8. September, 2021

2-Konten-Modell: Warum es wahrscheinlich das beste Kontenmodell ist

0  Kommentare

Schnell das Wichtigste

  • Das 2-Konten-Modell ist unser präferiertes System, um unsere Finanzen zu strukturieren und langfristige Spar- und Vermögensziele zu erreichen.
  • Du hast zwei Konten: ein Konsumkonto für den alltäglichen Bedarf und ein Investitionskonto.
  • Maximal 75 % Deiner Einkünfte sollten für den Konsum draufgehen.
  • Mit einem Haushaltsbuch kannst Du Deine Konsumausgaben regelmäßig überprüfen und optimieren.
  • Für das 2-Konten-Modell solltest Du kostenlose Konten nutzen. 

Wann ist das 2-Konten-Modell das Richtige für Dich? 

Bevor Du Dich für ein Kontenmodell entscheidest, solltest Du erst einmal herausfinden, ob es überhaupt zu Dir und Deinem Lebensstil passt. 

Wenn Du folgende Fragen ohne großes Zögern mit Ja beantworten kannst, solltest Du dem 2-Konten-Modell eine Chance geben:

Möchtest Du langfristig sparen, um vielleicht früher in Rente zu gehen oder der Altersarmut zu entfliehen? 

Ist es Dir schon häufiger passiert, dass Du Deine monatlichen Sparziele verfehlst, weil Du Dein ganzes Geld sprichwörtlich aus dem Fenster wirfst und generell viel zu viel für Dinge ausgibst, die Du gar nicht wirklich brauchst? 

Fehlt Dir allgemein der Überblick über Deine Finanzen?  

Mit dem 2-Konten-Modell kannst Du den ersten Schritt machen das Ganze in den Griff zu bekommen. 

Also los geht's!

Wie funktioniert das 2-Konten-Modell?

2-Konten-Modell – Übersicht

Es hat ein echt einfaches Prinzip: Am Monatsanfang überweist Du einen Teil Deines Einkommens auf ein zweites Konto, Dein Investitionskonto.

Das ist in der Regel das Verrechnungskonto Deines Depots.

Wie hoch Dein Sparbetrag ist, musst Du Dir im Vorfeld überlegen. Wir sagen immer: So viel wie möglich 😉

Mach Dir am besten eine Liste, auf die Du schreibst, wie viel Deiner Einnahmen Du für alle laufenden Kosten und Konsumausgaben brauchst – und der Rest wandert auf das Verrechnungskonto und geht anschließend in Dein ETF-Depot.

So bezahlst Du Dich immer zuerst, wie man so schön sagt und einem finanziell unabhängigen Leben steht nichts mehr Weg.

Konsumkonto: Das erste Konto des 2-Konten-Modells für die laufenden Kosten

2-Konten-Modell – Konsumkonto

Das Konto, auf dem Dein Gehalt und alle anderen Einkünfte eingehen, ist Dein Konto für die laufenden Kosten. Zu denen zählen neben der Miete und Verträgen auch Kosten fürs Einkaufen, Kino, Neuanschaffungen usw. 

Erst, wenn Du genau weißt, wie viel Geld Du jeden Monat benötigst, kannst Du entscheiden, welcher Betrag für Dein Investitionskonto übrig ist.

Überweise also nicht blauäugig irgendeine spontane Summe auf das Sparkonto, sondern mach Dir wirklich Gedanken, was Du stemmen kannst. 

Tipp: Analysiere die Ausgaben der letzten 3 - 12 Monate

Diese Summe findest Du am besten heraus, wenn Du Deine Ausgaben des letzten Jahres genau anschaust. Zur Not reichen auch die letzten drei Monate.

Du zahlst viel bar und Deine Kontoauszüge helfen Dir nicht wirklich weiter?

