Geld anlegen UND flexibel sein, wenn ich das Geld brauche – Wie geht das?

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Du willst Geld anlegen, aber trotzdem jederzeit drankommen, wenn es mal eng wird? Das klingt vernünftig, aber kann das überhaupt funktionieren? In diesem Beitrag klären wir, wie Du langfristig Vermögen aufbauen kannst, ohne dabei Deine finanzielle Flexibilität zu verlieren.

Warum globale Aktien-ETFs langfristig die beste Geldanlage sind

Am sinnvollsten für die langfristige Geldanlage sind globale Aktien-ETFs – da sind sich die seriösen Experten ziemlich einig. ETF steht für „Exchange Traded Fund“, also börsengehandelter Fonds. Aktien-ETFs bilden die Entwicklung eines Aktienindex ab (zum Beispiel den MSCI World).

Ganz einfach ausgedrückt: Ein Index ist wie die erste Bundesliga beim Fußball – dort sind die besten Unternehmen eines Marktes, einer Region oder einer Branche drin. Globale ETFs bestehen dabei nicht aus zehn oder zwanzig Aktien, sondern aus mehreren hundert oder sogar tausend Unternehmen. Du kaufst also nicht einzelne Firmen, sondern ein dickes Paket, das vollautomatisch zusammengestellt ist – und zwar aus den erfolgreichsten Unternehmen eines Marktes.

Bei globalen Aktien bedeutet das: Du investierst in die besten Aktien weltweit. Damit spiegelst Du langfristig die Entwicklung der Weltwirtschaft wider. Historisch lagen die durchschnittlichen Gewinne bei etwa 7–8 Prozent pro Jahr, beziehungsweise nach Inflation bei ungefähr 5–6 Prozent.

Das ist deutlich mehr als bei Tagesgeld, klassischen Versicherungen oder Anleihen – und das ist über viele Jahrzehnte sehr klar belegt. Zusätzlich sind ETFs extrem günstig, weil Du keinen Berater und keine Versicherung bezahlst. Diese Kostenunterschiede können über eine lange Anlagedauer schnell fünf- oder sogar sechsstellige Beträge ausmachen.

Dazu kommt: ETFs sind einfach zugänglich. Sparpläne sind schon ab 1 Euro möglich. Und sie sind super unkompliziert in der Handhabung: einmal einstellen, langfristig laufen lassen. Genau deshalb sind sie so gut automatisierbar und für den langfristigen Vermögensaufbau ideal. Übrigens: Wenn Du wissen willst, wie Du wissenschaftlich fundiert in globale ETFs investierst, dann schau Dir mal unser kostenloses Webinar dazu an.

Rendite vs. Risiko: Warum Du ohne Zeit an der Börse nichts gewinnst

Allerdings ist entscheidend, dass Du langfristig anlegen kannst! Warum das so ist, ist im Kern schnell erklärt: Rendite kommt von Risiko. Ohne Risiko gibt es keine Rendite – Tagesgeld ist das beste Beispiel. Gleichzeitig wollen wir natürlich nicht unvernünftig sein und irgendwelche schlechten Risiken eingehen, weil es bei den meisten Menschen um Altersvorsorge geht.

Die Frage ist also: Wie können wir Risiko reduzieren, ohne die Rendite komplett zu zerstören? Dafür gibt es zwei entscheidende Faktoren. Erstens: breite Streuung. Wenn Du global investierst, reduzierst Du Dein Risiko massiv im Vergleich dazu, wenn Du auf einzelne Aktien oder einzelne Länder setzt. Zweitens: Zeit. Lange anzulegen ist besonders wichtig, wenn es an der Börse mal bergab geht.

Was passiert bei einem Crash? So funktioniert langfristiges Investieren in Krisen

Und damit sind wir bei der Frage, die fast immer kommt: Was ist denn, wenn eine Krise kommt? Die Antwort ist: Aktienmärkte schwanken immer – das ist völlig normal. Auch Crashs sind normal. Sie kommen immer wieder vor, genauso wie Rezessionen ein normaler Teil unseres Wirtschaftszyklus sind. Entscheidend ist aber: Wer langfristig investiert (also 10 bis 15 Jahre), hat historisch immer positive Renditen erzielt – trotz Krisen.

Denn Kurse fallen nie dauerhaft, sondern erholen sich langfristig immer wieder, weil die Wirtschaft langfristig wächst. Das gilt allerdings nur bei globaler Streuung – nicht bei einzelnen Aktien. Verluste werden außerdem nur dann real, wenn Du verkaufst.

Deshalb lautet die wichtigste Regel: Nicht anfassen, wenn es mal runtergeht, sondern abwarten. Rückgänge sind langfristig sogar eher eine Chance, günstig nachzukaufen. Wenn Du das noch besser verstehen willst, schau Dir unser Video Wie investiere ich langfristig während einer Rezession? an. Dort erklären wir, warum Krisen sogar gut für die Geldanlage sein können.

Warum „jederzeit verfügbar“ und „hohe Rendite“ nicht zusammengehen

Das bedeutet allerdings auch, dass man eben nicht vollständig flexibel ist. Es gibt Zeiten, in denen man nicht an das Geld gehen kann oder sollte. Wer flexibel sein möchte, also jederzeit an das Geld kommen will, kann umgekehrt keine langfristige Anlagedauer garantieren.

Wenn man mitten in einer Krise an das Geld muss und erst zum Beispiel drei Jahre vorher eingestiegen ist, müsste man unter Umständen erhebliche Verluste realisieren. Für eine flexible Anlage kommt daher nur eine risikoarme Strategie infrage. Dazu zählen Tagesgeld, Festgeld für den Zeitraum, in dem es gebunden werden kann (etwa ein bis drei Jahre), oder kurzfristige Staatsanleihen höchster Bonität in Euro als Sicherheitsbaustein. Das Problem hatten wir ja schon: Rendite kommt von Risiko. Daher ist bei diesen Anlageformen keine nennenswerte Rendite über der Inflation zu erwarten.

Fazit

Aus diesem Grund sollte alles, was zehn bis fünfzehn Jahre lang nicht gebraucht wird, in Aktien-ETFs als Renditebaustein investiert werden. Langfristiges Anlegen und flexibel bleiben erfordern also zwei komplett verschiedene Anlageklassen. Man sollte beide haben, doch eine eierlegende Wollmilchsau in einem einzigen Produkt, also hohe Rendite bei jederzeitiger Verfügbarkeit, gibt es nicht. Vorsicht vor jedem, der so etwas verspricht! Dennoch gilt: Mit einem guten Plan kann man beides umsetzen, sowohl flexibel Geld anlegen als auch renditestark investieren.

In dem Artikel „Die beste Geldanlage ohne Risiko? DAS sagt Dir keiner!“ erklären wir, welche Risiken man eingeht, wenn man sehr sicherheitsorientiert anlegt. Das klingt paradox und ist gerade deswegen so wichtig.


Dieser Artikel basiert auf einer Folge unseres Podcasts. Da wir den gesprochenen Inhalt für Dich verschriftlicht haben, kann es an manchen Stellen etwas umgangssprachlicher zugehen als in einem klassischen Blogartikel.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 30. Juni 2025
LETZTE AKTUALISIERUNG: 19. Februar 2026
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