9 Methoden, mit denen Du umgehend Dein Leben schöner machst – Teil 1

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Kennste das? Grundsätzlich ist alles in Ordnung, Dein Leben läuft, aber irgendwie fühlst Du Dich nicht so gut. Innen drin brodelt es, Du bist müde oder einfach frustriert. Doch das Gefühl ist zu subtil, um genauer hinzuschauen; es gibt viel zu tun und so verharrst Du – tagelang, wochenlang oder monatelang – in diesem rastlosen, unzufriedenen Zustand.

Manche verbringen ihr Leben in einem konstanten “muss ja” oder “wird schon”. Das möchtest Du nicht? Der erste Schritt ist genau hinzuschauen, was Dich unzufrieden macht. Kannst Du identifizieren, wo Dein Störgefühl herkommt? Machst Du Dir Sorgen mit Blick auf die Zahnbehandlung nächste Woche? Bringt Dich vielleicht eine Person regelmäßig aus der Ruhe?

Wir schlagen vor: Mach Dir erst einmal bewusst, was vor sich geht. Und prüfe mal, ob Dir unsere Methoden helfen könnten. Überfordere Dich nicht – schön eins nach dem anderen! Vielleicht schaust Du zunächst, welches Thema Dich hier intuitiv am meisten anspricht, dann setze genau darauf den Fokus und übe Dich darin, den Trick in Dein Leben zu integrieren.

Weil wir selbst viele Sachen gleichzeitig verbessern wollten, haben wir früher oft gar nichts auf die Reihe bekommen. Nach unserer Erfahrung haben sich stetige, kleine Veränderungen massiv bewährt und rückblickend am allerbesten funktioniert.

1. Übernimm die Verantwortung

Das Fundament für ein dauerhaft gutes Leben bildet die Eigenverantwortung. Nur, wenn Du selbst das Ruder in die Hand nimmst und es nicht äußeren Faktoren überlässt, wie Dein Leben verläuft, kannst Du Dich frei fühlen und innere Ruhe erlangen. Checke also zunächst, ob Du diese Grundvoraussetzung bereits verinnerlicht hast oder hier erst einmal ansetzen solltest.

Denn eins ist sicher: Nicht die anderen sind schuld an Deinem Frust. Nicht Deine Freundin, der Staat, Deine Arbeit oder der Nachbar; auch nicht der Auftraggeber, der einfach nicht einsieht, dass Deine Leistung mehr wert ist, als er zahlen will. Oder Deine Chefin, die Dir immer mehr Arbeit auf den Tisch legt, als Du bewältigen kannst.

Du entscheidest Dich dafür, die Überstunden zu machen, um Deiner Chefin zu gefallen oder eine Dienstleistung anzubieten, die nicht genug gefragt ist, um hohe Preise aufzurufen. Du entscheidest Dich, eine Beziehung mit Person x zu führen und in der Stadt y zu leben.

Wir leben in einem solchen Luxus, dass wir konstant unsere Lebensentscheidungen neu treffen können und unbedingt müssen. Denn entscheidest Du nicht aktiv, kommst Du aus dem Agieren ins Reagieren und gibst das Ruder für Dein Leben aus der Hand.

Vermutlich fallen Dir gerade ganz viele Dinge in Deinem Leben ein, die Du vermeintlich nicht beeinflussen kannst. Aber ist das wirklich so? Oder möchtest Du nur den Preis nicht zahlen, Deine Umstände zu verändern?

Vielleicht hast Du Dir gerade ein Haus gekauft und nun merkst Du, dass Dein Nachbar den ganzen Tag laut Volksmusik hörst. Bald kennst Du nur noch ein Thema und erzählst auch Deinen Kollegen und Freunden den ganzen Tag von nichts anderem.

Sollte Dein Nachbar nicht zur Vernunft kommen, kannst Du wieder wegziehen. Ja, das kannst Du wirklich! Möglicherweise wird es teuer und umständlich, aber Du kannst darüber entscheiden, was Du tust. Und Du entscheidest selbst, in der Situation zu verharren oder sie zu verändern. In beiden Fällen zahlst Du den Preis für Dein (Nicht-)Handeln.

Du kannst so gut wie alles gestalten. Wenn Du etwas nicht aktiv verändern kannst, kannst Du zumindest an Deiner Einstellung arbeiten. Sei niemals das Opfer Deines Lebens. Denn dies ist ein gelingsicheres Rezept für Unglück.