Dann führe einige Zeit ein Haushaltsbuch, um Deine Kosten möglichst genau in fixe Lebenskosten und variable Lebens- und Konsumkosten aufzuschlüsseln:

Fixe Lebenskosten:

  • Miete  
  • Notwendige Versicherungen 
  • Kleidung (teilweise)
  • Lebensmittel
  • Telefon, Strom & Wasser

= Alles zum Leben Notwendige

Variable Lebens- und Konsumkosten:

  • Ausgehen mit Freunden 
  • Urlaube
  • Neue Möbel
  • Kleidung (teilweise)
  • Geschenke 
  • Unnötige Anschaffungen

= Alles nicht zum Leben Notwenige

Achtung, Sparpotenzial!

Jetzt ist schon ein großer Schritt getan! Und Du kannst auf einen Blick sehen, wie viel Geld Du wofür ausgibst – und was Du sparen kannst.

Brauchst Du Netflix, Amazon Prime und Sky wirklich oder schaust Du eh immer nur eines davon?

Vielleicht hast Du auch noch einen alten Handyvertrag laufen und weißt es gar nicht? Kam alles schon bei unseren Kurs-Teilnehmern vor.

Dann kannst Du da getrost ein paar Verträge kündigen.

Prüfe also, ob es Ausgaben gibt, die Dich ärgern, weil sie unnötig sind.

Dann überlege, wie Du diese Kosten einsparen oder minimieren kannst, beispielsweise durch einen Tarifwechsel oder die Kündigung eines Vertrags. 

Zum Wechseln nutzen wir Check24* oder Verivox* (In letzter Zeit nehmen wir eigentlich immer Check24, da es dort oft noch günstiger ist). Vergleiche am besten aber beide nochmal.

Geldeingänge wie eine Provision oder eine Gehaltserhöhung kannst Du auch gleich auf Dein Investitionskonto schieben, statt Dich von der Lifestyle-Inflation packen zu lassen.

Lege Deine Konsumrate fest

Hast Du das geschafft, kommt auch schon der nächste Schritt. Hier geht es darum, Deine maximale Konsumrate festzulegen: Wie viel Prozent Deiner Einkünfte sollen auf Deinem Alltagskonto bleiben und wie viel auf Dein Investitionskonto wandern?

Ein kleiner Tipp am Rande: Für Deinen Konsum solltest Du maximal 80% Deiner Einkünfte verwenden, weniger ist natürlich immer besser. Das ist aber abhängig von Deinen Investitionszielen und natürlich auch von Deinem Gehalt. 

Je mehr Du sparst, desto schneller erreichst Du finanzielle Freiheit. Das ist ja klar.

Wie klein Deine Konsumrate werden soll, kannst nur Du selbst entscheiden.

Bei einem Nettoeinkommen von 2.200 € würden Dir bei einer Konsumrate von 60% 1.320 € bleiben. 880 € würden auf Dein Investitionskonto wandern – eine ordentliche Summe! 

Investitionskonto: Das zweite Konto zum Investieren

2-Konten-Modell – Investitionskonto

Schauen wir uns nun Dein Investitionskonto näher an.

Wie der Name schon erahnen lässt, ist dieses Konto für Deinen Vermögensaufbau gedacht.

Hier sollte klar sein, dass Du das Geld, das einmal auf dem Konto gelandet ist, über viele Jahre nicht anrührst. Ja, das kostet Kraft und Durchhaltevermögen, lohnt sich aber – versprochen!

Mit ETFs kannst Du übrigens mit wenig Zeitaufwand ein solides Vermögen aufbauen und sogar früher in Rente gehen. Wie das genau geht, kannst Du in unserem kostenlosen Webinar lernen. 

Welche Depots als Investitionskonten geeignet sind, erfährst Du in unserem Ressourcen-Artikel.

Tipps für die Praxis

Und hier noch ein paar praktische Tipps.

Haushaltsbuch führen und Ausgaben überprüfen 

Mit einem Haushaltsbuch kannst Du nicht nur Deine genaue Konsumrate ermitteln, sondern auch immer wieder Deine vergangenen Ausgaben prüfen.

So hast du Deine Finanzen immer bestens im Blick und kannst regelmäßig überprüfen, bei welchen Ausgaben Du noch sparen kannst. 

Dauerauftrag auf Investitionskonto einrichten

Hast Du Deine Konsumrate für Dich verbindlich festgelegt, haben wir einen Tipp für Dich: Richte einen Dauerauftrag auf Dein Investitionskonto ein. 

