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Der wohl vollständigste Altersvorsorgedepot-Rechner

Dr. Anna Terschüren Aktualisiert 07.11.2026

Wichtiger Hinweis: Dieser Rechner basiert auf dem Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156). Die wesentlichen Förderregeln treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Die Berechnungen spiegeln den verkündeten Gesetzestext wider.

Nutze die Ergebnisse als Orientierung – nicht als verbindliche Planungsgrundlage.

Persönliche Daten

Jahre
→ 32 Jahre bis zur Rente
€
€/Jahr
→ Rentenplaner öffnen (nur Schritt 1 nötig)

Vorhandenes Kapital

€
Falls vorhanden. 0 = kein Startkapital.

Sparrate

€/Monat

Auszahlungsphase

Jahre
Jahre
→ Auszahlung über 18 Jahre (mindestens bis 85)

Rendite & Inflation

%
%

Normales Depot

%

Altersvorsorgedepot

%

Anleihen in der Auszahlphase beimischen

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Was der Altersvorsorgedepot-Rechner kann

Klare Empfehlung

Der Rechner vergleicht das neue Altersvorsorgedepot mit einem eigenen ETF-Depot und sagt Dir, welche Variante sich für Dich mehr lohnt.

Zwei Strategien im Vergleich

Sollst Du nur den geförderten Teil (150 €/Monat) ins AV-Depot einzahlen oder alles? Der Rechner findet die beste Aufteilung.

Realistische Zahlen

Alle Förderungen (Zulagen, Steuererstattungen), Kosten und Steuern berücksichtigt – Ergebnisse in heutiger Kaufkraft.

Komplexe Steuerlogik umgesetzt

Nachgelagerte Besteuerung, hälftige Besteuerung der Erträge, Günstigerprüfung – der Rechner kennt alle Regeln.

Riester-Übertragung

Bestehendes Riester-Guthaben als Startkapital berücksichtigen.

Transparente Erklärungen

Wir zeigen Dir genau, wie das Altersvorsorgedepot funktioniert und warum das Ergebnis so ausfällt.

Speichern und teilen

Jede Berechnung als Link sichern und weitergeben.

So funktioniert der Altersvorsorgedepot-Rechner

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge und kommt am 1. Januar 2027. Förderberechtigt sind Angestellte, Beamte, Selbständige und Freiberufler.

Anders als bei der klassischen Riester-Rente investierst Du hier in ETFs – ohne Garantiezwang und mit der Chance auf höhere Renditen.

Die Grundidee: Der Staat fördert Deine Einzahlungen mit Zulagen und Steuervorteilen. Im Gegenzug wird bei der Auszahlung im Alter die gesamte Entnahme versteuert – nicht nur die Gewinne.

Ob sich das für Dich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab: Deinem Gehalt, Deiner Sparrate, den Depotkosten und Deinem Einkommen im Alter. Genau das rechnet dieser Rechner für Dich durch.

Ansparphase: Die Förderung verstehen

Zulagen – Geld vom Staat

Der Staat zahlt Zulagen direkt in Dein AV-Depot:

Grundzulage:

  • Auf die ersten 360 €/Jahr Eigenbeitrag: 50 % Zulage (max. 180 €)
  • Auf die nächsten 1.440 €/Jahr (361–1.800 €): 25 % Zulage (max. 360 €)
  • Maximale Grundzulage bei 1.800 € Eigenbeitrag (150 €/Monat): 540 €/Jahr

Kinderzulage:

  • Pro Kind mit Kindergeldanspruch: 100 % auf Deinen Eigenbeitrag (1 € pro 1 €)
  • Maximum: 300 € pro Kind und Jahr

Jugendbonus:

  • Einmalig 200 € für alle unter 25 Jahren bei Vertragsabschluss

Mindesteigenbeitrag: 120 €/Jahr (10 €/Monat), um überhaupt Zulagen zu erhalten.

Beispiel: Bei 150 €/Monat Eigenbeitrag (1.800 €/Jahr) erhältst Du 540 € Grundzulage. Insgesamt fließen also 2.340 €/Jahr in Dein AV-Depot – obwohl Du nur 1.800 € selbst einzahlst.

Steuererstattung – der zweite Förderbaustein

Deine Einzahlungen (Eigenbeitrag + Zulagen) kannst Du als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt führt automatisch eine Günstigerprüfung durch:

  • Ist Deine theoretische Steuerersparnis höher als die erhaltenen Zulagen, bekommst Du die Differenz als Steuererstattung aufs Konto überwiesen.
  • Die Zulage fließt in jedem Fall ins AV-Depot.

