Warum wir Roam Research so genial finden

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roam research

Vielleicht kennst Du das: Du liest ein mega gutes Buch, dass Dir (gefühlt) total weiterhilft, aber nach ein paar Monaten kannst Du Dich an kaum etwas erinnern als an ein, zwei einprägsame Aussagen.

Oder Du suchst im ganzen Internet nach „diesem einen“ Artikel, aus dem Du eine total wichtige Erkenntnis gezogen hast, aber findest ihn einfach nicht mehr. Vielleicht hat er sogar als Quelle für eine Arbeit von Dir gedient und nun googlest Du Dir die Finger wund.

Wir kennen das alles nur zu gut: Die Zeitverschwendung bei der Suche nach wichtigen Quellen oder das frustrierende Gefühl bei der Erkenntnis, dass man fast alles wieder vergessen hat.

Seitdem wir Roam Research nutzen, gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Weil wir so begeistert sind und das natürlich alles mit Dir teilen wollen, widme ich mich in einer mehrteiligen Artikelserie unserem neuen Lieblings-Tool.

Unser Sorgenkind Wissensmanagement

Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit Wissensmanagement. Das liegt nicht nur an unserer Selbstständigkeit. Auch davor haben wir schon lange überlegt, wie wir die Inhalte aus all den tollen Büchern, Blogposts, Podcasts und Co. besser verwerten und – vor allen Dingen – behalten können.

Dabei haben wir diverse Note-Taking-Apps ausprobiert (Simple Notes, Evernote und Co.) und den eigenen Content meist in GoogleDocs erstellt.

Das Problem dabei: Nichts ist miteinander verknüpft und ständig muss man sich über Ordnerstrukturen und Dokumenten-Benennungen Gedanken machen, damit man die Dinge wiederfindet. Auch die ganzen Kindle-Highlights verschwinden gefühlt im Nirwana.

Dann haben wir Notion gefunden – die eierlegende Wollmilchsau, mit der wir unsere Leben mittlerweile hervorragend organisieren. Neben allen planerischen Tätigkeiten und dem ganzen Projektmanagement haben wir auch versucht, Notion für unser Wissensmanagement (als Wiki) und für die Content-Erstellung zu nutzen. Doch auch hier kamen wir regelmäßig an die Grenzen, wenn wir Informationen gesammelt haben, da wir einfach keine gescheite Struktur finden konnten.

Mittlerweile wissen wir, warum das nicht geklappt hat (mehr dazu gleich). Denn mittlerweile kennen wir Roam Research (kurz Roam). Dieses schlichte Programm hat für uns und viele Mitmenschen da draußen das ganze Thema Wissensmanagement revolutioniert. Alter Schwede. Wir haben immer noch andauernd Momente, wo wir nicht fassen können, wie viel besser die ganze Sache jetzt läuft.

Hierarchien passen nicht zu unserem Gehirn

Das Problem bei herkömmlichen Apps haben wir ja schon angerissen: Alle funktionieren hierarchisch, d.h. es gibt Ordner (oder Notizbücher, Datenbanken etc.), in denen Dokumente liegen. Und diese Dokumente sind normalerweise nicht untereinander verknüpft. Man kann zwar Verweise einfügen, aber oft ist das recht umständlich und geht immer nur in eine Richtung.

Außerdem müssen die Dokumente ja irgendwo abgelegt werden. Sie brauchen ein Zuhause in einem Order oder ähnlichem. Hierarchien sind also unumgänglich.

Das führt immer wieder zu neuen Entscheidungen, die getroffen werden wollen: Kommt die grobe Skizzierung meiner Idee jetzt in den „Blogpost“- oder „YouTube“-Ordner, wenn ich beides draus machen will? Packe ich diesen Artikel jetzt unter „Produktivität“ oder „Online-Business“?

Und sind meine Highlights und Gedanken zu dem Buch hier eigentlich geschäftlich oder privat?

Gerade bei uns Creators und den Leuten mit Personal Brands überschneidet sich das andauernd. So passiert es uns oft, dass wir quasi privat Tagebuch schreiben, doch aus einem guten Gedanken später ein Baustein für den Newsletter entsteht.

Sprich: Für alle Dokumente, bei denen es nicht super einleuchtend ist muss man immer wieder aktiv eine Entscheidung für einen Ablageort treffen. Wenn einem dann irgendwann auffällt, dass die Struktur, die man mühsam zusammengezimmert hat, einige Fehler hat oder sich Dinge einfach weiterentwickeln, muss man alles umbauen und umziehen.

Roam hingegen braucht diese Entscheidungen nicht. Denn Roam hat keine Ordner. Das einzige, was Roam an Struktur hat, sind Links. Darüber verbindet man alle einzelnen Dokumente zu einem einzigen Netzwerk.

Netzwerke sind viel besser für kreative Arbeiten

Die Schwäche hierarchischer Systeme besteht darin, dass „abgelegtes Wissen“ von anderen Ideen, die interessante Verbindungen schaffen könnten, getrennt bleibt. Kreativität findet ausschließlich im Kopf statt.

