Reicht ein All-World ETF wirklich aus? Lies das BEVOR Du investierst

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Reicht ein ETF

Ein einfacher All-Word ETF ist alles, was Du brauchst, um Dein angelegtes Geld sicher zu vermehren und vor der Inflation zu schützen. Zumindest, wenn Du wie die meisten Leute kein Millionär bist oder ein riesiges Vermögen geerbt hast.

So hört man es zumindest immer wieder. Aber stimmt das wirklich? Reichen All-World ETFs wie die bekannten MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI aus? Wenn ja, welcher ist davon der Beste?

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MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI?

Und warum gerade diese drei? Weil sie breit gestreut sind und über Tausende Unternehmen weltweit beinhalten. Das ist der Kern einer soliden Geldanlage: Man setzt nicht alles auf eine Karte und investiert nicht in wenige Branchen oder Regionen.

Mit einer breiten Streuung reduziert man massiv sein Risiko, denn wenn ein Unternehmen oder eine Branche abstürzt, fangen die anderen das auf. Du bist nicht abhängig davon, dass es einer einzelnen Firma oder einem einzelnen Land gut geht.

Der Unterschied zwischen den dreien ist aber wichtig: Der MSCI World enthält nur Industrieländer wie USA, Deutschland oder Japan. FTSE All-World und MSCI ACWI packen die Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien mit rein. Und darum kann ein einziger ETF auch ausreichen: Mit einem FTSE All-World oder MSCI ACWI hast Du bereits die ganze Welt im Depot.

Warum nehmen dann manche trotzdem zwei ETFs? Weil sie die Gewichtung selbst bestimmen wollen. In All-World-ETFs sind nur etwa 10 % Schwellenländer enthalten – obwohl sie rund die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen und den Großteil der Weltbevölkerung ausmachen!

Viele Anleger erhöhen den Anteil deshalb bewusst auf 20 oder 30 %. Weil Schwellenländer oft anders laufen als die USA und Europa. Und genau diese Mischung senkt das Gesamtrisiko im Portfolio und verbessert langfristig die sogenannte risikoadjustierte Rendite.

Die höhere Gewichtung der Schwellenländer geht am einfachsten durch einen eigenen Split, zum Beispiel mit dem MSCI World und dem MSCI Emerging Markets. Was auch immer Du tust, vergiss auf keinen Fall die Schwellenländer! Der MSCI World alleine reicht nicht aus. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel Warum der MSCI World nicht reicht.

Aber warum gibt es überhaupt so viele ETFs, wenn ein oder zwei reichen? Ganz einfach: Weil die Finanzindustrie damit ordentlich Geld verdient. Trend-ETFs zum Beispiel kosten im Schnitt fast doppelt so viel wie breite ETFs!

Und das Ganze funktioniert, weil sich das Spiel immer wiederholt: Ob jetzt KI-ETFs, Wasserstoff-ETFs oder Cannabis-ETFs – jedes Mal denken Leute, das sei jetzt der heiße Scheiß. Das muss die Zukunft sein, das kann gar nicht schiefgehen. Aber niemand schaut zurück und fragt sich mal, was zum Beispiel eigentlich aus dem Clean-Energy-ETF von 2007 geworden ist, den man hier sieht:

Oder was aus dem 3D-Druck-ETF oder dem Pandemie-ETF geworden ist, der während Corona aufgelegt wurde und auf Impfstoffe und Tests setzte. Die sind alle längst abgestürzt oder dümpeln vor sich hin. Die Fondsgesellschaften wissen das – und bringen trotzdem den nächsten Trend-ETF raus, weil die Leute immer wieder auf die Hypes aufspringen. Lass Dich davon einfach nicht ködern.

Also, ein globaler ETF sollte es sein, aber wenn man jetzt bei irgendeinem Broker nach ETFs schaut, z.B. auf den MSCI ACWI, gibt es immer noch viele Optionen. Unter anderem gibt es thesaurierende oder ausschüttende ETFs. Und viele Leute fragen sich nun: Welche Variante soll ich wählen? Was ist sinnvoller, auch steuerlich?

Thesaurierend oder ausschüttend?

Also, beim Ausschütter bekommst Du Dividenden aufs Konto, darauf zahlst Du Steuern. Beim Thesaurierer werden die Dividenden nicht ausgezahlt, sondern direkt im ETF wieder angelegt. Weil Du dabei kein Geld aufs Konto bekommst, würdest Du eigentlich auch keine Steuern zahlen bis zum Verkauf.