Überlege vielmehr: “Wenn ich dies hier verändern möchte, was ist der Preis dafür? Und was ist der Preis, den ich zahle, wenn ich nichts ändere?” Und dann triff aktiv eine Entscheidung.

2. Visualisiere negativ

Oft heißt es Du sollst positiv denken und negativen Gedanken keinen Raum geben, um Dein Mindset zu verändern und grundsätzlich fröhlicher zu werden. Das ist an sich erst einmal eine tolle Idee, denn Du kannst aktiv die Strukturen in Deinem Gehirn beeinflussen und somit Positivität trainieren.

Aber was machst Du denn mit den unterschwelligen Ängsten, die immer wieder an die Oberfläche gelangen? Sorgen um bevorstehende Prüfungen, den Gesundheitszustand geliebter Menschen bis hin zum eigenen Tod werden immer wieder auftreten. Solltest Du sie einfach wegschieben? Machst Du Dir dann nicht etwas vor?

Die Stoiker haben zum Umgang mit Ängsten und Sorgen eine großartige Methode, die Dir nicht nur dabei hilft, Deine Furcht zu mindern, sondern Dich im Ergebnis insgesamt zu einem glücklicheren Menschen macht: Negative Visualisierung. Was auf den ersten Blick völlig gegensätzlich und kontraproduktiv erscheint, ist ein großartiger Trick für ein zufriedeneres Leben.

Stell Dir vor, Du musst morgen aus Deiner geliebten Wohnung ausziehen, weil Dein Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Baue eine richtige Geschichte dazu und spüre genau, wie Du Dich dann fühlen würdest. Die Trauer um Dein Heim, die Angst davor, keine neue Bleibe zu finden und all der Stress, den so ein Umzug mit sich bringt. Stell Dir alles genau vor. Und dann überlege in Deiner Geschichte, wie es weitergeht. Wo wirst Du realistischerweise eine neue Wohnung finden? Wie könnte diese aussehen?

Schon in der Übung wirst Du vermutlich merken, dass alles eigentlich gar nicht so schlimm wäre wie angenommen. Den Umzug wuppst Du und Du wirst Dich vermutlich schnell an die neue Wohnsituation gewöhnen. Vielleicht findest Du sogar ein paar Vorteile in der Gelegenheit, Dich nochmal neu einzunisten. Nach der Übung wirst Du außerdem Deine aktuelle Wohnung vermutlich so sehr zu schätzen wissen wie schon lange nicht mehr.

Dies ist nur ein kleines Beispiel. Genauso gut kannst Du die Methode für die nächste Arztbehandlung oder einen Vortrag, den Du halten musst und wovor Du Angst hast, anwenden. Die Stoiker empfehlen sogar, ab und an den eigenen Tod oder den von Dir nahestehenden Menschen zu visualisieren, um hiervor die Sorge zu nehmen.

Negativ zu visualisieren hilft Dir, das zu schätzen und zu lieben, was Du bereits hast. Gleichzeitig mindert es Deine Angst vor Dingen, die außerhalb Deines direkten Einflussbereichs liegen. Schnell wirst Du sehen: Viele Worst-Case-Szenarien sind gar nicht so furchtbar wie zunächst angenommen. Fange mit leichteren Themen an und dann gehe zu schweren Brocken über.

Hilfreich ist die Methode außerdem, um Enttäuschungen vorzubeugen. Wie oft warst Du schon voller Vorfreude auf den nächsten Urlaub und dann erst einmal bitter enttäuscht, weil irgendetwas (Anreise, Hotel, Landschaft, Leute) nicht dem entsprach, wie Du es Dir ausgemalt hast?

Auch hier hilft: Stell Dir vorher vor, dass es regnen wird und sich andere Hotelgäste unmöglich benehmen. So bildlich wie möglich. Du wirst Dich wundern, wie sehr Du Deine “echte” Reise dann wirklich zu schätzen weißt und wie leicht es Dir auf einmal fällt, über Kleinigkeiten, die Dich sonst gestört hätten, hinwegzusehen.

Was teilweise sogar makaber klingen mag (z.B. den Tod zu visualisieren), macht das Leben leichter und schöner. Probiere es aus! Schnell merkst Du: Du kannst viel mehr bewältigen und verkraften, als Du denkst. Du wirst Deine jetzigen Umstände zu schätzen wissen und Deine Ängste werden kleiner.

