Finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen ist einfacher als gedacht (wenn Du das weißt)

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Finanzielle Unabhängigkeit Strategien

In diesem Blogpost zeige ich Dir, warum finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen einfacher ist, als viele gerade glauben.

Und wir gehen hier auch nur auf Dinge ein, die Du wirklich unter Kontrolle hast und die nicht auf Glück beruhen, wie ein Lottogewinn oder ein riesiges Erbe. Denn wir wollen, dass die hier vorgestellten Methoden für die allermeisten Leute relevant sind.

Keine Lust zu lesen? Schau Dir unser Video zum Thema an:

Grundlagen für finanzielle Unabhängigkeit

Ja, wenn ein Lottogewinn oder sowas als Option wegfällt, denken viele immer direkt daran, dass sie nur finanziell unabhängig werden können, wenn sie Jahrzehnte lang total sparsam leben, sich nichts mehr gönnen und zum Beispiel nicht mehr in den Urlaub fahren.

Das Gute ist aber: Du kannst finanzielle Unabhängigkeit erreichen, auch ohne im Hier und Jetzt auf alles verzichten zu müssen. 

Allerdings gibt es ein Problem: Und zwar ist der Begriff finanzielle Unabhängigkeit sehr vage. Jeder versteht gefühlt etwas anderes darunter. Und dadurch wird es oft auch ungreifbar, was eigentlich genau das Ziel ist. Deswegen müssen wir erstmal klären, was wir unter finanzieller Unabhängigkeit verstehen.

Also, wenn Du finanziell unabhängig bist, kannst Du entscheiden, ob, wie, wo und mit wem Du arbeitest und wie Du Dein Leben gestaltest – frei von finanziellen Sorgen. Das wollen wir wahrscheinlich alle irgendwann mal erreichen. Am besten dann, wenn wir noch jung und gesund sind, um diese Freiheit auch voll auskosten zu können.

Was braucht es denn, damit wir das schaffen können?

Eine vernünftige Geldanlage ist im Prinzip die einzige Möglichkeit, wie wir finanziell unabhängig werden können. Denn die gesetzliche Rente wird nicht reichen – das ist ja allseits bekannt. Und außerdem bekommen wir sie ja auch erst regulär ab 67.

Wir brauchen also etwas, wo unser angelegtes Geld mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehr wird und wir gleichzeitig so wenig Risiko wie möglich eingehen. Hierfür eignet sich am besten eine langfristige, seriöse Anlage in stinknormale globale Aktien-ETFs.

Verhältnismäßig risikoarm ist das, weil wir sehr breit anlegen. Wir investieren weltweit und branchenweit in Tausende Aktien gleichzeitig und spekulieren nicht auf die Entwicklung von einzelnen Firmen oder Branchen. Und wir investieren langfristig, damit uns kurzfristige Kursschwankungen nichts anhaben können.

Mit so einer Anlage nehmen wir einfach die Marktrendite mit. Das ist für jeden möglich und umsetzbar.

Wenn Du im Detail wissen willst, wie das mit den ETFs funktioniert, schau Dir unseren Blogpost hierzu an.

FIRE-Bewegung

So, im englischsprachigen Raum und auch inzwischen hier in Deutschland gibt es die sogenannte FIRE-Bewegung.

FIRE steht für „Financial Independence, Retire Early“ – also Finanzielle Unabhängigkeit, Früher in Rente – und ist eine Lebensphilosophie, die darauf abzielt, in bereits jüngeren Jahren finanziell unabhängig zu werden und frühzeitig in den Ruhestand gehen zu können.

Das Hauptziel der FIRE-Bewegung ist es, genug Vermögen oder passive Einkommensquellen aufzubauen, um den eigenen Lebensunterhalt zu decken, ohne weiterhin arbeiten zu müssen.

Ganz wichtig: Auch, wenn der Begriff „Ruhestand“ verwendet wird, bedeutet das nicht unbedingt, dass man nie wieder arbeitet.

