betrag, der Dir nun monatlich mehr zur Verfügung steht.

Ein Sparplan am Anfang des Monats sorgt also dafür, dass Du auf jeden Fall genug zur Seite legst und läuft komplett auf Autopilot ab.

Jetzt, wo Dein System steht, kannst Du an das ganze Organisatorische erstmal einen Haken machen und Dich darauf fokussieren, mehr zu investieren. Dafür gibt es zwei Hebel: Einmal weniger ausgeben, also sparsamer leben, und mehr verdienen.

4. Ausgaben managen

Um weniger auszugeben, solltest Du unbedingt Deine Ausgaben hinterfragen. Es lohnt sich auf jeden Fall massiv, genau anzuschauen, wofür Du einerseits Geld ausgeben möchtest und wo Du andererseits gut sparen kannst.

Je mehr Du Deine Ausgaben hinterfragst und dabei auch herausfindest, was Dir eigentlich gar nicht so wichtig ist, wo Du aber bislang trotzdem Geld für ausgegeben hast, desto leichter wird Dir das Ganze fallen. Und desto höher wird Deine Sparquote.

Aber natürlich hat das Ausgaben reduzieren klare Grenzen. Du musst ja irgendwo wohnen und was essen. Absoluter Frugalismus ist für die wenigsten eine gute Idee, sondern für die meisten ist es besser, da zu sparen, wo es nicht wehtut und danach den Fokus auf mehr verdienen zu legen.

Denn erhöhen wir einfach nur unsere Einnahmen, haben aber unsere Ausgaben nicht im Griff, dann erhöht sich fast immer unser Lebensstandard gleichermaßen mit und wir haben nichts gewonnen.

Kommen wir also jetzt erst zum letzten Schritt:

5. Humankapital ausbauen

Wenn Du Deine Ausgaben im Griff hast, überlege mal, wie Du mehr Geld verdienen kannst. Welche Fähigkeiten kannst Du Dir draufschaffen, die einen hohen Wert stiften und für die Dich der Arbeitsmarkt ordentlich entlohnen wird? Kannst Du als Angestellter Dein Gehalt besser verhandeln? Oder selbst ein Unternehmen gründen?

Dein höheres Einkommen kannst Du nun wunderbar in Dein bereits laufendes System schieben.

Wenn wir richtig investieren und die Reihenfolge beachten, haben wir am Ende nicht nur ein ordentliches Vermögen, wir vermeiden so auch unnötige Risiken. Also zum Beispiel nicht genug Cash für Notfälle zu haben. Aber andererseits auch das große Risiko, später nicht genug Geld zu haben, weil wir zum Beispiel nicht regelmäßig investieren und nur dann anlegen, wenn es uns gerade passt.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 26. Januar, 2023
LETZTE AKTUALISIERUNG: 26. Januar, 2023
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