Beispiel: Bei 55.000 € Bruttojahresgehalt liegt Dein Grenzsteuersatz bei rund 32,6 %. Der Sonderausgabenabzug von 2.340 € senkt Deine Steuer um ~754 €. Da Du 540 € Zulage erhältst, bekommst Du ~214 € Steuererstattung.

Diese Steuererstattung landet auf Deinem Girokonto, nicht im AV-Depot. Was Du damit machst, ist entscheidend für den Vergleich – dazu später mehr.

Steuerfreiheit während der Ansparphase

Ein großer Vorteil des AV-Depots: Innerhalb des Depots fallen keine deutschen Steuern an:

  • Keine Vorabpauschale (die sonst jährlich auf ETF-Buchgewinne fällig wird)
  • Keine Abgeltungssteuer bei Umschichtungen
  • Keine Steuer auf Dividenden/Ausschüttungen

Das Geld arbeitet also unversteuert für Dich – bis zur Auszahlung.

Hinweis: Die Quellensteuer auf Fondsebene (~0,3 % p.a.) fällt trotzdem an. Sie wird innerhalb des Fonds abgezogen und ist unabhängig vom deutschen Steuerrecht. Das berücksichtigen wir im Rechner.

Mehr als 150 €/Monat? Der ungeförderte Teil

Die staatliche Förderung (Zulagen + Sonderausgabenabzug) gilt nur für Beiträge bis 1.800 €/Jahr (150 €/Monat). Aber das AV-Depot kann mehr aufnehmen: bis zu 6.840 € pro Vertrag und Jahr.

Beiträge über 1.800 €/Jahr sind ungefördert – aber sie haben trotzdem Vorteile:

Nur die Hälfte der Erträge wird versteuert:

  • Bei der Auszahlung werden nur 50 % der Erträge mit Deinem persönlichen Steuersatz versteuert
  • Die andere Hälfte bleibt steuerfrei
  • Deine Einzahlungen werden nicht nochmal besteuert (Du hast sie ja schon versteuert)
  • Die Hälfte gibt es nur, wenn Du bei der Auszahlung mindestens 62 bist und der Vertrag schon 12 Jahre läuft. Vorher zahlst Du auf die vollen Erträge Steuern

Das ist ein Mittelweg zwischen dem geförderten AV-Depot (100 % versteuert) und dem eigenen ETF-Depot (nur Gewinne versteuert, mit Teilfreistellung).

Das 13.680 €-Limit – und was passiert bei Overflow

Du kannst zwei AV-Depot-Verträge abschließen. Pro Vertrag sind maximal 6.840 €/Jahr erlaubt. Das ergibt ein Gesamtlimit von 13.680 €/Jahr für das AV-Depot.

Was passiert, wenn Du mehr sparen willst?

Der Rechner berücksichtigt das automatisch: Beträge, die das Limit überschreiten, fließen in ein normales ETF-Depot. So wird Deine gesamte Sparrate optimal aufgeteilt.

Beispiel: Bei 1.500 €/Monat Sparrate (18.000 €/Jahr) gehen 13.680 € ins AV-Depot und 4.320 € ins eigene ETF-Depot.

Zwei Strategien im Vergleich

Bei Sparraten über 150 €/Monat hast Du die Wahl, wie Du Dein Geld aufteilst. Der Rechner vergleicht zwei Strategien und zeigt Dir die bessere:

Strategie 1: Split

  • 150 €/Monat gefördert ins AV-Depot
  • Der Rest in ein eigenes ETF-Depot
  • Steuererstattungen ebenfalls ins ETF-Depot

Strategie 2: Alles ins AV-Depot

  • Gesamte Sparrate ins AV-Depot (bis zum Limit)
  • 150 €/Monat gefördert, der Rest ungefördert (nur die Hälfte der Erträge wird versteuert)
  • Steuererstattungen ebenfalls ins AV-Depot (ungefördert)
  • Bei Overflow (über 13.680 €/Jahr): Rest ins ETF-Depot

Welche Strategie besser ist, hängt vor allem von den Depotkosten Deines AV-Anbieters ab:

  • Alles ins AV-Depot lohnt sich nur, wenn der Anbieter fast nichts extra verlangt – dann schlägt die hälftige Besteuerung der Erträge das ETF-Depot knapp
  • Schon bei geringen Depotkosten ist der Split besser – im AV-Depot zahlst Du die Kosten auf den gesamten Betrag, im eigenen ETF-Depot nicht
  • Je höher Deine Sparrate, desto später kippt es: bei 300 € liegt die Grenze bei rund 0,07 % Depotkosten, bei 1.500 € bei rund 0,2 %
  • Die genaue Grenze hängt von Deiner individuellen Situation ab

Der Rechner zeigt Dir immer die bessere Variante und erklärt, warum.