Viele Menschen in der FIRE-Bewegung machen das Ganze eher, um sich aussuchen zu können, welcher Arbeit sie sich in welchem Umfang widmen wollen. Ob das gut bezahlt wird oder nicht, ist dann nämlich sekundär.

Natürlich können wir uns dann auch besser um unsere Gesundheit kümmern, Beziehungen pflegen, unseren Hobbys nachgehen oder uns ehrenamtlich engagieren, wenn wir keine finanziellen Sorgen haben.

Auch Eddy und ich fühlen uns sehr verbunden mit dieser Community und sie hat einen großen Teil dazu beigetragen, wie wir heute unser Leben verbringen und planen.

Letztendlich geht es um einen bewussten Umgang mit Geld und darum, Dinge im Leben zeitlich vorzuziehen – wie zum Beispiel längere Reisen – die sonst üblicherweise für das hohe Lebensalter in der Rente vorgesehen sind.

Also, wir müssen weder unseren Job hassen, noch Frugalisten werden, um einen großen Sinn in dieser Bewegung sehen zu können. Eigentlich ist das für jeden interessant, der selbstbestimmt leben will. 

Und jetzt schauen wir uns mal an, welche Strategien in die finanzielle Unabhängigkeit laut der FIRE-Bewegung führen.

Es gibt eine ganz grobe Faustregel, die besagt, dass wir von unserem Vermögen leben können, wenn wir das 25-fache von dem investiert haben, was wir jährlich ausgeben. Damit können wir schnell einschätzen, wie viel wir für unsere finanzielle Unabhängigkeit ungefähr investieren müssen.

Wenn Du beispielsweise monatlich mit 2.500 Euro netto gut leben kannst, brauchst Du in Deinem Depot ca. 750.000 Euro. Kommst Du mit nur 1.500 Euro netto gut zurecht, reichen schon ca. 450.000 Euro.

Wenn Dich diese Zahlen eher abschrecken oder Du sie für unerreichbar hältst, erstmal keine Panik: Wir schauen gleich auch auf Varianten, wo es nicht vorab nötig ist, ein großes Vermögen anzusparen.

Wie schnell Du finanziell unabhängig wirst, hat außerdem weniger mit Deinem Gehalt allein zu tun, sondern ausschließlich mit der Differenz zwischen Deinen Einnahmen und Deinen Ausgaben, also mit dem, was Du sparen kannst.

Je weniger Du für Deinen Lebensunterhalt brauchst, desto mehr kannst Du investieren und desto schneller bist Du “fertig” und hast ausgesorgt.

Verschiedene FIRE-Strategien

Da jeder andere Vorstellungen und Möglichkeiten hat, gibt es in der FIRE-Bewegung auch verschiedene Herangehensweisen, wie und wann wir finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

Los geht’s mit:

Fat-FIRE

oder auf deutsch fette finanzielle Unabhängigkeit.

Das ist die extremste Version. Anhänger von Fat-FIRE möchten im Ruhestand einen luxuriöseren Lebensstil führen und planen daher, ein sehr großes Vermögen aufzubauen, bevor sie in den Ruhestand gehen.

Sie schrauben ihre Einnahmenseite kontinuierlich nach oben und werden meist unternehmerisch tätig, um noch mehr verdienen zu können.

Fat-Fire-Anhänger haben also in der Regel sehr hohe Sparbeträge, um später ein höheres passives Einkommen zu erzielen. Das soll dann am Ende ihre jährlichen Fixkosten weit überschreiten, damit sie das „gute Leben“ genießen können.

Das ist also wirklich die Luxus-Variante der finanziellen Unabhängigkeit, die in der Regel erstmal mit viel harter Arbeit einhergeht.

Coast-FIRE 

oder auf deutsch fließende oder gleitende finanzielle Unabhängigkeit.

