So habe ich meine Finanzen automatisiert – für finanzielle Unabhängigkeit

Lesezeit: ca. minuten

Finanzen automatisieren

Ich habe meine Finanzen automatisiert, weil ich frühstmöglich finanziell unabhängig werden und die wahnsinnige Freiheit, die für mich daraus entsteht, genießen wollte.

Das Thema ist ja eine sehr persönliche Sache. Für mich bedeutet finanzielle Unabhängigkeit, dass ich einfach meinen eigenen Weg gehen kann und mir sicher sein kann, dass das Geld ausreicht – auch, wenn ich nie wieder oder zumindest für eine sehr lange Zeit kein Geld verdienen würde.

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

Diesen Schritt habe ich schon vor einigen Jahren geschafft. Und trotzdem arbeite ich weiter, weil es mir einfach total viel Spaß macht. Aber ich mach das jetzt nach meinen eigenen Regeln: Ich muss mir morgens keinen Wecker stellen und teile mir meine Zeit frei ein. Ich kann zum Beispiel meine Freundschaften und Sport priorisieren und mir „frei nehmen“, wann immer ich das möchte.

Da wir von überall aus arbeiten können, sind Eddy und ich über die Hälfte des Jahres in der Welt unterwegs und leben dort, wo es uns am besten gefällt – umgeben von tollen, inspirierenden Menschen und wunderschöner Natur.

Ja, ich hätte sogar deutlich schneller die finanzielle Unabhängigkeit erreichen können, aber das wäre nicht mein Weg gewesen. Ich habe keine Lust darauf, zu sparen, wo es nur geht. Sondern ich spare persönlich eigentlich nur da, wo es mir egal ist und gebe gerne Geld für die Sachen aus, die mir wichtig sind.

Zum Beispiel gönne ich mir gerne gutes Essen, kaufe mir aber eher selten Kleidung, weil mir das nicht so wichtig ist.

Ok. Fakt ist aber: Die allermeisten Menschen müssen bis mindestens 67 arbeiten – auch Gutverdiener. Warum eigentlich? Und hier kommen wir zum Titel dieses Blogposts zurück, denn ein Hauptproblem ist eine fehlende Automatisierung der eigenen Finanzen. Das heißt es wird kein oder zumindest kein ausreichendes Vermögen aufgebaut.

Dass viele erstmal nicht von sich aus ihre Finanzen automatisieren, ist auch echt verständlich, denn Automatisierung klingt total kompliziert und erstmal nach viel Arbeit. Wenn ich nach Automatisierung google, stoße ich auf aufwendige Sechs-Konten-Modelle und diverse Apps, die dafür angeblich notwendig sind.

Ganz ehrlich, das wäre mir viel zu viel! Und nicht nur das, es ist auch total unnötig, seine Finanzen so zu micromanagen, um finanziell unabhängig zu werden.

Darum zeige ich Dir jetzt, wie ich das Ganze für mich super schlank aufgesetzt hab und wie Du das ebenfalls machen kannst, so dass Du schnell durchstarten und easy Deine Vermögensbildung an den Start bringen kannst.

Warum Automatisierung?

Aber eine Sache müssen wir noch vorab klären: Warum bedarf es eigentlich einer Automatisierung, wenn wir möglichst stressfrei die finanzielle Unabhängigkeit erreichen wollen?

Zunächst ist es so, dass wir Menschen ja nur sehr begrenzt Disziplin und Willenskraft zur Verfügung haben. Ist die an einem Tag schon „aufgebraucht“, schaffen wir es nur schwer, uns noch zu etwas durchzuringen. Das kennst Du vielleicht, wenn Du nach einem schwierigen Arbeitstag, der Dir bereits viel Disziplin abverlangt hat, eigentlich zum Sport wolltest, Dich aber einfach nicht mehr aufraffen konntest.

Auch aus diesem Grunde ist es nunmal elementar, dass wir verhindern, aktive Entscheidungen für etwas treffen zu müssen, was wir eigentlich unbedingt wollen! Also, Du entscheidest Dich ja vermutlich auch nicht immer wieder in einer umfangreichen inneren Debatte, ob Du heute Deinen Zähne putzt oder nicht. Das läuft einfach automatisiert ab, weil Du vermutlich möglichst lange möglichst gesunde Zähne oder zumindest keine Zahnschmerzen haben willst.

