5 Jahre in ETFs investiert – so hat er alles verloren

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5 Jahre in ETFs investiert

Fünf Jahre in ETFs investiert… und am Ende alles verloren.

So ging es einigen deutschen Anlegern im April 2025, als Trump seine Strafzölle angekündigt hat. Die Aktienkurse sind kurzzeitig eingebrochen und uns haben mehrere Mails wie diese hier erreicht:

„Hallo ihr beiden, wie geht ihr mit der Situation in Amerika um? Ihr sagt immer, dass Aussitzen wichtig ist. Nur kann die Lage die nächsten 20-30 Jahre nicht besser werden und ich würde später mit 65 Jahren schon gerne etwas von meinem Ersparten haben. Mein Freund hat vor 5 Jahren 10.000 Euro investiert und vor 2 Tagen verkauft, weil er nicht weiter Verluste machen will, und versteht nicht, dass ich gezögert habe.“

Wenn man so etwas hört, fängt man natürlich an zu zweifeln, was die eigenen Anlagen in ETFs angeht. Sind die eigentlich wirklich so sicher, wie es immer heißt?

Denn gerade wenn man sich die aktuellen News so anguckt – wirtschaftliche Rezession, KI-Blase, Iran-Krieg und steigende Ölpreise – bekommt man nicht das Gefühl, dass man sich hier entspannt zurücklehnen kann. Eher im Gegenteil.

Aber das hier soll kein Blogpost über den Iran-Krieg oder die nächste Krise sein. Sondern wir wollen schauen, wie sicher unsere ETFs wirklich als langfristige Geldanlage sind.

Und wie wir in Krisenphasen, wie wir sie gerade erlebt haben und wie sie immer wiederkommen können, am besten handeln – ohne in ein paar unüberlegten Minuten unser Vermögen aufs Spiel zu setzen, das wir über Jahre oder sogar Jahrzehnte aufgebaut haben.

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Warum sich Verkaufen in dem Moment richtig anfühlt

Denn wenn Kurse fallen, passiert etwas sehr Menschliches: Wir denken nicht mehr daran, was unser Plan war, also Vermögen für unsere Altersvorsorge aufzubauen, sondern machen uns Sorgen.

Und bei Leuten, die gerade erst gestartet haben, ist das Depot rot. Die Nachrichten bestätigen das schlechte Gefühl und im Umfeld verkaufen andere ihre Investments. Und dann entsteht dieser Gedanke: „Ich sichere lieber, was noch da ist.“

Das ist keine dumme Überlegung, sondern eine Schutzreaktion, die in vielen Lebensbereichen total sinnvoll ist. Wenn Du merkst, dass Dein Auto komische Geräusche macht, fährst Du in die Werkstatt, bevor der Motor kaputt geht. „Schnell handeln, bevor der Schaden größer wird“ funktioniert fast überall. Nur an der Börse ist es genau umgekehrt.

Denn wir machen damit aus einem Buchverlust – also einem Minus auf dem Papier – einen echten, realisierten Verlust. Und wir sind dann nicht mehr dabei, wenn die Kurse wieder steigen.

So viel Geld hat er verloren

Jetzt schauen wir aber mal, was mit dem Freund aus der Mail war. Er hat damals vor fünf Jahren 10.000 Euro auf einen Schlag in einen globalen Aktien-ETF investiert.

Am 7. April 2025, also dem Tiefpunkt des Trump-Crashs mit Blick auf seinen ETF, waren aus diesen 10.000 Euro ungefähr… 17.000 Euro geworden. Das sind 70% Gewinn insgesamt! Trotz Ukraine-Krieg und der größten Inflation seit über 30 Jahren. Und eben dem Trump-Chaos.

Jetzt müssen wir also erstmal festhalten: Der Freund hat keinen Verlust gemacht, sondern Gewinn! Und zwar ordentlich! Klar, die Kurse sind gefallen und wenn man sich jetzt einen kurzen Zeitraum anschaut, nämlich nur vom letzten Höchststand im Februar bis zum Tiefpunkt im April, sah das Chart vom gleichen ETF ja richtig schrecklich aus:

Das ist vermutlich auch der Grund, warum der Freund alles verkauft hat. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt: Was wäre passiert, wenn er einfach nichts gemacht hätte?