So kommst Du erst gar nicht in Versuchung, Deine Sparpläne zu durchbrechen und das Geld geht gleich nach dem Gehaltseingang ab.

Verlange nicht zu viel von Dir 

Wer beim Sparen zu hohe Ziele hat, scheitert erfahrungsgemäß schnell. Fang lieber klein an.

Wenn Du dann merkst, dass Du noch mehr sparen kannst: perfekt! Dann mach es unbedingt!

Mit einer sehr geringen Konsumrate anzufangen, die Du dann ständig aufstocken musst, weil Du merkst, dass die Kohle nicht reicht, ist wenig motivierend. 

Börse statt Girokonto 

Sparen auf dem Giro- oder Festgeldkonto lohnt sich wegen der niedrigen Zinsen nur, wenn Du ein konkretes, kurz- oder mittelfristiges Ziel damit verfolgst.

Ansonsten empfehlen wir Dir für die Altersvorsorge Investitionen in börsengehandelte Indexfonds (ETF) – damit fährst Du bewiesenermaßen wesentlich besser! 

Wir sehen die Altersvorsorge mit ETFs als unabdingbar. Auf unserem Blog zeigen wir Dir, wie Du – ohne ein Börsencrack zu sein – langfristig ein Vermögen aufbauen kannst.

Falls Du Dir die Grundlagen zu ETFs mal draufschaffen willst, komm einfach in unser kostenloses Altersvorsorge-Webinar oder lade Dir unseren  Altersvorsorge-Fahrplan (inkl. Hörbuch) herunter.

Unser Fazit

Das 2-Konten-Modell ist unser präferiertes Modell um seine Finanzen im Griff zu haben. Denn es ist super simpel und somit für jeden gut umzusetzen.

Wenn Du dann noch einen ordentlichen Schwung Achtsamkeit zu Deinem Ein- und Ausgabeverhalten hinzu packst, kann es finanziell nur nach oben gehen.

Alle anderen Kontenmodelle kann man machen oder aus unserer Sicht auch lassen 😉

Häufige Fragen & Antworten

Welche Konten sind für das 2-Konten-Modell zu empfehlen?

Unsere aktuellen Empfehlungen zu Girokonten und Depots findest Du auf unserer Ressourcen-Seite.

Welche Alternativen gibt es? 

Das 2-Konten-Modell ist gut zum Sparen und Investieren geeignet.

Es gibt noch weitere Kontenmodelle wie das 3-, das 6-Konten-Modell u.s.w.

Bei diesen Modellen werden die Konsumausgaben weiter unterteilt, sodass es beispielsweise ein extra Konto für das Ausgehen mit Freunden gibt oder Geld für spontane Anschaffungen zur Seite gelegt wird. 

Du hast noch weitere Fragen?

Dann hau sie in die Kommentare und wir antworten schnellstmöglich.

Anna & Eddy LazyInvestors

Über uns

Hej! Wir sind Anna & Eddy und helfen seit 2016 Menschen dabei, ihre Finanzen selbstständig in den Griff zu bekommen. Zu dem Thema kamen wir aus dem eigenen Schmerz, denn auch wir sahen nicht durch den Wust an intransparenten Altersvorsorge-Produkten durch. Nun haben wir uns in das Thema hineingefuchst und wollen andere davor bewahren, die üblichen Fehler zu machen. Wir sind keine Finanzberater, Anlagevermittler oder Versicherungsmakler, sondern stellen unabhängige Informationen zur finanziellen Bildung bereit. Erfahre hier mehr über uns.

Das könnte Dir auch gefallen

Du planst (irgendwann), ein Eigenheim zu kaufen? Das sind die Dinge, die Dir keiner erzählt:
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

HOW TO MAKE ALTERSVORSORGE SUCK LESS - DER FAHRPLAN

Entdecke die vier größten Mythen der Altersvorsorge. Lerne, welche Fehler die meisten Leute machen und was Dir die Finanzindustrie verheimlicht – bereits über 10.000 Abonnenten.

Altersvorsorge Fahrplan LazyInvestors
>