Die Auszahlung aus dem AV-Depot beginnt frühestens mit 65 (oder schon mit Deiner gesetzlichen Altersrente, wenn die früher beginnt) und spätestens mit 70. Im Rechner kannst Du das Alter zwischen 65 und 70 einstellen.
Geförderter Teil: Alles wird versteuert
Die gesamte Auszahlung aus dem geförderten Teil wird als Einkommen versteuert:
- Einkommensteuer nach Deinem persönlichen Steuersatz
- Keine Teilfreistellung
- Besteuert werden: Deine Einzahlungen + Zulagen + sämtliche Erträge
Das ist der "Deal": Steuerfreiheit in der Ansparphase, dafür volle Besteuerung bei Auszahlung.
Wichtig: Die AV-Depot-Auszahlung addiert sich zu Deiner gesetzlichen Rente. Je mehr Du entnimmst, desto höher kann Dein Steuersatz werden (Progression).
Ungeförderter Teil: Nur die Hälfte der Erträge wird versteuert
Für den ungeförderten Teil gilt:
- Deine Einzahlungen werden nicht besteuert (waren ja schon versteuert)
- Auf die Erträge zahlst Du Einkommensteuer, aber nur auf 50 %
- Die andere Hälfte bleibt steuerfrei (Voraussetzung: Die Vertragslaufzeit beträgt mindestens 12 Jahre und die Auszahlung erfolgt ab 62 (§ 22 Nr. 5 Satz 2 Buchstabe c EStG i.V.m. § 20
Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG)). - Startest Du zum Beispiel mit 60 und lässt Dir ab 67 auszahlen, sind die ersten fünf Jahre lang die vollen Erträge steuerpflichtig. Der Rechner berücksichtigt das.
Das macht den ungeförderten Teil steuerlich attraktiver als den geförderten – aber Du bekommst eben keine Zulagen und keine Steuererstattung.
Auszahlplan
Per Gesetz muss der Auszahlplan mindestens bis zu Deinem 85. Geburtstag laufen. Du kannst im Rechner aber auch längere Laufzeiten wählen – je länger der Plan, desto niedriger die monatliche Rate, aber desto länger bist Du abgesichert. Ob Dein Anbieter längere Laufzeiten anbietet, siehst Du erst, wenn es die Produkte gibt.
Im Rechner ist 67 als Beginn voreingestellt. Wer früher startet, hat mehr Auszahlungsjahre, aber auch weniger Ansparzeit.
Wie hoch die Rate ist, legt das Gesetz fest: Der Anbieter teilt mindestens 80 % Deines Restguthabens durch die Monate bis zum Ende des Auszahlplans und rechnet das spätestens alle drei Jahre neu. Dein Geld bleibt dabei angelegt. Wächst das Depot, steigen auch die Raten. Deshalb startet die Rate niedriger und wird mit den Jahren größer. Nach schlechten Börsenjahren kann sie auch sinken. Was am Ende übrig bleibt, bekommst Du mit der letzten Zahlung.
Der Rechner zeigt Dir stattdessen eine gleichbleibende Rate, die über die ganze Laufzeit gleich viel wert ist. So lassen sich beide Depots fair vergleichen. Rechne aber damit, dass Du in den ersten Jahren weniger bekommst, als der Rechner anzeigt, und gegen Ende mehr. Im Beispiel aus unserem Artikel zeigt der Rechner für das Altersvorsorgedepot gleichbleibend rund 845 € im Monat. Nach der gesetzlichen Formel wären es bei gleichbleibender Rendite anfangs rund 550 € und gegen Ende rund 1.400 €.
Wenn der Auszahlplan endet, ist das AV-Depot aufgebraucht. Danach läuft nur noch Deine gesetzliche Rente (und ggf. Entnahmen aus Deinem eigenen ETF-Depot).
Entscheiden musst Du das alles erst kurz vor der Rente: Bis die Auszahlung beginnt, kannst Du mit Deinem Guthaben zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn der Dir bessere Bedingungen für die Auszahlung bietet.
Einmalbetrag zu Beginn
Zu Beginn kannst Du Dir bis zu 30 % auf einmal auszahlen lassen. Das rechnet der Rechner nicht mit, weil es fast immer teurer ist: Der Betrag kommt in diesem Jahr komplett oben auf Dein übriges Einkommen und wird mit Deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Lass ihn deshalb auf keinen Fall in ein Jahr fallen, in dem Du noch Gehalt bekommst. Und brauchst Du das Geld nicht auf einen Schlag, lass ihn einfach weg: Über die Raten verteilt zahlst Du in der Regel weniger Steuern.
Und wenn Du vorher stirbst?
Stirbst Du vor oder während des Auszahlplans, bekommen Deine Erben, was noch im Depot ist. Die Zulagen und Steuervorteile auf dieses Geld gehen aber an den Staat zurück. Ohne Abzug geht es nur, wenn Dein Ehepartner das Geld auf seinen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen lässt. Dein eigenes ETF-Depot kannst Du hingegen komplett vererben. Auch das rechnet der Rechner nicht mit.
Optional: Anleihen in der Auszahlphase beimischen
Standardmäßig rechnet der Rechner bis zum Ende mit 100 % Aktien. Viele Anleger mischen aber ab Rentenbeginn sichere Anleihen bei, damit ein Börsencrash in den ersten Rentenjahren nicht die ganze Auszahlung mit nach unten zieht.
Deshalb kannst Du ganz unten, direkt über „Vergleich berechnen“, den Schalter auf „Ein“ stellen und einstellen, wie viel Aktien und wie viel Anleihen Du ab Rentenbeginn halten willst. Als Startwert nehmen wir 50 % Aktien und 50 % Anleihen, die Anleihen mit 2 % Rendite und 0,15 % Kosten.
Dabei gilt:
- Die Aufteilung gilt für das Altersvorsorgedepot und für Dein eigenes Depot gleich. So bleibt der Vergleich fair.
- In der Ansparphase rechnen wir weiter mit 100 % Aktien.
- Für Anleihen-ETFs im eigenen Depot gibt es keine Teilfreistellung. Auf ihre Gewinne fällt deshalb mehr Steuer an als bei Aktien-ETFs.
Mit Anleihen fällt die monatliche Auszahlung niedriger aus, weil Anleihen weniger Rendite bringen. Dafür schwankt Dein Depot im Alter deutlich weniger.