Sechs Monate später, im Oktober 2025, wären aus den gleichen 10.000 Euro fast 22.000 Euro geworden.

Ohne Nachkaufen, einfach nur durch investiert bleiben, weil sich die Märkte längst wieder vom Trump-Crash erholt hatten und weiter nach oben gingen.

Seitdem ist mit dem Iran-Krieg die nächste Krise gekommen. Die Kurse sind wieder gefallen und trotzdem hatten wir in den letzten Wochen ein Allzeithoch nach dem anderen! Weil die Erholung super schnell ging. Die 10.000 Euro vom Freund wären mittlerweile, also Mitte Mai 2026, über 24.000 Euro wert.

Aber lass uns das mal weiterdenken. Denn vermutlich ging es dem Freund ja auch um seine langfristige Geldanlage. Während er jetzt durch seinen ETF-Verkauf auf dem Tagesgeldkonto maximal einen Inflationsausgleich bekommt, hätte er bei einer durchschnittlichen Marktrendite von 8% aus seinen ursprünglichen 10.000 Euro in den nächsten 30 Jahren bis zur Rente über 200.000 Euro machen können.

Der Freund hat also nicht durch den Crash Geld verloren. Er hat Geld verloren durch die Entscheidung, zum schlechtesten Zeitpunkt auszusteigen und somit Gewinne von fast 200.000 Euro komplett liegen zu lassen.

Und genau das unterschätzen so viele: Nicht die Krise kostet die Rendite, sondern unser Verhalten!

Warum das gerade nach ein paar Jahren passiert

Solche Panikverkäufe passieren übrigens selten nach 20 oder 30 Jahren Anlagedauer. Sie passieren besonders häufig in den ersten paar Jahren. Also genau dann, wenn sich Einbrüche auch noch deutlich im Depot zeigen. Denn je länger man investiert ist, desto weniger macht ein Kursrutsch aus.

Am Anfang fehlt einfach die Erfahrung, dass sich Kurse auch wieder erholen. Und dann fühlt sich ein Rückgang plötzlich nicht „normal“ an, sondern wie ein Zeichen, dass man sich geirrt hat.

Auch damals beim Corona-Crash haben viele verkauft, als die Kurse unten waren, weil sie Angst hatten, ihr Geld ganz zu verlieren. Die Märkte haben sich aber innerhalb weniger Monate fast vollständig erholt und haben danach ein fettes Wachstum hingelegt. Wer draußen war, hat das alles verpasst.

Aber auch damals dachten die Leute, dass wir kurz vorm Weltuntergang stehen.

„Die Lage kann nicht besser werden“

Genau so, wie es in der Mail stand: „Die Lage kann die nächsten 20-30 Jahre nicht besser werden.“ Der Gedanke, dass es die nächsten Jahrzehnte nur noch bergab gehen kann, taucht in Krisen fast immer auf. Und er fühlt sich auch total logisch an, weil wir ihn aus der Gegenwart heraus denken: also aus aktuellen politischen Konflikten, wirtschaftlicher Unsicherheit, schlechten Schlagzeilen überall.

Was wir dabei aber systematisch unterschätzen, ist die Fähigkeit von Menschen und Unternehmen, sich anzupassen, Probleme zu lösen und weiter Wert zu schaffen. Und genau darauf basiert langfristiges Investieren.

Das mit der Angst vorm Untergang war übrigens schon immer so. In den 1970ern hat der Club of Rome die Studie „Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht. Computermodelle haben damals berechnet, dass im 21. Jahrhundert der Kollaps droht. Die Welt war in Aufruhr, viele dachten: Das war’s jetzt.

Und was ist passiert? Die menschliche Innovationskraft wurde komplett unterschätzt. Wir ersetzen mittlerweile fossile Energien durch Erneuerbare, Kupferleitungen durch Glasfaser und so weiter. Die Probleme, die damals unlösbar schienen, haben Menschen gelöst – oft mit Technologien, die damals noch niemand auf dem Schirm hatte.