Entnahmephase: Die nachgelagerte Besteuerung

Die Auszahlung aus dem AV-Depot beginnt frühestens mit 65 (oder schon mit Deiner gesetzlichen Altersrente, wenn die früher beginnt) und spätestens mit 70. Im Rechner kannst Du das Alter zwischen 65 und 70 einstellen.

Geförderter Teil: Alles wird versteuert

Die gesamte Auszahlung aus dem geförderten Teil wird als Einkommen versteuert:

  • Einkommensteuer nach Deinem persönlichen Steuersatz
  • Keine Teilfreistellung
  • Besteuert werden: Deine Einzahlungen + Zulagen + sämtliche Erträge

Das ist der "Deal": Steuerfreiheit in der Ansparphase, dafür volle Besteuerung bei Auszahlung.

Wichtig: Die AV-Depot-Auszahlung addiert sich zu Deiner gesetzlichen Rente. Je mehr Du entnimmst, desto höher kann Dein Steuersatz werden (Progression).

Ungeförderter Teil: Nur die Hälfte der Erträge wird versteuert

Für den ungeförderten Teil gilt:

  • Deine Einzahlungen werden nicht besteuert (waren ja schon versteuert)
  • Auf die Erträge zahlst Du Einkommensteuer, aber nur auf 50 %
  • Die andere Hälfte bleibt steuerfrei (Voraussetzung: Die Vertragslaufzeit beträgt mindestens 12 Jahre und die Auszahlung erfolgt ab 62 (§ 22 Nr. 5 Satz 2 Buchstabe c EStG i.V.m. § 20
    Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG)).
  • Startest Du zum Beispiel mit 60 und lässt Dir ab 67 auszahlen, sind die ersten fünf Jahre lang die vollen Erträge steuerpflichtig. Der Rechner berücksichtigt das.

Das macht den ungeförderten Teil steuerlich attraktiver als den geförderten – aber Du bekommst eben keine Zulagen und keine Steuererstattung.

Auszahlplan

Per Gesetz muss der Auszahlplan mindestens bis zu Deinem 85. Geburtstag laufen. Du kannst im Rechner aber auch längere Laufzeiten wählen – je länger der Plan, desto niedriger die monatliche Rate, aber desto länger bist Du abgesichert. Ob Dein Anbieter längere Laufzeiten anbietet, siehst Du erst, wenn es die Produkte gibt.

Im Rechner ist 67 als Beginn voreingestellt. Wer früher startet, hat mehr Auszahlungsjahre, aber auch weniger Ansparzeit.

Wie hoch die Rate ist, legt das Gesetz fest: Der Anbieter teilt mindestens 80 % Deines Restguthabens durch die Monate bis zum Ende des Auszahlplans und rechnet das spätestens alle drei Jahre neu. Dein Geld bleibt dabei angelegt. Wächst das Depot, steigen auch die Raten. Deshalb startet die Rate niedriger und wird mit den Jahren größer. Nach schlechten Börsenjahren kann sie auch sinken. Was am Ende übrig bleibt, bekommst Du mit der letzten Zahlung.

Der Rechner zeigt Dir stattdessen eine gleichbleibende Rate, die über die ganze Laufzeit gleich viel wert ist. So lassen sich beide Depots fair vergleichen. Rechne aber damit, dass Du in den ersten Jahren weniger bekommst, als der Rechner anzeigt, und gegen Ende mehr. Im Beispiel aus unserem Artikel zeigt der Rechner für das Altersvorsorgedepot gleichbleibend rund 845 € im Monat. Nach der gesetzlichen Formel wären es bei gleichbleibender Rendite anfangs rund 550 € und gegen Ende rund 1.400 €.

Wenn der Auszahlplan endet, ist das AV-Depot aufgebraucht. Danach läuft nur noch Deine gesetzliche Rente (und ggf. Entnahmen aus Deinem eigenen ETF-Depot).