Coast-FIRE bedeutet, dass wir eingangs Geld investieren, dann liegen lassen und einfach durch die Kraft des Zinseszinseffekts zu einem bestimmten Zeitpunkt unsere finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

Wenn wir zum Beispiel im Alter von 67 Jahren in den Ruhestand gehen, 1.000 Euro netto zusätzlich zur gesetzlichen Rente im Monat benötigen und jetzt 35 Jahre alt sind, dann müssten wir – unter Berücksichtigung von Steuern, Inflation und bei einer durchschnittlichen Rendite von 8 % in der Ansparphase – heute 40.000 Euro investieren, um unser Ziel zu erreichen.

Sobald wir das Geld investiert haben, können wir aufhören zu sparen und brauchen „nur“ noch unsere Lebenshaltungskosten zu erwirtschaften, bis wir in Rente gehen.

Diese Möglichkeit der finanziellen Unabhängigkeit haben wir in einem unserer erfolgreichsten Blogpost, nämlich ob 50.000 Euro für die Rente reichen können, ausführlich durchgerechnet.

Ich denke, das ist ein super Konzept für die meisten, um schon schnellstmöglich das Gefühl von „ausgesorgt haben“ zu bekommen und mit weniger Druck durchs Arbeitsleben zu gehen.

Und wenn es dann doch möglich ist, neben dem einmaligen Betrag weiterhin zu investieren, wird auch ein frühzeitiger Ruhestand immer realistischer.

Barista-FIRE

Barista-FIRE ist eine Form eines Teilzeit-Ruhestandes, da man weiterhin arbeitet – zum Beispiel eben als Barista in einem Café – aber auch Geld aus seinem Erspartem nutzt.

Im Vergleich zu allen anderen Varianten, wo man erst zur Rente ans Depot geht, finanzieren Barista-FIRE-Anhänger ihr Leben aus einem aktiven Einkommen und aus den Entnahmen aus ihrem Depot.

Ich würde mal sagen, das ist eher was für Leute, die unbedingt aus ihrem derzeitigen Beruf wollen, aber ihren Ruhestand noch nicht bis ans Lebensende aus ihrem Depot voll finanzieren können.

Allerdings muss man hier sehr sorgfältig kalkulieren, dass das Gesamtvermögen ausreicht, um auch irgendwann den vollständigen Ruhestand zu finanzieren. Denn ich vermute mal, die wenigsten wollen bis zum Lebensende als Barista arbeiten 😉

Lean-FIRE

oder auf deutsch schlanke finanzielle Unabhängigkeit.

Bei dieser Variante geht es darum, mit so wenig Ausgaben wie möglich auszukommen. Anhänger von Lean-FIRE streben danach, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen, indem sie ein minimalistisches Leben führen und nur das absolut Nötigste ausgeben.

Wer diese Art verfolgt, lebt also sehr frugal. Das erforderliche Vermögen für den Ruhestand ist in der Regel dann natürlich niedriger als bei anderen FIRE-Varianten. Denn logischerweise brauchen wir viel weniger im Depot für die finanzielle Unabhängigkeit, wenn unsere monatlichen Kosten sehr gering sind.

Das heißt, wenn wir einen einigermaßen guten Job haben und es schaffen, eine Sparrate von 50-70% zu erreichen, können wir bereits innerhalb von knapp 15 Jahren relativ entspannt finanziell unabhängig werden.

Fazit

Ja, Du siehst also, es gibt auch Varianten, mit denen Du wesentlich einfacher finanziell unabhängig wirst als gedacht.

Doch alle Varianten setzen voraus, dass Du zumindest die Basics der finanziellen Bildung verstanden und umgesetzt hast. Nur so besteht nämlich überhaupt die Chance, die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Und dass Du – so früh es geht – mit der Geldanlage anfängst.

Verfasst von Dr. Anna Terschüren
Veröffentlichung: 14. November, 2023
LETZTE AKTUALISIERUNG: 14. November, 2023
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