Automatisierung bringt Dir außerdem große Zeitersparnisse, weil Du keine unnötigen Aufgaben wiederholst. Und sie schützt Dich davor, aufzugeben, wenn es mal schwierig wird. Und ganz generell, Fehler zu vermeiden, da Du Dich selbst als Fehlerquelle ausschließt sozusagen.

Für die automatisierten Finanzen braucht es natürlich ein System und das besteht glücklicherweise nur aus zwei kleinen Schritten:

Schritt 1: Notgroschen zur Seite legen

Zunächst solltest Du dafür sorgen, einen Notgroschen auf der Seite zu haben, falls Du unerwartet dringend etwas Geld brauchst. Wenn die Waschmaschine kaputt geht oder Du gar Deinen Job verlierst, solltest Du unbedingt Geld auf der Seite haben, das sofort verfügbar ist.

Wenn Dich das Thema Notgroschen näher interessiert und Du wissen willst, wie hoch er sein sollte, lies Dir mal unseren Blogpost hierzu durch.

Für das Bunkern Deines Notgroschens eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Auf das schiebst Du entweder direkt den kompletten Betrag, wenn Du ihn bereits hast, oder per Dauerauftrag jeden Monat so viel es geht von Deinem Gehaltskonto, bis der Notgroschen sozusagen voll ist. Das ist der wichtigste Schritt, bevor es an den Vermögensaufbau geht und dieser Schritt hat absolute Prio!

Das Tagesgeldkonto eignet sich auch wunderbar für andere Rücklagen, also wenn Du Geld für einen Urlaub sparen willst oder auch für unschöne Dinge, wie voraussichtliche Nebenkostennachzahlungen. Also einfach für alles, was in der nächsten Zeit an einmaligen Ausgaben auf Dich zukommt.

Schritt 2: Depot eröffnen

Sobald Dein Notgroschen vorhanden ist, eröffnest Du ein Depot. Das ist Schritt Nummer zwei. Und das ist der Punkt, der den größten Unterschied macht.

Das brauchst Du unbedingt für Deinen Vermögensaufbau. Und keine Sorge, das war es auch schon an Konten. Also neben Deinem Girokonto brauchst Du ein Tagesgeldkonto und ein Depot und fertig ist die Laube!

Über Dein Depot kannst Du ETFs einkaufen. ETFs, das sind riesige Aktientöpfe, in denen Tausende von Aktien liegen. Und sie eignen sich hervorragend für den Vermögensaufbau, vor allem, wenn Du mit möglichst wenig Risiko möglichst renditestark anlegen willst.

Um nun Geld in ETFs zu schieben, gibt es zwei Möglichkeiten. Nummer eins funktioniert für nahezu jeden und ist die sicherste Variante:

Sparplan anlegen

In Deinem Depot kannst Du einen Sparplan auf einen ETF einrichten. Ein Sparplan ist quasi auch ein Dauerauftrag, der aber nicht auf ein normales Konto führt, sondern mit dem Du in ETFs investierst.

Dabei ist es ziemlich hilfreich, den Sparplan direkt nach Gehaltseingang ausführen zu lassen. Du bezahlst Dich quasi selbst zuerst, noch bevor Du Dein Geld anderen Leuten für irgendwelche Dinge geben kannst.

Außerdem kannst Du Dir auch ein paar Tricks zunutze machen. Sobald Du eine Gehaltserhöhung bekommst, erhöhst Du Deinen Sparplan um den Betrag, der Dir nun monatlich mehr zur Verfügung steht.

Ein Sparplan am Anfang des Monats sorgt also dafür, dass Du auf jeden Fall genug zur Seite legst und läuft komplett auf Autopilot ab.

Händisch investieren

Ehrlicherweise nutze ich für mich Variante Nummer zwei, weil ich maximal viel Geld auf mein Depot bringen möchte. Dafür investiere ich immer jeden Monat am Tag vor meinem Gehaltseingang, das ich mir auszahle, den kompletten Betrag, den ich nicht gebraucht habe, in ETFs. Das bedeutet ich checke einfach nur den Kontostand und schaue, wieviel Geld übrig ist. So investiere ich jeden Monat den maximalen Betrag, der möglich ist.