Entscheiden musst Du das alles erst kurz vor der Rente: Bis die Auszahlung beginnt, kannst Du mit Deinem Guthaben zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn der Dir bessere Bedingungen für die Auszahlung bietet.

Einmalbetrag zu Beginn

Zu Beginn kannst Du Dir bis zu 30 % auf einmal auszahlen lassen. Das rechnet der Rechner nicht mit, weil es fast immer teurer ist: Der Betrag kommt in diesem Jahr komplett oben auf Dein übriges Einkommen und wird mit Deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Lass ihn deshalb auf keinen Fall in ein Jahr fallen, in dem Du noch Gehalt bekommst. Und brauchst Du das Geld nicht auf einen Schlag, lass ihn einfach weg: Über die Raten verteilt zahlst Du in der Regel weniger Steuern.

Und wenn Du vorher stirbst?

Stirbst Du vor oder während des Auszahlplans, bekommen Deine Erben, was noch im Depot ist. Die Zulagen und Steuervorteile auf dieses Geld gehen aber an den Staat zurück. Ohne Abzug geht es nur, wenn Dein Ehepartner das Geld auf seinen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen lässt. Dein eigenes ETF-Depot kannst Du hingegen komplett vererben. Auch das rechnet der Rechner nicht mit.

Optional: Anleihen in der Auszahlphase beimischen

Standardmäßig rechnet der Rechner bis zum Ende mit 100 % Aktien. Viele Anleger mischen aber ab Rentenbeginn sichere Anleihen bei, damit ein Börsencrash in den ersten Rentenjahren nicht die ganze Auszahlung mit nach unten zieht.

Deshalb kannst Du ganz unten, direkt über „Vergleich berechnen“, den Schalter auf „Ein“ stellen und einstellen, wie viel Aktien und wie viel Anleihen Du ab Rentenbeginn halten willst. Als Startwert nehmen wir 50 % Aktien und 50 % Anleihen, die Anleihen mit 2 % Rendite und 0,15 % Kosten.

Dabei gilt:

  • Die Aufteilung gilt für das Altersvorsorgedepot und für Dein eigenes Depot gleich. So bleibt der Vergleich fair.
  • In der Ansparphase rechnen wir weiter mit 100 % Aktien.
  • Für Anleihen-ETFs im eigenen Depot gibt es keine Teilfreistellung. Auf ihre Gewinne fällt deshalb mehr Steuer an als bei Aktien-ETFs.

Mit Anleihen fällt die monatliche Auszahlung niedriger aus, weil Anleihen weniger Rendite bringen. Dafür schwankt Dein Depot im Alter deutlich weniger.

Das eigene ETF-Depot: Die Referenz zum Vergleich

Als Vergleich berechnen wir, was passiert, wenn Du stattdessen alles in ein eigenes ETF-Depot investierst – ohne staatliche Förderung.

Keine Förderung, aber andere Steuervorteile

Im eigenen ETF-Depot:

  • Keine Zulagen
  • Keine Steuererstattung über Sonderausgaben
  • ABER: Vorabpauschale fällt jährlich an (eine Art Vorsteuer auf Buchgewinne)

Bei der Entnahme werden nur die Gewinne besteuert – nicht Deine Einzahlungen. Und es gilt die Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Gewinne steuerfrei.

Effektive Steuerlast auf Gewinne:

  • Abgeltungssteuer: 25 % + 5,5 % Soli = 26,375 %
  • Nach Teilfreistellung (30 %): ~18,5 % auf Gewinne

Das ist deutlich weniger als die nachgelagerte Besteuerung im AV-Depot UND eben nur auf die Gewinne, nicht auf die gesamte Auszahlung.

Günstigerprüfung: Wenn Dein Steuersatz unter 26 % liegt

Wenn Dein persönlicher Steuersatz im Alter unter der Abgeltungssteuer liegt, kannst Du auch für das ETF-Depot die Günstigerprüfung beantragen.

Dann zahlst Du auf Deine ETF-Gewinne nicht 26,375 %, sondern Deinen niedrigeren persönlichen Steuersatz – ebenfalls mit 30 % Teilfreistellung.

Beispiel: Bei einem Grenzsteuersatz von 20 % im Alter zahlst Du nur ~14 % effektiv auf ETF-Gewinne statt ~18,5 %.