Um unsere Anmerkung vom Anfang noch einmal zu verdeutlichen: Es geht nicht darum, einer Herausforderung pessimistisch gegenüber zu stehen. Pessimismus finden wir ziemlich sinnlos. Als wir mit dem negativen Visualisieren angefangen haben, ist uns das jedoch manchmal passiert, denn die Grenzen verschwimmen schnell. Hier hilft Dir vielleicht folgendes:

Es gibt einen großen Unterschied zwischen “Oh mein Gott, ich hab´s einfach nicht drauf und werde auf der Bühne mit meinem Vortrag auf jeden Fall versagen!” und “Ich bin super vorbereitet; doch trotzdem besteht die Möglichkeit, dass ich mich verspreche und die Leute komisch gucken. Vielleicht lacht mich sogar jemand aus, wer weiß.”

So behältst Du eine positive Grundhaltung bei, setzt Dich aber gleichzeitig mit weniger schönen Szenarien auseinander, die durchaus eintreten können. Wir praktizieren diese Methode nun schon über ein Jahr hinweg regelmäßig und sind sehr große Fans geworden. Zum einen können wir unsere Umwelt besser akzeptieren und sind somit wesentlich gelassener als früher, zum anderen sind wir viel, viel seltener enttäuscht.

Empfehlenswert zum Thema ist der neue TED-Talk von Tim Ferriss, der diese Technik noch weiter führt und lebensnah erklärt. Wenn Du generell mehr über die Stoiker und deren großartige Methoden für ein zufriedenes Leben erfahren möchtest, empfehlen wir Dir dieses Buch*.

3. Arbeite pareto-optimal

Das Paretoprinzip besagt: In 20% der Zeit schaffst Du 80% Deiner Arbeit. Die restlichen 80% der Zeit brauchst Du, um die letzten 20% des Ergebnisses hinzukriegen. Nun überlege: Arbeitest Du immer auf diese 100% hin? Wäre es nicht oftmals viel sinnvoller, nur 80% zu erreichen und somit 80% an Aufwand zu sparen?

Immer 100% leisten zu wollen – also Dinge perfekt zu erledigen – erfordert immens viel Zeit und Energie. Außerdem wirst Du Dich oft minderwertig fühlen und für unzulänglich halten, denn Perfektionismus ist meist unerreichbar. Die wenigen Momente, in denen Du Dir selbst Anerkennung zeigst, weil Du etwas tadellos gemacht hast, finden dann oft am Rande der Erschöpfung statt.

Eddy ist am Anfang seiner Gründer-Karriere in die Perfektionismus-Falle geraten: Als er sein erstes Produkt entwickelte, musste zum Launch alles perfekt sein. Die Folge war, dass die Markteinführung ewig gedauert hat, das Produkt am Ende zu teuer, die Marge zu klein war und so weiter.

Wenn Du Dich genau umschaust, wirst Du außerdem schnell sehen, dass nichts im wahren Leben perfekt ist. Kennst Du wirklich jemanden, der immer alles hinkriegt oder hat die Person nicht auch Schwächen? Machen alle anderen einwandfreie Arbeit oder auch Fehler?

Hilf Dir selbst, in dem Du Dir Zeitfenster setzt, in denen Du 80% schaffen kannst. Und dann lebe mit dem Ergebnis. Am Anfang wirkt das bedrohlich, insbesondere dann, wenn Du bislang über die 80% hinaus performed hast. Wenn Du aber ein paar Mal erfahren hast, dass die Welt nicht untergeht, wenn Du etwas nicht einwandfrei machst, baust Du wieder Vertrauen auf. Hier hilft – wie so oft – die regelmäßige Übung.

Das überzeugt Dich nicht und macht Dir Angst? Stell Dir vor was passiert, wenn Du eine nicht-perfekte Arbeit ablieferst. Das geht mit negativem Visualisieren (siehe oben) auch ganz gut. Schnell wirst Du merken: So richtig viel kann Dir nicht passieren. Anderen fällt übrigens der Unterschied zwischen 100% und 80% eher selten auf. Dein Chef oder Deine Kunden werden eher Deine neue Leichtigkeit spüren, als Mängel entdecken.

Das hat Eddy dann auch gemerkt und heute geht er wesentlich lockerer mit nicht perfekter Vorbereitung um. Seine Kunden sind total zufrieden und die Erwartungen fast aller völlig erfüllt. Der Gründer von LinkedIn (Reid Hoffman) sagte übrigens einst: “If you are not embarrassed by the first version of your product, you’ve launched too late.” Dies solltest Du Dir zum Mantra machen, wenn Du unter Deinem Perfektionismus leidest.

