Altersvorsorge, die nichts mit Geld zu tun hat - und oft vernachlässigt wird • LazyInvestors

Altersvorsorge, die nichts mit Geld zu tun hat – und oft vernachlässigt wird

Altersvorsorge bedeutet nicht nur, sich finanziell für die Rente abzusichern. Da gibt es unserer Meinung nach viele andere wichtige Dinge, die leider gerne übersehen werden. Ohne diese bringt einem das schöne Geld im Ruhestand nicht viel. Deshalb haben wir ein paar Anregungen zu Altersvorsorge-Themen zusammengefasst, die regelmäßig vernachlässigt werden. Los gehts!

Fitness - Altersvorsorge, die oft vergessen wird

#1 Dein Körper

Bewegung ist irre wichtig, um im Alter gesund zu bleiben. Die meisten wissen, dass Sport ein lohnendes Investment ist. Wie aber so ziemlich jede Art von Altersvorsorge wird das Training gerne mal aufgeschoben oder einfach stiefmütterlich behandelt.

Ein Freund von uns meinte neulich, was für ein schräges Geschäftsmodell ein Fitnessstudio sei: Muckibuden verdienen insbesondere Geld mit den Leuten, die nicht kommen und somit die Leistung gar nicht in Anspruch nehmen. Man könnte auch sagen, dass sich ein Fitnesstudio eher durch Spenden finanziert 😉

Vielleicht hast Du Dich ja auch schon mal – wie wir – zu Jahresbeginn mit großen Vorsätzen in einem Sportzentrum angemeldet und bist nach spätestens einem halben Jahr nicht mehr hingegangen. Wir haben es aber mittlerweile geschafft, den Schweinehund zu überwinden und gehen regelmäßig zum Sport.

Ganz ehrlich: Die Anzahl an Tagen, an denen wir wirklich gerne zum Kraftraum radeln, können wir locker an einer Hand abzählen. Trotzdem gehen wir seit gut über zwei Jahren jede Woche 1-2 mal hin und dann kommt noch Annas Lieblingssport Yoga obendrauf. Eddy kommt auch dahin mit, obwohl es ihm nicht sonderlich viel Freude bereitet.

Warum machen wir die ganze Zeit Sachen auf die wir eigentlich keine Lust haben? Unter anderem, weil wir davon ausgehen, dass es uns im Alter gedankt wird. Und natürlich merkt man auch jetzt schon die Vorteile:

Eddy konnte früher kaum länger als eine Stunde stehen ohne dass er seinen Rücken entspannen musste. Neulich bei einem Konzert waren 3 1/4 Stunden überhaupt kein Problem. Dass wir bei der Arbeit nur noch stehen (allerdings auf einer Entlastungsmatte), trägt auch noch seinen Teil dazu bei.

Klar: Sport bringt nicht nur was im Alter, sondern hebt die Lebensqualität in der Gegenwart extrem an. Das wusstest Du wahrscheinlich schon, aber machst Du auch regelmäßig was für Deinen Körper? Wenn Du befürchtest, dass Du jetzt vielleicht motiviert anfängst, aber genau weißt, dass in ein paar Monaten wieder Schluss ist, weil Du eigentlich keine Lust hast und tief drinnen (genauso wie wir) ein fauler Sportmuffel bist, dann probiere Folgendes:

Suche Dir ein effektives Training!
Mag sein, dass Dir Sport keinen Spaß macht, aber richtig unbefriedigend wird es, wenn man keine Fortschritte macht oder nicht merkt, dass die Anstrengung Erfolge bringt. Wenn Du also keine Sportart findest, die Dich hinterm Ofen hervor lockt, sollte Deine Betätigung möglichst effektiv sein. Mit am wirkungsvollsten ist das Training mit Gewichten und Freihanteln. In Kombination mit dem richtigen Trainer klappt das bei uns richtig gut.