Der Rechner berücksichtigt das automatisch: Bei niedrigem zu versteuerndem Einkommen im Alter (zvE) wird auch das ETF-Depot günstiger besteuert.

Warum mehr Kapital nicht immer mehr Rente bedeutet

Du wirst feststellen: Das AV-Depot hat oft mehr Kapital bei Rentenbeginn – aber trotzdem kann die monatliche Netto-Rente niedriger sein als beim ETF-Depot.

Das ist kein Fehler, sondern logisch:

AV-Depot:

  • Mehr Kapital (dank Zulagen und Steuerfreiheit in der Ansparphase)
  • ABER: Die gesamte Entnahme wird versteuert (inkl. Einzahlungen und Zulagen)

ETF-Depot:

  • Weniger Kapital (keine Zulagen, Vorabpauschale)
  • ABER: Nur die Gewinne werden versteuert, mit Teilfreistellung

Je nach Konstellation kann das ETF-Depot trotz weniger Kapital mehr Netto-Rente liefern. Das passiert vor allem bei:

  • Hohen AV-Depot-Kosten
  • Hohem zvE im Alter (hoher Steuersatz auf AV-Auszahlungen)
  • Niedrigem zvE im Alter (Günstigerprüfung für ETF greift)

Der Rechner zeigt Dir beide Werte – Kapital und Netto-Entnahme – damit Du das Gesamtbild siehst.

Die Grafik „Vermögensverlauf“ zeigt, wie sich beide Depots vom Sparbeginn bis zum Ende des Auszahlplans entwickeln, und zwar netto: in heutiger Kaufkraft, nach Kosten und nach den Steuern, die bei der Auszahlung noch anfallen. So kannst Du beide Linien direkt vergleichen. Bei Rentenbeginn stehen sie im selben Verhältnis wie Deine monatliche Netto-Entnahme.

Kosten: Die entscheidende Variable

Die Depotkosten des Anbieters sind der wichtigste Hebel für die Entscheidung. Gemeint ist, was der Anbieter zusätzlich zu den ETF-Kosten verlangt. Der Rechner nimmt als Beispiel 0,5 % p.a. an.

Was wir wissen:

  • Für das „Standarddepot“ gilt ein Kostendeckel von 1,0 % Effektivkosten
  • Für das freie AV-Depot ohne Garantie gibt es keinen Deckel
  • Einige Anbieter haben schon angekündigt, das Altersvorsorgedepot ohne Zusatzkosten anzubieten, etwa Finanzen invest und Scalable Capital. Dann zahlst Du nur die ETF-Kosten
  • Bei Versicherern und Beratern können es 1,5 % und mehr sein

Unsere Empfehlung: Rechne verschiedene Szenarien durch! Bei 0,3 % sieht die Welt anders aus als bei 1,2 %. Der Unterschied kann über Jahrzehnte Zehntausende Euro ausmachen.

Die ETF-Kosten (TER) zahlst Du in beiden Depots: Ein weltweit gestreuter ETF kostet typischerweise 0,07–0,2 %. Im Altersvorsorgedepot rechnet der Rechner sie automatisch zu den Depotkosten dazu.

Zu versteuerndes Einkommen im Alter ermitteln

Das zu versteuernde Einkommen (zvE) im Alter ist ein wichtiger Eingabewert. Es bestimmt, wie hoch Dein Steuersatz auf die AV-Depot-Auszahlungen sein wird – und ob die Günstigerprüfung für Dein ETF-Depot greift.

So ermittelst Du den Wert:

  1. Öffne unseren Rentenplaner
  2. Fülle nur Schritt 1 aus (Deine Rentendaten)
  3. Klappe "Details zur Berechnung" auf
  4. Kopiere den Wert "Zu versteuerndes Einkommen" mit dem Kopier-Button

Im Rentenplaner findest Du auch Erklärungen, wie sich das zvE zusammensetzt.

Du kennst den Wert nicht? Dann klick unter dem Feld auf „Weiß ich nicht, aus meinem Gehalt schätzen“. Der Rechner schätzt dann Deine gesetzliche Rente aus Deinem heutigen Gehalt und nimmt dafür 40 Beitragsjahre bis 67 an. Daraus ermittelt er das zu versteuernde Einkommen, genau wie unser Rentenplaner. Die Schätzung passt für Angestellte. Bist Du selbstständig oder hast Du längere Lücken im Lebenslauf, nimm lieber den Rentenplaner.