4. Versuche, Deine Vergleiche mit Mitmenschen zu minimieren

Jeder von uns schaut auf andere und vergleicht sich. Daran kann man schwer etwas ändern. Du kannst allerdings beeinflussen, wie Du damit umgehst.

Anna war Profi darin, sich mit Vergleichen aus der Ruhe zu bringen. Sie ist ein ziemlicher Workaholic und kann nur schwer abschalten. Erlaubte sie sich dann mal ein paar Minuten Entspannung, fielen ihr direkt Leute ein, die bestimmt noch mehr leisten und nie Pause machen.

Und schon war die Pause nicht mehr genehmigt und das schlechte Gewissen am Start. Aber auch Anna ist nicht völlig beratungsresistent und hat etwas gefunden, was ihr wirklich hilft:

Sie fragt sich Folgendes: Diese Person, der ich hier gerade nacheifere, ist sie (soweit ich das beurteilen kann) in einem Zustand innerer Ruhe und Zufriedenheit? Lohnt es sich also wirklich, sich mit ihr zu vergleichen und ihren Lebensstil anzustreben? Oder ist ein mehr-so-sein-wie-die möglicherweise gar kein wünschenswertes Ziel?

Die überdurchschnittlich häufige Antwort könnt Ihr Euch vermutlich selbst denken.

Dabei geht es übrigens nicht darum, die Person, mit der Du Dich vergleichst, schlecht zu machen bzw. Dich über sie zu stellen, um Dich besser zu fühlen. Das macht Dich auch nicht zufriedener.

Es wird es immer jemanden geben, der schlauer, ehrgeiziger und schöner ist als Du. Du wirst niemals einen Vergleich gegen alle gewinnen – das ist unmöglich. Wenn Du in den Vergleichsmodus kommst, beobachte das zunächst und akzeptiere dann, dass Du Dich mit anderen misst. Und dann stelle Dir die oben genannten Fragen.

Während es immer eine gute Idee ist, sich von “Vorbildern” inspirieren zu lassen und teilweise Dinge zu übernehmen (Wenn ich z.B. jemanden kennenlerne, der einen gesunden, starken Körper hat und mir derjenige erzählt, wie er trainiert, kann ich seine Trainingsmethoden adaptieren), so sollte ich mich immer daran erinnern, dass mein neues Idol selbst genug andere Probleme haben wird.

Anstelle Dich mit anderen zu vergleichen und minderwertig zu fühlen, schau lieber auf Dich selbst: Was hast Du in der letzten Zeit erreicht? Wie ist dein jetziges Ich im Vergleich zu vor zwei Jahren? Konzentriere Dich auf Deine eigenen Fortschritte und freu Dich darüber, dass Du immer wieder dazulernst.

Das war der erste Teil unserer Vorschläge, wie Du ein glücklicheres Leben erreichen kannst. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns u.a. mit unseren verrückten Egos und dem Umgang mit schwierigen Menschen.

Zusammengefasst: Mit diesen 9 Übungen und Tricks wirst Du glücklicher und zufriedener (Teil 1)

    • Übernimm die Verantwortung
      Entscheide immer bewusst, eine Lebenssituation zu verändern oder in ihr zu bleiben, wenn Du unzufrieden bist. Du kannst fast alles an Deinen Lebensumständen beeinflussen – es ist nur eine Frage des “Preises”.
    • Übe negative Visualisierung
      Stelle Dir regelmäßig und bildlich vor, wie etwas Schlimmes passiert, wovor Du Angst hast. Schnell wirst Du merken, dass 1. das meiste gar nicht so furchtbar ist, wie zunächst gedacht und Du 2. Dein Leben viel mehr zu schätzen weißt.
    • Arbeite pareto-optimal
      Das Streben nach Perfektionismus ist frustrierend und auslaugend. Mach die Dinge lieber zu 80% und werde dafür fertig! Die anderen merken den Unterschied eh kaum.
    • Versuche, Deine Vergleiche mit Deinen Mitmenschen zu minimieren
      Mit Sicherheit gibt es jemanden, der besser ist als Du – und zwar in Allem 🙂 Schau lieber nach innen auf Deinen persönlichen Fortschritt und lass Dich von außen nur inspirieren.

Hast Du auch Sorgen und Ängste, die immer wieder hochkommen und mit denen Du bislang keinen guten Umgang gefunden hast? Oder neigst Du zum Perfektionismus? Schreib uns einen Kommentar, damit die Diskussion ins Rollen kommt!

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1 Kommentar

  1. Danke für das Input! Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil!!

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