Die klassische Kniebeuge (mit ein paar Kilos auf dem Rücken) ist einfach immer noch up-to-date. Vielleicht bekommen wir unseren Trainer ja mal dazu, einen Artikel darüber zu schreiben, was die effektivsten Übungen für eine gute Altersvorsorge sind. Wenn Dich das interessiert, schreib uns einen Kommentar!

Vorsichtig sollte man bei bestimmten Trendsportarten sein. Checke da genau, ob es sich nicht eher um Geldmacherei handelt und ob Du wirklich ein ganzheitliches Training bekommst. Wir sind im Turnverein und zahlen 25€ im Monat. Darin sind unendlich viele Kurse und das Krafttraining enthalten. Also überlege Dir, ob es unbedingt das Crossfit-Studio für 100€ sein muss oder nicht der Sportclub um die Ecke ausreicht.

Suche Dir einen Sportbuddy!
Dranbleiben kannst Du viel leichter, wenn Du einen Partner hast, der mit zum Sport geht und Du ihm gegenüber somit eine gewisse Verpflichtung hast. Also entweder gehst Du mit Deinem Lebenspartner zum Sport oder Du fragst einen Deiner Freunde. So wird das Ganze verbindlicher und man kann sich gegenseitig motivieren.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema.

Freunde - Altersvorsorge, die oft vergessen wird

#2 Freunde

Wer kommt mit, wenn Du was unternehmen willst, wer hilft Dir, wenn es Dir schlecht geht oder Du sogar Geldprobleme hast? Genau – Deine Freunde. Wir finden es super wichtig, sich ein richtig gutes Netzwerk an Leuten aufzubauen, mit denen man eine gute Zeit verbringen kann, aber auch gegenseitig füreinander da ist und sich unterstützt.

Gute Freundschaften baut man nicht von heute auf morgen auf und in manche Beziehungen investiert man sogar viel Zeit um dann zu merken, dass man doch nicht zusammenpasst. So ist das nun mal. Das sollte einen jedoch nicht davon abhalten, sich darum zu kümmern. Laut aktueller Glücksforschung sind Freunde und Deine Community der größte Faktor für das menschliche Glück. Es lohnt sich also wirklich, sich darum zu kümmern.

Gerade in unserer stressigen Welt kann es durchaus vorkommen, dass man nur noch für die Arbeit lebt. Dabei merkt man vielleicht gar nicht, wie einem die Freunde wegbröckeln.

Mit Freunden kann man sich in schlechten Zeiten helfen und die guten Zeiten weiter versüßen. Dabei „schafft“ man sich ja nicht Freunde an, um im Alter abgesichert zu sein – das ist natürlich Quatsch. Jedoch wird es immer wichtiger – je älter man wird – tolle und zuverlässige Menschen um sich herum zu haben.

Du wirst vielleicht schon mal den Spruch gehört haben: “Du bist der Durchschnitt der fünf Leute, mit denen Du die meiste Zeit verbringst.” Wir glauben stark daran, dass dem so ist.

Daher umgeben wir uns mit Leuten, die uns gut tun und vermeiden Kontakt mit Menschen, die einen vor allen Dingen runterziehen oder klein halten. Gerade letzteres durchzuziehen kann richtig hart sein und eine große Herausforderung. Denn es bedeutet auch, sich von denen zu trennen, die dauerhaft schlecht für einen sind. Schafft man es jedoch, sich “zu befreien”, so ist das ungemein gewinnbringend.

„Hard Choices, Easy Life. Easy Choices, Hard Life.“ (Jerzy Gregory)

So jetzt wird’s schmuddelig. Es geht um…

Sex - Altersvorsorge, die oft vergessen wird

#3 Sex

Wir waren neulich auf einem Yoga-Retreat. Aktuell ist dies unsere Lieblings-Urlaubsart, denn da haben wir bislang nur tolle Leute kennengelernt (dazu aber an anderer Stelle mal mehr). Eine der Teilnehmerinnen war gerade in der Ausbildung zur Sexologin. Das Interesse war natürlich bei allen groß, denn das Thema kommt in unserer Gesellschaft immer noch zu kurz.