Der Staat möchte aber gerne schon früher was abhaben, darum gibt es seit 2018 die sogenannte Vorabpauschale. Das ist eine kleine Steuer, die einmal im Jahr automatisch von Deinem Verrechnungskonto abgebucht wird. Oft ist sie recht gering oder fällt in schlechten Börsenjahren sogar ganz weg. Und später beim Verkauf wird das berücksichtigt, damit Du nicht doppelt zahlst.

Unterm Strich ist es also eine Komfort-Frage: Beim Thesaurierer läuft alles automatisch – die Dividenden werden direkt wieder angelegt, ohne dass Du etwas tun musst. Beim Ausschütter landet das Geld auf Deinem Konto und Du musst es selbst wieder investieren in der Ansparphase.

An sich ist das nicht schwer, aber Hand aufs Herz: Die meisten machen es dann doch nicht. Und schon geht Dir der Zinseszins verloren. Deshalb sind thesaurierende ETFs für die allermeisten Leute die bessere Wahl.

So, alle Fragen beantwortet. Das ist genau das, was sich die meisten von so einem Blogpost erhoffen: Kauf diesen ETF, mach einen Sparplan, fertig. Thema abgehakt.

Und vielleicht denkst Du jetzt: „Super, dann mache ich das genau so. Sparplan einrichten, laufen lassen, nie wieder drüber nachdenken.“ Das kann funktionieren. Manche machen das tatsächlich so, also sie kaufen einen ETF, besparen ihn stoisch über Jahrzehnte und haben das Thema Altersvorsorge damit erledigt.

Aber vielleicht hast Du gerade ein Gefühl, das sich nicht ganz abstellen lässt. So ein leises Zweifeln: „Reicht das wirklich? Mache ich das richtig? Was, wenn ich etwas übersehe?“ Wenn Du dieses Gefühl kennst, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn die Frage ‚Welchen ETF soll ich kaufen?‘ offenbart etwas viel Wichtigeres als die Suche nach dem perfekten Produkt: dass Du Dir bei den entscheidenden Dingen noch unsicher bist.

Was wirklich zählt

Stell Dir vor, Dein Anlageerfolg wäre ein Kuchen. Dann wäre die ETF-Auswahl ein kleines Stück Deko obendrauf. Der Kuchen selbst – also das, was wirklich zählt – besteht aus ganz anderen Zutaten:

Erstens ist wichtig, dass Du überhaupt anfängst. Jeder Monat, den Du wartest, ist teurer als der „falsche“ ETF. Angenommen, der ETF, den Du ausgewählt hast, ist doppelt so teuer wie der günstigste. Das bedeutet, Du hast beispielsweise eine TER von 0,2% anstelle 0,1% erwischt. Dann kostet Dich das in 20 Jahren 900 Euro bei einer ursprünglichen Anlagesumme von 10.000 Euro.

Legst Du aber die gleichen 10.000 Euro ein Jahr später an, entgehen Dir 3.200 Euro an Gewinnen! Das Zögern ist also eine richtig teure Geschichte.

Zweitens ist Deine Aufteilung in risikoarme und risikoreiche Anlageklassen entscheidend. Also die Frage: Wie viel Prozent Deines Geldes steckst Du in Aktien-ETFs, wie viel in Tagesgeld oder Anleihen? Diese Entscheidung bestimmt Dein Risiko und Deine Rendite. Viel mehr als die konkrete ETF-Wahl.

Drittens ist wichtig, dass Du investiert bleibst. Der beste ETF der Welt bringt Dir nichts, wenn Du ihn beim nächsten Crash mit 30 Prozent Minus verkaufst.

Genau diese drei Punkte werden am häufigsten ignoriert. Die klingen nämlich total offensichtlich, aber wenn es an die Umsetzung geht, hakt es genau hier bei den meisten. Und das hat fatale Konsequenzen, weil Leute dann entweder zu viel Risiko eingehen oder nicht genug für später investieren.

Warum Du vielleicht noch nicht startklar bist

Folgst Du einfach ETF-Empfehlungen, wird Dich das langfristig wahrscheinlich sehr viel Geld kosten, anstatt dass Dein Vermögen wächst.

Denn die Sache ist die: Wenn Du Dir diese Fragen stellst, also im weiteren Sinne „Welchen ETF soll ich kaufen?“, bist Du vermutlich noch nicht startklar, in ETFs zu investieren. Das mag jetzt vielleicht hart klingen, aber die Antwort auf die Frage ist nicht die Lösung für Dein eigentliches Problem.