Und genau das unterschätzen wir auch heute systematisch, wenn wir in einer Krise stecken.

Schaut man sich die letzten 120 Jahre an, dann gab es Weltkriege, schwere Wirtschaftskrisen, Staatsbankrotte, Pandemien – also meist deutlich schlimmere Situationen als Corona, Trumps Zollchaos oder der aktuelle Iran-Krieg. Und trotzdem sind die Märkte langfristig immer wieder gestiegen. Manchmal hat die Erholung nur Monate gedauert, manchmal Jahre. Aber sie kam.

Das ist ganz wichtig zu verstehen: Krisen gehören einfach dazu! Sie sind kein Fehler im System oder ein Versagen des Aktienmarktes, sondern völlig normal! Aber sehr wahrscheinlich werden auch beim nächsten Kursrutsch viele verkaufen. Da wird auch dieser Blogpost hier nicht helfen, weil viele denken, dass „jetzt alles anders ist“.

Ich muss auch ehrlich zugeben: Ich finde es frustrierend, dass einige Menschen einfach nicht aus der Geschichte lernen und nicht in der Lage sind, rauszuzoomen, sondern sich von den Nachrichten komplett vereinnahmen lassen.

Aber das passiert nicht allen! Wir bekommen genau so viele Nachrichten von Leuten, die stoisch Krisen aussitzen oder die günstigen Kurse sogar zum Nachkaufen nutzen.

Der Unterschied hat aber nichts mit Intelligenz oder so zu tun, sondern mit Grundlagenwissen! Wem die Basics fehlen, der wird sich immer wieder von den negativen Schlagzeilen und Crashpropheten verunsichern lassen. Weil er quasi jedes Mal die Orientierung verliert.

Und dann steigt natürlich massiv die Gefahr, zum schlechtesten Zeitpunkt auszusteigen. Trotz einem ursprünglich guten, langfristigen Plan.

Die Fragen, die Du Dir vor dem Investieren stellen solltest

In ETFs zu investieren ist wirklich nicht schwer, aber es gibt ein paar Punkte, die klar sein sollten, bevor Du damit loslegst, damit Du auch Krisen gut durchhältst:

Wie haben sich globale Aktien in der langfristigen Vergangenheit entwickelt? Wie steht es um Deine persönliche Risikotragfähigkeit, also emotional und real? Solltest Du nicht nur in Aktien-ETFs, sondern auch in risikoarme Anlageklassen wie Anleihen-ETFs investieren, und wenn ja, wie gewichtet? Solltest Du Dein Portfolio anpassen, wenn die Rente naht, und wenn ja, wie?

Du musst selbst einmal die paar Aspekte verstehen, die wichtig sind, damit Du diese Fragen beantworten kannst. Das ist nicht viel, was Du wissen musst, aber sehr entscheidend, um Dich sofort sicherer zu fühlen.

Ich weiß, das klingt anstrengend, aber wenn wir die Grundlagen nicht drauf haben, werden wir uns einfach nie mit unseren ETFs wohlfühlen, weil wir immer anzweifeln werden, ob wir richtig investieren, und im dümmsten Falle aus Buchverlusten echte Verluste machen.

Die wichtigste Renditequelle ist daher auch nicht der perfekte ETF oder irgendein Geheimtipp. Sondern die Fähigkeit, investiert zu bleiben, wenn es sich am schlechtesten anfühlt.

Doch genau daran scheitern die meisten. Nicht an der Börse, sondern an sich selbst.

Wenn Du Dich für die nächste Krise wappnen willst und sichergehen möchtest, dass Du nicht in die gleiche Falle tappst, dann schau Dir unser kostenloses Webinar an. Darin zeigen wir Dir, wie Du Deine Strategie so aufsetzt, dass Du sie auch in stressigen Zeiten durchhältst – ohne Bauchschmerzen zu haben.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 10. Juni 2026
LETZTE AKTUALISIERUNG: 15. Juli 2026
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