Die angehende Sexologin erzählte uns, dass man auch in diesem Bereich Altersvorsorge betreiben sollte, vorausgesetzt, man will im Alter nicht auf Sex verzichten. Ein ganz okayes Leben wirst Du wahrscheinlich auch ohne Sex noch haben können oder der Mann ist eben auf die blaue Pille angewiesen, aber auch das haut wohl nicht immer hin.

Um es kurz zu machen: Die meisten Leute können in dem Bereich noch ultra viel lernen. Zum einen, wie man besseren bzw. einfach schöneren, bewussteren Sex haben kann und zum anderen, wie man seine Muskeln in den entsprechenden Bereichen fit hält. Machen wir uns nichts vor: Auch unten rum wird es schlaffer mit der Zeit.

So sollte man spätestens ab Mitte 40 mit entsprechendem Aufbau-Training anfangen. Mehr Sinn macht es natürlich, schon früher vorzusorgen – dann kann man sich schon mal dran gewöhnen. Aber selbstverständlich macht es zu jeder Zeit Sinn, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Wir haben ein paar coole und seriöse Quellen zum Thema Mindful Sex, wo Du Dich informieren kannst, um Schwung in die Kiste zu bringen:

  • www.lilli.ch: Die Seite ist wie Dr. Sommer für Erwachsene: Man kann Fragen stellen und das Team antwortet. Es gibt dort auch viele Infoseiten rund um Sex und Vorschläge, was Du allein oder zu zweit machen kannst. Das Ganze ist durch Spenden finanziert; so muss man auch keine Angst haben, dass irgendein Pharmakonzern oder ähnliches dahinter steckt.
  • Ann-Marlene Henning ist YouTuberin und Sexologin, wohnhaft in Hamburg. Sie kommt ursprünglich aus Dänemark (bringt hier jetzt zwar keinen Mehrwert, aber dann weißt Du immerhin Bescheid ;-). Sie hat auch ganz viele Videos zu dem Thema, ist wohl oft in Talkshows und bietet Dir einfach nochmal ein anderes Medium. Vielleicht hast Du aber auch Bock auf ein Coaching bei ihr. Siehe dazu generell Punkt #4.
  • Orgasmic Meditation (OM): Eine spannende Art der Meditation, bei der es insbesondere um die Frau geht. Bekannt geworden ist OM durch Nicole Daedone (TED talk) und Tim Ferriss. Wir haben mal eine Live-Perfomance beim Burning Man Festival gesehen; es gibt aber auch eine deutsche Community in Hamburg und München.
  • Erotic-Blueprint-Test: Nach dieser Theorie gehört jede Person einem bestimmten Sextyp an. Das Wissen, welcher Typ man ist, hilft wiederum dabei, sich selbst und seinen Partner besser zu verstehen und dadurch sein Sexleben zu verbessern. Der Test erinnert auch an das sehr gute Buch The 5 Love Languages.

Also, schmeiß einfach mal den Invisible-Mode Deines Browsers an und erforsche die schmuddelige Welt des Internets 😉

Gut, haben wir das Thema auch hinter uns gebracht; nun kommt

Geist - Altersvorsorge, die oft vergessen wird

#4 Dein Geist

Eddy hat neulich von seinem Psychologen gehört, dass es so ab Mitte 40 statistisch gesehen immer schwieriger wird, seine Verhaltensweisen zu ändern – vor allem, wenn man das vorher nicht trainiert hat.

Egal, ob das jetzt wirklich stimmt oder nicht: Wir halten es für immens wichtig, auch seinen Geist für das Alter fit zu halten. Damit meinen wir nicht Kreuzworträtsel zu lösen und das Erinnerungsvermögen zu trainieren (bestimmt auch wichtig), sondern eher das richtige Mindset bzw. nicht in alten, schlechten Verhaltensmustern hängenzubleiben.

