24. September, 2021

Schwarz-weiß ist selten

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Einer unserer Lieblings-Komiker, Kurt Krömer, hatte schwere Depressionen. Diese Nachricht geht gerade durch die Medien und hat uns für das Thema dieses Blogposts inspiriert. Wir sprechen gerne über sogenannte Tabu-Themen, weißte ja 😉

Die Sache ist: Gerne beurteilen wir andere Menschen und uns selbst im Schwarz-Weiß-Format. 

Entweder bin ich Alkoholiker oder nicht, depressiv oder nicht, essgestört oder nicht etc. 1 oder 0.

Aber...

...fast alles ist ein Spektrum.

Am deutlichsten ist uns das beim Thema Alkohol aufgefallen, da wir ja mit unserem Kumpel Tim lustige Alkoholfrei-Challenges veranstalten. 

Natürlich gibt es DEN Alkoholiker, der morgens um 8 schon beim Korn ist. Aber viele Leute sind irgendwo auf dem Spektrum zwischen Anti-Alkoholiker und Volle-Möhre-Alkoholiker. Was entscheidend ist: Steht der Alkohol einem in irgendeiner Weise im Weg – unabhängig von der Menge, die man trinkt – hat man ein Problem. Das ist subjektiv, nicht objektiv.

Und das gilt auch beim Thema Depressionen, Essstörungen und Co.: Diese Dinge sind nicht schwarz-weiß, sondern auf einer Grauskala angesiedelt.

Doch leider halten wir uns oft viel zu lange mit den Diagnosen auf, bevor wir uns Hilfe suchen. Wir möchten wissen, ob wir “schwarz” oder “weiß” sind.

Auch oft mit dem Gedanken: “Ja, aber ich hab kein echtes Problem, denn anderen geht es viel schlechter.”

Natürlich gibt es IMMER jemanden, dem es schlechter geht! Das ist bei einer Grauskala ziemlich sicher.

Manche haben eine kurze depressive Episode, andere kommen monatelang kaum aus dem Bett. Die eine ist offensichtlich magersüchtig, der anderen sieht man es nicht an, aber sie ist trotzdem innerlich besessen vom Zwang, dünn zu sein und kann an kaum etwas anderes als an ihre Figur und ihr Essverhalten denken.

Egal, wo Du Dich ansiedelst: Nimm Dich ernst. Wenn Du immer wieder unglücklich bist, warte nicht so lange, bis “der Fall klar ist” oder weil Du Angst hast, jemand anderem “den Platz wegzunehmen”. 

Es ist so wichtig, sich um seine seelische Gesundheit zu kümmern.

Denn ist die nicht einigermaßen im Lot, wirst Du oftmals auch körperliche Folgen davontragen.

Und auch beim (im Verhältnis) weniger wichtigen Thema Finanzen hat das einen entscheidenden Einfluss. Dir werden die besten Spar- und Investment-Tipps nicht helfen, wenn Du noch andere Blockaden zu lösen hast und somit aktuell gar nicht ins Handeln kommen kannst 😉

Ok, angenommen, “man” würde sich gerne Hilfe holen, was macht man am besten? Geht man zum Coach oder zum Psychotherapeuten?

Bist Du einfach unglücklich, weißt nichts mit Dir anzufangen oder fühlst Dich in irgendeiner Weise blockiert, dann würden wir schwer empfehlen, zu einem Psychotherapeuten zu gehen.

Aus unserer eigenen Erfahrung müssen erst einmal Dinge aus der Vergangenheit bewältigt werden, um sich künftig gut um sich kümmern zu können.

Bist Du hingegen im Allgemeinen gut drauf und weißt, was Du willst – nur in einem bestimmten Bereich würdest Du gerne Fortschritte machen, dann würden wir einen Coach empfehlen.

Der kann mit Dir “trainieren”, Verhaltensweisen und Co. zu ändern.

Also kurzum: Mit einem Psychotherapeuten schaust Du in die Vergangenheit und mit einem Coach in die Zukunft. Beides hat seine Berechtigung aus unserer Sicht und kann sich sogar ergänzen. Und klar, das ist auch nicht immer so trennscharf.

Man kann das auch sinnbildlich so beschreiben, zum besseren Verständnis: Ein Psychotherapeut ist wie ein Arzt, ein Coach wie der Trainer. Hast Du ein gebrochenes Bein, muss das erstmal vom Arzt behandelt werden, bevor Du wieder Muskeln aufbauen kannst. Bist Du nur zu schwach, kannst Du direkt mit dem Trainer Deine Muskeln aufbauen. Das wäre aber eine schlechte Idee, wenn das Bein (noch) gebrochen ist. Ungefähr so 🙂

Beide Varianten haben auch uns übrigens schon sehr viel geholfen. Und ja, Du wirst wahrscheinlich ein paar Leute testen müssen, bis Du die richtige Person gefunden hast.

Und nochmal ja, je nach dem, wie viel sich bei Dir “angesammelt” hat, kann es seeehr lange dauern, bis Du über den Berg bist.

Aber wir können Dir nur Mut machen: Es lohnt sich!

Anna litt schon in jungen Jahren unter gestörtem Essverhalten und arbeitet immer noch an ihrer Genesung. Das hat übrigens so lange gedauert, weil sie ihr Problem ewig als “nicht schlimm genug” abgetan hat. So viel dazu 😉

Eddy war als Kind von viel Traurigkeit überschattet und lebte lange nach dem Motto: “Geht schon irgendwie”.

Nun sind wir beide nie an den Punkt gekommen, dass es uns so schlecht ging, dass wir in eine Klinik mussten oder Ähnliches. Wir konnten auch immer unserer Arbeit nachgehen und quasi unauffällig Teil der Gesellschaft sein. Doch so toll war das oft auch nicht.

Wir haben den Eindruck, dass der Großteil der Menschen (zumindest in unserer Kultur) eher in diesem Zwischenstadium hängt, als jetzt ein super lähmendes Problem zu haben. Und genau hierfür wollen wir an dieser Stelle sensibilisieren:

Jeder Mensch hat aus unserer Sicht zu jeder Zeit das Recht, sich Hilfe zu holen und wir wollen dazu ermutigen, dass es genau so normal wird, zum Psychotherapeuten zu gehen wie zum Zahnarzt.

Und dass man locker mit seinen Freunden und Arbeitskollegen darüber sprechen kann und sich miteinander frei austauscht. Wie geil wäre das denn bitte?! 🙂

Du hast noch Fragen?

Dann hau sie in die Kommentare und wir antworten schnellstmöglich.

Anna & Eddy LazyInvestors

Über uns

Hej! Wir sind Anna & Eddy und helfen seit 2016 Menschen dabei, ihre Finanzen selbstständig in den Griff zu bekommen. Zu dem Thema kamen wir aus dem eigenen Schmerz, denn auch wir sahen nicht durch den Wust an intransparenten Altersvorsorge-Produkten durch. Mit Hilfe von Annas Doktortitel der Wirtschaftswissenschaft (summa cum laude) haben wir uns in das Thema hineingefuchst und wollen andere davor bewahren, die üblichen Fehler zu machen. Wir sind keine Finanzberater, Anlagevermittler oder Versicherungsmakler, sondern stellen unabhängige Informationen zur finanziellen Bildung bereit. Erfahre hier mehr über uns.

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