Hinweis: Das zvE ist NICHT Deine Bruttorente. Es ist der Betrag, der nach allen Abzügen (Krankenversicherung, Freibeträge etc.) tatsächlich versteuert wird.

Für Ehepaare: Der Rechner rechnet mit Einzelveranlagung. Bei Zusammenveranlagung verschiebt sich der Steuersatz durch das Ehegattensplitting. Trage das zvE ein, das für Dich als Einzelperson gilt, und lies das Ergebnis als Näherung.

Steuererstattungen reinvestieren – oder nicht?

Die Steuererstattung aus dem AV-Depot landet auf Deinem Girokonto. Du hast die Wahl:

Option 1: Reinvestieren (empfohlen)

  • Die Erstattung fließt ins ETF-Depot (oder ins AV-Depot)
  • Du nutzt den Zinseszinseffekt voll aus
  • Das ist die Standardannahme im Rechner

Option 2: Nicht reinvestieren

  • Du gibst die Erstattung anderweitig aus
  • Der Fördervorteil ist dann geringer
  • Du kannst das im Rechner umstellen

Wichtig: Wenn Du die Erstattungen nicht reinvestierst, verlierst Du einen erheblichen Teil des AV-Depot-Vorteils.

Das können wir für Dich tun

✓ Orientierung geben: Der Rechner zeigt Dir, ob sich das Altersvorsorgedepot für Deine Situation lohnt – oder ob ein eigenes ETF-Depot die bessere Wahl ist.

✓ Szenarien vergleichen: Was passiert bei höheren Kosten? Bei mehr Sparrate? Bei niedrigerem Einkommen im Alter? Probiere verschiedene Konstellationen aus.

✓ Komplexität reduzieren: Nachgelagerte Besteuerung, hälftige Besteuerung der Erträge, Günstigerprüfung, Teilfreistellung – wir rechnen das alles für Dich durch.

✓ Transparenz schaffen: Wir erklären Dir genau, wie die Berechnungen funktionieren und welche Annahmen wir treffen.

Das können wir NICHT für Dich tun

✗ Anbieterkosten kennen: Wir wissen nicht, welche Anbieter es geben wird und was sie kosten. Du musst mit Annahmen arbeiten.

✗ Die Zukunft vorhersagen: Renditen, Inflation und Steuergesetze können sich ändern. Rechne mit verschiedenen Szenarien.

✗ Individuelle Beratung ersetzen: Dieser Rechner ersetzt keine persönliche Finanzberatung. Bei komplexen Situationen (Auslandsaufenthalte etc.) sprich mit einem Steuerberater.

✗ Alle Details abbilden: Wir vereinfachen an einigen Stellen – das Ganze ist schon kompliziert genug 😉

Disclaimer

Dieser Rechner dient ausschließlich zu Informations- und Planungszwecken. Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Abschluss eines Altersvorsorgevertrags.

Wichtig: Der Rechner basiert auf dem Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156), dessen Förderregeln ab dem 1. Januar 2027 gelten. Die konkreten Produkte und ihre Kosten stehen noch nicht endgültig fest. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Berechnungen getroffen werden.

Die Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen. Historische Renditen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die tatsächlichen Ergebnisse werden von den berechneten Werten abweichen.

Gesetzliche Grundlage

Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156, verabschiedet am 27.03.2026)

Relevante Paragraphen:

  • § 10a EStG: Sonderausgabenabzug (1.800 € Eigenbeitrag + Zulage)
  • § 22 Nr. 5 EStG: Besteuerung der Auszahlungen (gefördert: nachgelagerte Besteuerung, ungefördert: nur die Hälfte der Erträge, nach 12 Jahren Laufzeit und ab 62)
  • § 84 EStG: Grundzulage (50 % / 25 %)
  • § 85 EStG: Kinderzulage (100 %, max. 300 €/Kind)
  • § 86 EStG: Mindesteigenbeitrag (120 €/Jahr)
  • § 93 EStG: Rückzahlung der Förderung bei schädlicher Verwendung, auch im Erbfall (außer bei Übertragung auf einen Vertrag des Ehepartners)
  • § 1 Abs. 1 Nr. 4 AltZertG: Auszahlplan (mindestens bis 85, Rate spätestens alle drei Jahre neu berechnet, bis zu 30 % auf einmal zu Beginn)
  • § 1 Abs. 1 Nr. 5 AltZertG: Max. Einzahlung 6.840 €/Vertrag/Jahr
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