Für uns gehört dazu, dass wir uns regelmäßig auf neue Dinge einlassen, vieles hinterfragen und uns konstant weiterbilden. Das lässt sich gut durch Podcasts machen, TED Talks, Blogs, Freunde, Parallelgesellschaften wie beim Burning Man und natürlich Bücher.

Am effektivsten ist es nach unserer Erfahrung jedoch, regelmäßig zu Meditieren, sich Hilfe bei einem Psychologen oder Coach zu suchen, aber auch andere Workshops mitzumachen oder gar Hypnose auszuprobieren.

So treffen wir immer wieder auf neue Dinge und Lebensweisen, die wir vielleicht auch ausprobieren wollen. Alte Denkmuster werden aufgebrochen und neu verknüpft – das ist absolut spannend!

Übrigens, wer das immer noch denkt: Wenn man einen Psychologen besucht, heißt das nicht, dass man kurz vor der Klapsmühle steht. Die erfolgreichsten Unternehmer, Lebenskünstler und meisten Personen, die irgendwie mehr aus ihrem Leben gemacht haben, hatten irgendwann Hilfe von einem Therapeuten oder Coach.

Klar, wenn bei Dir im Leben ist alles tippi toppi ist, gibt es vermutlich keinen Grund, dorthin zu gehen, aber wir sehen es als eine Möglichkeit, ein besseres Leben zu führen. Den Leuten, die wir kennen, hat das auf jeden Fall zu mehr Lebensfreude verholfen. Außerdem wurde so schon die ein oder andere Partnerschaft in unserem Freundeskreis gerettet.

Bedauerlich eigentlich, dass eine Therapie – ähnlich wie Sex – gefühlt immer noch so ein Tabuthema ist. Solltest Du befürchten, dass Dich Deine Freunde in irgendeiner Weise verurteilen, weil Du zum Psychologen gehen oder ein Coaching machen möchtest, schau Dir #2 nochmal an 😉

Also, wenn Du meinst, es könnte Dir helfen – such Dir Unterstützung! Vielleicht bist Du ja auch nach 1-2 Sessions schon deutlich weiter und hast neue Anstöße für Dein Leben – Du musst ja nicht die nächsten Jahre auf einer Couch liegen.

Fazit

Bevor Du das nächste Mal die Glotze anwirfst, um das Dschungelcamp zu schauen (wir waren früher ganz große Fans bis wir unsere Synapsen neu verknüpft haben) oder Deine Freizeit mit Restaurant City verbringst – wir wollen nicht sagen verschwendest – schau doch mal, ob einige unserer Vorschläge was für Dich sind.

All die Dinge, die wir hier empfehlen, haben auch unsere jüngeren Lebensjahre extrem verschönert. Es lohnt sich also nicht nur für die Zukunft, sondern genauso für heute, die Altersvorsorge der anderen Art zu betreiben.

#5 Bonus

Eddy saß neulich in der Bahn und sah alte Leute extrem große und schwere Koffer durch den Zug schleppen. Wenn wir unsere Eltern anschauen, scheint es in diesem Alter wohl im Trend zu liegen, mit dem halben Hausstand zu verreisen. Wenn man aber dann trotz Krafttraining nur schwer seinen Koffer durch die Gegend bekommt, könnte es vielleicht Sinn machen, sich vorher ein bisschen Minimalismus anzugewöhnen. Dann hat man es auch im Alter leichter. Nur eine kleine Inspiration von einem Handgepäck-Reisenden 😉

Welchen Punkt hältst Du für den wichtigsten oder wo würdest Du selbst gerne mehr dran arbeiten? Was haben wir vergessen? Schreib uns einen Kommentar.






Du willst wissen, wie Du Dein Geld vernünftig und langfristig anlegst und das Ganze selbst in die Hand nimmst, ohne von anderen abhängig zu sein? Dann klicke hier für mehr Infos zu unserem kostenlosen Webinar!



(1) comment

Add Your Reply