Wenn wir aber aus unseren Notizen ein Netzwerk bauen, können wir Querverbindungen und Assoziationen herstellen. Wir bauen uns quasi ein zweites Gehirn.

Dein Kopf arbeitet auch nicht mit Ordnern, sondern ist wie ein Netz, das Verknüpfungen unter den einzelnen „Notizen“ herstellt, die dann bei entsprechenden „Schlagworten“, die aufpoppen, abgerufen werden.

In Roam kannst Du alle Infos und Gedanken untereinander verlinken, indem Du sie verschlagwortest. Dadurch entsteht automatisch eine Verbindung zwischen verwandten Dokumenten.

Theoretisch klingt das kompliziert, also schau Dir mal dieses Beispiel hier an:

Der Screenshot zeigt den Entwurf für den Blogpost, den Du gerade liest.
Auf diesem siehst Du einen Artikel von Tiago Forte, den ich in Roam kopiert habe.
Beide Seiten habe ich mit „#Roam“ getagged. Nun kann ich unter der Seite „Roam“ alle verlinkten Seiten finden.

Auffinden von Infos und ein (super schnelles) Zurechtfinden kommt also über Links, die man fast automatisch setzt. Und diese sind immer automatisch bidirektional. So kann man Informationen auch im Nachhinein miteinander in Verbindung bringen bzw. Verbindungen entdecken!

Aus unserer persönlichen Erfahrung entwickeln sich dadurch ganz andere Denkweisen und die eigene Kreativität blüht automatisch auf, wenn solche Verbindungen entstehen. Das betrifft nicht nur den Kreationsprozess – man liest auch gleich viel aufmerksamer und kommt dabei schon leichter auf neue Ideen, wenn man die Verlinkung im Hinterkopf hat.

Und das macht mega Spaß: Wir begeistern uns auf einmal total dafür, wie wir Infos am besten sammeln und aufbereiten – was bereits die halbe Miete ist.

Das altbekannte Weiße-Blatt-Problem, das bei uns schon für die ein oder andere Schreibblockade gesorgt hat, ist somit Schnee von gestern. Denn für die Themen, mit denen man sich befasst, wächst am laufenden Bande das Repertoire an Quellen und Gedanken. So hat man immer verlinkte Seiten, von denen man aus wunderbar mit dem frischen Text starten kann.

Hier nochmal der letzte Screenshot von oben. Bevor ich mit dem Schreiben dieses Artikels anfing, hatte ich schon Notizen zu drei anderen Roam-Artikeln gespeichert und konnte direkt loslegen, indem ich mit diesen Notizen gestartet hab.

Mehr Headspace für die wichtigen Dinge

Da es keine Hierarchien gibt – also alles unabhängig voneinander und nie unter- oder übergeordnet ist – muss man sich auch nie wieder Gedanken um Strukturen machen. Alles kann einfach friedlich nebeneinander her existieren.

Aufräumen entfällt damit ebenso, da man gar nicht erst Unordnung anrichten kann – logisch. Sollte man hingegen doch einmal aus Versehen ein Verlinkung falsch benennen, ist das kein Problem: Man kann sie einfach korrigieren.

Falls es schon eine ähnliche Velinkung gibt, kann man beide zusammenführen. Das ist großartig, wenn man aus Versehen einen ähnlichen Begriff verwendet und beides Clustern will (z.B: „Angst“ und „Ängste“ oder „Produktivität“ und „produktiv“). So entscheidet man sich im Nachhinein einfach für eine Lösung und fertig.

Zuerst gab es zwei Seiten: „Produktivität“…
… und „produktiv“. Benenne ich nun „produktiv“ in die schon bestehende Seite „Produktivität“ um …
… so werden beide Seiten – und somit natürlich auch alle Verlinkungen darunter – zusammengeführt.

Sollte man mal vergessen haben, Links zu setzen, kann man das mit einem Klick nachholen. Denn man sieht auf einen Blick alle unverlinkten Blöcke.

Gold hat „5 Unlinked References“, alle in rot eingekreist. Klicke ich nun auf „Link All“ (oder einzeln auf „Link“),…
werden alle Stellen mit Gold automatisch verlinkt.

So muss man nie die Sorge haben, nicht sauber zu arbeiten und damit irreversible Fehler zu begehen – alles lässt sich auch im Nachhinein verbinden.

Außerdem ist das ganze Programm super schlicht und hat nur den allernötigsten Funktionsumfang. Das ist total befreiend, weil man keine Ablenkung hat und sich aufs Wesentliche fokussiert, ohne das Gefühl zu haben, dass man wichtige Features übersehen könnte. Man sucht nie nach Orientierung – quasi das Gegenteil von Plattformen wie LinkedIn 🙂

Wenn Du wissen willst, wie wir ganz konkret Roam nutzen, dann lies unseren nächsten Post aus der Serie über unsere Erfahrungen mit Roam! Darin erläutere ich das genau – mit vielen Beispielen.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 02. März, 2022
LETZTE AKTUALISIERUNG: 26. April, 2022
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