Es gibt im Prinzip nur zwei Gründe, sich diese Frage überhaupt zu stellen: Entweder will ich eine schnelle Lösung haben, weil ich keine Lust habe, mich tief ins Thema einzuarbeiten, oder ich bin einfach unsicher und suche Hilfe.

Das sind beides völlig legitime Gründe, aber leider führen sie uns nicht ans Ziel.

Denn es gibt viel wichtigere Fragen, die vorher geklärt sein müssen: Wie steht es um Deine Risikotragfähigkeit, also emotional und real? Solltest Du nicht nur in Aktien-ETFs, sondern auch in defensivere Anlageklassen wie Anleihen-ETFs investieren, und wenn ja, wie gewichtet? Wie viel musst Du eigentlich investieren, damit es später reicht? Solltest Du Dein Portfolio anpassen, wenn die Rente naht, und wenn ja, wie? Hast Du genug Hintergrundwissen, um Krisen gut auszuhalten?

Und selbst die konkrete ETF-Auswahl innerhalb eines Index – also welchen MSCI World oder FTSE All-World ETF genau – ist damit noch nicht beantwortet. Manche Kriterien sind dabei unwichtig, manche kriegsentscheidend.

Was passiert, wenn Dir dieses Wissen fehlt

Wenn Du einfach ETF-Empfehlungen befolgst, ohne wirklich zu verstehen, was dahintersteckt, läufst Du Gefahr, in klassische Anfängerfallen zu tappen. Insbesondere dann, wenn in den Medien über neue Trends oder wirtschaftliche Abschwünge berichtet wird.

Denn mit Blick auf Finanzen geht es hoch emotional zu. Und wir werden leicht in die Irre geführt von den vielen Informationen da draußen, obwohl eigentlich nur ganz wenige Sachen relevant sind.

Ohne dieses Wissen steigt massiv die Gefahr, dass Du falsch handelst. Am Ende hast Du dann womöglich weniger Geld als vorher. Das sind die Fehler, die wir immer wieder sehen: Du wechselst ständig Deine ETFs, weil es einen neuen, „besseren“ gibt. Du hast kein Vertrauen in Deine Strategie und investierst deshalb keine ausreichend hohen Summen. Du legst alles auf Eis und hinterfragst alles, weil Dein Depot in den ersten Monaten oder Jahren im Minus ist. Du tätigst Panikverkäufe, weil Du beim ersten ordentlichen Kursrutsch denkst, dass alles den Bach runtergeht. Du fängst an, auf einzelne Branchen zu setzen, weil Du bei den neuesten Trends dabei sein willst.

Das passiert ständig bei Menschen, die einfach ETF-Empfehlungen gefolgt sind – von Freunden, Lieblings-Influencern oder aus Testheften – ohne sich die Grundlagen draufzuschaffen.

Ich weiß, das klingt anstrengend. Aber wenn wir die Grundlagen nicht drauf haben, bleibt dieses nagende Gefühl: Mache ich das richtig? Und genau das wollen wir für Dich abstellen.

Wie wir Dir helfen können

Da für die meisten Leute die Fülle an Informationen, die es im Netz gibt, erschlagend ist und gegensätzliche Aussagen wirklich jeden verwirren, haben wir 2016 unser Online-Programm ins Leben gerufen. Wir leisten quasi Hilfe zur Selbsthilfe, um schnellstmöglich in die Umsetzung zu kommen.

Wir haben mit Tausenden von unseren Geldanlage-Kursteilnehmern zusammengearbeitet, so dass wir so gut wie alle typischen Fehler kennen, wo Leute hängen bleiben oder wo sie in der Regel falsch abbiegen.

Wir können Dich dabei mühelos durch den ganzen Prozess leiten. Du bekommst eine klare Struktur vorgegeben, wodurch Du nie verwirrt sein wirst. Du kannst uns jederzeit Fragen stellen und schauen, wie es die anderen in der Community machen. Und Du wirst immer in guter Gesellschaft sein und Dich nicht alleine fühlen.

Allein dadurch, dass Du durch uns Dein Geld schneller investieren kannst, spült Dir der Zinseszins-Effekt ein Vielfaches des Kurspreises auf Dein Konto.

Am besten schaust Du Dir erstmal unser kostenloses Webinar an, wo wir Dir nochmal den maximalen Durchblick im ETF-Dschungel geben und danach entscheidest Du, ob Du alleine weitermachen willst oder mit uns gemeinsam.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 28. Mai 2026
LETZTE AKTUALISIERUNG: 03. Juni 2026
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