Ein Kalendereintrag erinnert mich daran und der ganze Vorgang läuft total routiniert ab, da brauche ich nicht drüber nachzudenken.

Das funktioniert für mich super, da ich nicht so viel Geld für ein gutes Leben brauche und mir sehr bewusst ist, wofür ich Geld ausgeben möchte, aber eben auch da sparsam bin, wo es mir egal ist. Weißte ja schon.

Wie viel investieren?

Vermutlich fragst Du Dich jetzt aber, wieviel Du denn grundsätzlich monatlich in Deinen Sparplan stecken solltest, um finanziell unabhängig zu werden.

Dafür gibt es immer wieder Versuche, mit irgendwelchen Prozentsätzen diese Frage zu beantworten. Also “20% von Deinem Nettogehalt” oder sowas.

Aber ganz ehrlich, ich finde solche Regeln nicht sonderlich zielführend, wenn es um die finanzielle Unabhängigkeit geht. Denn je mehr Du sparen kannst, desto schneller erreichst Du Deine Vermögensziele. Es gibt also keinen Mindest- oder Maximalbetrag. Viel hilft viel und je mehr Du zur Seite legen kannst, desto schneller hast Du ausgesorgt.

Um für Dich ganz persönlich herauszufinden, was Du mit welcher Sparrate wann erreichen kannst, nutze doch mal unseren Renten-Sparrechner. Dann bekommst Du eine Idee davon, was Du sparen solltest.

Es lohnt sich auf jeden Fall massiv, genau anzuschauen, wofür Du einerseits Geld ausgeben möchtest und wo Du andererseits gut sparen kannst. Je mehr Du Deine Ausgaben hinterfragst und dabei auch herausfindest, was Dir eigentlich gar nicht so wichtig ist, wo Du aber bislang trotzdem Geld für ausgegeben hast, desto leichter wird Dir das Ganze fallen. Und desto höher wird Deine Sparquote.

Doch selbst, wenn Du nur wenig verdienst gerade oder noch studierst oder so, solltest Du mit kleinen Beträgen schonmal loslegen. Denn erstmal spielt Dir massiv der Zinseszins in die Karten, wenn Du früh mit dem Investieren beginnst und außerdem baust Du direkt schon einmal so Dein automatisiertes System. Du bist quasi schon in der Routine des Vermögensaufbaus und kannst dann einfach weiter aufdrehen, sobald Du mehr Geld verdienst.

Falls Du hingegen bereits schon einiges auf der Seite hast, was aber gerade auf Deinem Bankkonto versauert, dann kannst Du größere Beträge ebenfalls mit Deinem Sparplan investieren, in dem Du so lange eine richtig hohe Sparrate wählst, bis alles investiert ist. Das kannst Du zum Beispiel über sechs Monate oder ein Jahr lang machen.

Renditemäßig wäre es meist am sinnvollsten, sofort alles auf einen Schlag zu investieren, aber diese regelmäßigen Raten schützen Dich davor, dass Du zum Beispiel den Mut verlierst, falls Du heute alles investierst und morgen die Kurse erstmal in den Keller gehen. Denn Du nimmst so viele verschiedene Marktphasen mit und hast nachher nicht das Gefühl, zu einem schlechten Zeitpunkt investiert zu haben.

Nun solltest Du gelernt haben, dass ein automatisierter Vermögensaufbau im Grunde eine ganz simple Geschichte ist. Ich selbst verbringe aktiv fünf Minuten pro Monat damit, aber Du kannst es mit Hilfe von Sparplänen sogar komplett auf Autopilot laufen lassen.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 13. November, 2022
LETZTE AKTUALISIERUNG: 17. November, 2022
Diese Artikel könnten Dir auch gefallen
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Schließ Dich über 15.000 neugierigen Menschen an

Erhalte alle 2 Wochen unsere neuesten Momentaufnahmen – mit knackigen Punkten zu ausgewählten Themen, über die wir in den letzten Tagen gestolpert sind bzw. die uns bewegt haben – normalerweise über Geld, Produktivität, Psychologie und was auch immer sonst unser Interesse geweckt hat. Trag Dich jetzt ein und sei dabei.

>